Lebendige Gemeinschaft

Frauenhilfe Dielingen-Haldem feiert 130-jähriges Bestehen und präsentiert Chronik

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Elke Gräber vom Presbyterium (r.) überreichte Frauenhilfeleiterin Margarete Jürgensen die Gründungsurkunde aus dem Jahre 1908.

Dielingen / Haldem - Auf 130 Jahre engagierte Gemeinschaft blickte die Frauenhilfe Dielingen-Haldem am Sonntag nicht ohne Stolz zurück. Zu diesem besonderen Nullgeburtstag gab es einen Festgottesdienst in der Dielinger St. Marienkirche, einen kleinen Festakt im Raum für Gemeinde und natürlich auch zahlreiche Gratulationen und wertschätzende Worte.

Als sich im Jahr 1886 eine Gruppe von Frauen im Kirchspiel Dielingen zusammenfand, dachte niemand daran, dass dieser Verein einmal vier Staatsformen überdauern würde. Die Gründung der Frauenhilfe in Dielingen geschah sogar noch zehn Jahre vor der Gründung eines Landesverbandes. „Ein Geburtstag, auf den ihr daher besonders stolz sein könnt“, betonten Wilfried Thünemann, der einen differenzierten Blick auf die vergangenen 130 Jahre Frauenhilfe im Kirchspiel Dielingen warf.

Selbst eine von der Kaisergemahlin Auguste Viktoria unterzeichnete Urkunde ist erst mit dem Jahre 1908 datiert, die in ansprechendem Rahmen eingefasst nun ihren Platz neben zwei weiteren Urkunden im Haldemer Gemeindezentrum finden soll. Mit der Rahmung hatte das Presbyterium den Frauen einen Wunsch erfüllt.

„Diakonie ist eines der Wesensmerkmale der Kirche und auch unsere Frauenhilfe ist immer darauf ausgerichtet, für den nächsten Sorge zu tragen“, so Frauenhilfeleiterin Margarete Jürgensen, die zum Nullgeburtstag eine Chronik in schriftlicher Form präsentierte. „Wir genießen gesellige Stunden, geben uns gegenseitig Stärkung und Halt in schweren Zeiten. Viele Alleinstehende finden hier Abwechslung als Heilmittel gegen das Gefühl des Verlassenseins.“ Auch jene, die nicht mehr mobil seien, blieben nicht außen vor, sondern würden von den anderen Frauen regelmäßig besucht.

„Zu jung, um dabei zu sein? – Nicht das Alter zählt, sondern die Geselligkeit“, machte ein Anspiel im Rahmen der Feier deutlich. Angesichts dessen, dass der demografische Wandel auch vor dieser Gruppe christlich engagierter Frauen nicht Halt mache, gehen die Frauenhilfen Dielingen und Haldem seit geraumer Zeit ihren Weg zusammen und treffen sich im Wechsel in den Ortschaften.

„Die Zeiten haben sich geändert, doch die Aufgaben nicht“, betonte Wilfried Thünemann zum Ende seines Vortrags, dass der Zusammenschluss starker Frauen heute wie damals vor allem zwei Dinge leisten könne: Die Integration Geflüchteter und die Einbindung ihrer Tatkraft zum Wohl der Gemeinschaft. „Waren es einst die Trümmerfrauen, sind es heute die Flüchtlinge, derer wir uns annehmen sollten“, appellierte Thünemann an die Gäste.

„Für 130 Jahre sieht unsere Frauenhilfe nicht nur gut aus. Wenn ich an die Themen denke, die dort behandelt werden, ist Frauenhilfe auch sehr jung und lebendig. Vielleicht ist das der Grund, warum es euch trotz so langer Zeit überhaupt noch gibt“, meinte Pfarrer Michael Beening im vorangegangenen Festgottesdienst. Das Bild der Frauenhilfe habe sich über die Jahre grundlegend gewandelt. „Damals war es geradezu revolutionär, dass es eine Begegnungsmöglichkeit für Frauen gab“, so der Geistliche in dem vom Singkreis und Posaunenchor umrahmten Festgottesdienst. „Heute präsentiert ihr euch als moderner Verein mit vielen Facetten.“

Man dürfe doch trotz aller Errungenschaften die Zukunft nicht außer Acht lassen, fügte Beening hinzu. „Nicht das ,wo kommen wir her?’ oder die Gegenwart ist das wichtigste, sondern ,wo wollen wir hin?’“, fragte Beening. Dies sei wichtig, damit die Arbeit der Frauenhilfe einerseits sinnvoll bleibe, andererseits aber auch ihre Attraktivität nicht verliere. „Seid sichtbar, denn ihr seid unverzichtbar. Ohne euch gäbe es vieles nicht“, appellierte Bezirksvorsitzende Gisela Gräber an das Selbstbewusstsein der Damen. 

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