Erstes Konzert in Leverner Stiftskirche

Renovierte Orgel: Freier und luftiger Klang nach Verjüngungskur

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Heinz-Hermann Grube freut sich über die renovierte Orgel in der Stiftskirche, verriet ihre Geheimnisse und demonstrierte ihren herrlichen Klang. 

Levern - Von Heidrun Mühlke. Was wäre die Stiftskirche ohne ihre Orgel? Knapp zwei Monate lang hat die Leverner Kirchengemeinde auf den Klang der Wolfram-Orgel verzichten müssen. Renovierungsarbeiten waren nötig geworden. „Jetzt klingt sie freier und luftiger“, freute sich Pastor Ralf Finkeldey, als Kreiskantor Heinz-Hermann Grube den Wohlklang des Instrumentes eindrucksvoll unter Beweis stellte.

Wie kann man den Abschluss der Orgel-Renovierung besser feiern als mit einem Konzert? Auch der Kirchenchor und der Posaunenchor setzten am Sonntagabend musikalische Glanzpunkte, im Mittelpunkt stand aber natürlich das Orgelspiel. Grube entlockte dem Instrument gekonnt seinen warmen runden Klang. Er eröffnete den Konzertabend mit kraftvoll nuanciertem Spiel und dem majestätischen „Praeludium C-Dur“ von Johann Sebastian Bach.

„Die Orgel kann leise und zart oder laut und kräftig klingen“, erläuterte Grube und demonstrierte die Klänge auf dem zwar betagten, aber nach wie vor imponierenden Instrument. „Sie kann aber auch Trompete und Posaune imitieren.“ Es gebe Register, die den Ton hell machten, mit anderen Registern wiederrum erziele man leuchtende und glitzernde Klangfarben. Ohne solche Klangkronen würde die Orgel stumpf und fade klingen.

Schon im vergangenen Jahr hatte ein Fachmann bei den jährlichen Wartungsarbeiten darauf hingewiesen, dass eine grundlegende Sanierung erforderlich sei. Nach Abschluss der Renovierungsarbeiten – Staub und Schimmel wurde entfernt, die Lederbälge erneuert, neue Schlitze kamen hinzu, um die Luftzufuhr zu verbessern – habe ein Orgelsachverständiger das Instrument geprüft und festgestellt, dass die Orgel jetzt wieder in einem guten befriedigenden Zustand sei, machte Grube deutlich. Die Kosten in Höhe von rund 16 000 Euro wurden zum Teil durch Spenden getragen, den Rest steuerte die Kirchengemeinde bei.

Königin der Instrumente kann auch Jazz

Dass man mit der Königin unter den Instrumenten auch jazzige Melodien anschlagen kann, zeigte sich in Johannes Matthias Michels Stücken „In my hand, Lord“ oder „Hilf, Herr meines Lebens“, was auch bei den Zuhörern ein wohlwollendes Kopfnicken hervorrief.

Die musikalische Reise komplettierte der Posaunenchor mit Klängen von Jean Sibelius „Be still my soul“, der Kirchenchor unter Leitung von Olga Rust zeigte sich mit anmutiger Stimmqualität. Die Zuhörer sahen sich einem strahlend intonierendem Chor gegenüber, der es scheinbar mühelos verstand, mit seinem vielfältigen Stimmenspektrum Lebendig ins Gotteshaus zu transportieren.

Den herrlich abwechslungsreichen Konzertabend bedachte das Publikum mit begeistertem Beifall, bevor die Kirchengemeinde zu einem gemeinsamen Imbiss mit Zwiebelkuchen und Getränken einlud.

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