Fraktionen beraten über „Culture Call“-Stationen

Geschichte und Natur mit dem Handy erleben

Die Bürgerstiftung Haldem-Arrenkamp hat am Schloss Haldem vor Jahren eine Infotafel aufgestellt. Dort wäre eine „Culture Call“-Station durchaus als Erweiterung denkbar. - Foto: Bokelmann

Stemwede - Denkmäler und Landschaften sehen und die Region entdecken: Sightseeing kennt jeder. Jetzt soll „Sighthearing“ Stemwede erobern. Mit dem Projekt „Culture Call“ will eine Ingenieur-Partnerschaft aus Delmenhorst einen handybasierten Audioguide im Stemweder Raum etablieren. Im Naturpark Dümmer gibt es bereits einige Stationen, wie die Mitglieder des Ausschusses für Gemeindeentwicklung, Wirtschaftsförderung und Tourismus am Mittwoch im Gasthaus Rosengarten erfuhren.

„Wir wollen das Hören in die Fläche bringen“, begann Diplom-Ingenieur Dennis Schulz seinen Vortrag über das Dienstleistungsangebot. In Museen sei es inzwischen eine verbreitete Technik, über Kopfhörer Informationen zu vermitteln. Bei „Culture Call“ wird das eigene Handy zum Infocenter: Über QR-Codes, mobiles Internet und klassisch übers Festnetz werden an bestimmten Punkten Attraktionen beworben.

Die Idee, auf moderne Weise Wissen zu vermitteln, bezeichnet Schulz als „Edutainment“. Dazu bediene man sich moderner Kommunikationsmittel. Aber auch für Personen, die kein Smartphone, sondern ein herkömmliches Tastenhandy besitzen, soll das Angebot nutzbar sein. „Die Best-Ager können sich über das Festnetz einwählen und die Geschichten anhören“, führte Schulz aus. Denn bei „Culture Call“ handelt es sich dem Mitentwickler zufolge nicht um eine klassische Handy-App.

Bei einer Hörprobe erlebten die Ausschussmitglieder, wie Geschichte anhand einer Art Hörbuch erlebbar wird. „Es handelt sich um ein schlankes Konzept“, unterstrich Dennis Schulz die Vorteile von „Culture Call“. Ohne langes Suchen soll es dem Nutzer möglich sein, an die gewünschten Informationen zu gelangen. Eine Verknüpfung mit der Stemwede-App sei nicht auszuschließen, sagte Schulz. Auch Animationen könnten als Ergänzung und Erweiterung dienen.

Der Naturpark Dümmer hat bereits signalisiert, vier Stationen mit dem Audioguide in Stemwede einrichten zu wollen. Nun sollen die Fraktionen beraten, ob weitere Anlaufpunkte vorstellbar sind. Entsprechende Vorschläge für potentielle Standorte nimmt Sabine Denker von der Verwaltung entgegen. Dabei sollte der Kostenrahmen bedacht werden: Pro Station müsse man mit Installationskosten von 600 bis 800 Euro rechnen, so Schulz. „Es wird günstiger, wenn wir mehr Stationen installieren“, meinte Sabine Denker. Daher ist sie für eine Prüfung weiterer Standorte.

Gemeindeheimatpfleger Klaus Winkelmeier kann sich vorstellen, am Schloss Haldem, in Levern oder an den Mühlen den Audioguide zu nutzen. „Dort ist teilweise schon eine entsprechende Infrastruktur vorhanden“, so Winkelmeier mit Blick auf Infotafeln und vorhandene Radwege. Denn: „Radfahrer sind unser wichtigstes Klientel“, freute sich Dennis Schulz über die positiven Reaktionen im Ausschuss. 

abo

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