Deutsche Meisterschaft der Fährtenhunde in Westrup

Immer der Nase nach

Rainer Lang bereitet seinen Deutschen Schäferhund „Yahoo“ auf die Fährtensuche vor. - Foto: hm

Westrup - Immer der Nase nach hieß es am Wochenende für Hunde verschiedener Rassen vom Airedale-Terrier über Bordercollie bis zum Schnauzer und Schäferhund. 26 Teilnehmer kämpften von Freitag bis Sonntag in Westrup um die Deutsche Meisterschaft der Fährtenhunde des Deutschen Hundesportverbands (DHV).

Das weitläufige Gelände rund um Westrups Freudeneck eigne sich besonders gut für die Fährtenarbeit, machte Horst Praß, einer der Leistungsrichter der Veranstaltung, deutlich und erklärte, dass der Deutsche Hundesportverband die Deutsche Meisterschaft gemeinsam mit dem örtlichen Westruper Hundesportverband (HSV) ausrichte. Die Schirmherrschaft hatte Stemwedes Bürgermeister Kai Abruszat übernommen.

Landwirte und Jagdpächter hatten ihre landwirtschaftlichen Flächen für die Meisterschaft zur Verfügung gestellt. Als Standquartier durften die Teilnehmer die Schützenhalle des Westruper Schützenvereins nutzen. Das hochklassige Teilnehmerfeld versprach einen spannenden Wettbewerb auf höchstem Niveau. Alle 26 Starter hatten sich zuvor in ihren Verbänden für die Teilnahme qualifiziert. Aus dem hiesigen Raum war kein Hundeführer dabei, dafür aber aus allen Teilen Deutschlands.

Die Aufgabe für den Hund bestand darin, einer etwa 1 900 Schritt langen (circa eineinhalb Kilometer) und drei Stunden zuvor gelegten Fährte zu folgen – und das nur mit der Nase. „Dabei muss der Hund die Fährte nicht nur auf dem Boden erschnüffeln, sondern auch sieben Gegenstände finden“, erklärte Fährtenleger Praß. Insgesamt haben die Hundeführer und ihre Vierbeiner dafür 45 Minuten Zeit. Um die Prüfung zu bestehen, muss der Hund zwei Fährten an zwei aufeinander folgenden Tagen folgen. „Für die Hunde bedeutet die Fährtensuche Höchstleistung“, erklärte Praß. Um mit dem Hund bei einer solchen Meisterschaft antreten zu können, bedarf es meistens jahrelanger Übung.

Die Rasse sei für die Fährtenarbeit zwar nicht relevant, erklärte der Fachmann, aber je länger die Schnauze, desto besser könne der Hund riechen. „Die Nase des Hundes ist ein Meisterwerk“, ist Praß begeistert. Bei der Fährtensuche würde der Hund Bodenverletzungen über Mikroorganismen riechen.

Am Sonnabend erschwerte Frost die Bedingungen für die Hunde. Auch Regen mache die Fährtensuche schwierig, aber selbst bei Dauerregen seien die trainierten Hunde erfolgreich. „Eineinhalb bis zweieinhalb Jahre dauert es, einen Hund für die Fährtensuche auszubilden“, so Praß. Schon im Welpenalter, mit drei Monaten, beginne die Arbeit. Zunächst trainiere man die Fährtensuche mit Leckerlis, nach vielen Trainingseinheiten könne der Hund die Fährte finden, weil der Schuhabdruck Bakterien freisetze, die Hunde riechen.

Die Fährten werden nach vorgegebenen Richtlinien gelegt. Sieben Winkel, davon zwei spitze, ein Bogen und acht Schenkel müssen von den Vierbeinern erkannt werden. „Weicht der Hund von der Fährte ab, droht Punktabzug“, erklärt Praß. Erschwert wird die Fährtensuche zusätzlich, indem kurz vor Start ein weiterer Teilnehmer die gelegte Fährte kreuzt. „Auch hiervon darf sich der Hund nicht ablenken lassen.“

Nicht nur für die Hundeführer ist Fährtensuche ein spannendes Hobby – auch die Hunde haben Gefallen daran, gefordert zu werden. Und einem abschließenden „Gut gemacht“ in Verbindung mit einem Leckerli sind die Vierbeiner auch nicht abgeneigt. „Für uns sind die Hunde Partner – und mit Gold nicht zu bezahlen“, so Praß, für den der artgerechte Umgang mit den Vierbeinern im Vordergrund steht.

hm

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