Laientheater „Schatulle“ im Haldemer Gemeindezentrum

Mit Hans Sachs auf Zeitreise

Der Bauer (Michael Heise) und seine Ehefrau (Inge Wehrmann) geraten in Hans Sachs „Der tote Mann“ aneinander. - Foto: Mühlke

Haldem - Mit handfesten Sprüchen und derbem Humor ging es am Sonntag zur Sache. Auf Einladung der Bürgerstiftung Haldem-Arrenkamp gastierte das Laientheater „Schatulle“ der Volkshochschule Lübbecker Land im Haldemer Gemeindezentrum HAI und zeigte dort drei Schwänke aus der Schatztruhe der Werkstatt von Hans Sachs.

Die literarische Zeitreise führte die Besucher ins 16. Jahrhundert. Die Laienspieler der „Schatulle“ amüsierten das Publikum mit lustigen Possen und teils rauem Humor. Umrahmt wurden die Einakter mit bekannten volkstümlichen Liedern – ebenfalls aus längst vergangenen Jahrhunderten.

„Es hat ein Bauer ein schönes Weib“ bot eine stimmungsvolle musikalische Einführung in die Geschichte über „Den toten Mann“. Bauer und Bäuerin werfen einander vor, sich nicht mehr so zu lieben wie einst. Der Mann stellt sich tot, um seinen Verdacht bestätigt zu wissen. Und tatsächlich scheint die Frau nicht allzu traurig zu sein. Doch beide spielen ein böses Spiel und als sich am Ende alles aufklärt, herrscht wieder Friede und Freude im bäuerlichen Haus.

Sowieso nimmt Hans Sachs gerne das Verhältnis zwischen Mann und Frau auf die Schippe, so auch in den Stücken „Das Kälberbrüten“ und „Der Krämerskorb“. Im letzteren bietet ein Korb immer wieder Anlass für so manche Streitigkeiten zwischen den Akteuren, die ihre Rollen auf der Bühne immer wieder mit großem Engagement spielten. Szene um Szene konnten die Zuschauer herzhaft über das Spiel lachen und sich vielleicht selbst in den Aussagen und dem Verhalten wiedererkennen.

Die Werke des Schmuhmachers und Sprüchedichters Hans Sachs aus Nürnberg gelten heute als ein bedeutendes Zeugnis der bürgerlichen Kultur des 16. Jahrhunderts. Darin zeigt Sachs Menschen aller Stände mit all ihren Schwächen und Torheiten.

Seit Bestehen hat sich die Bürgerstiftung Haldem-Arrenkamp Förderung von Kunst und Kultur zum Ziel gesetzt. Menschen aus den beiden Dörfern sollen ermutigt werden, musisch-künstlerisch selbst aktiv zu werden. Um aufzuzeigen, wie vielfältig sich das Mitwirken in Theatergruppen, Bands oder Orchestern entwickeln kann, wird jährlich eine besondere kulturelle Veranstaltung angeboten – wie nun also der Gastauftritt der „Schatulle“ im Gemeindezentrum. 

hm

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