6 000 Musikfans zu Gast

Festival-Besuch wird zum „Eintritt ins Wunderland“

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In dem Bereich vor dem offizielen Festivalgelände wurden den Besuchern diverse Workshops angeboten, darunter Tantra-Yoga und verschiedene Klangreisen. Auch das Gruppen-Häkeln fand einen großen Anklang.

Wehdem - Von Tanja Dittmann. Wenn Menschen auf vier Dancefloors zu Goa-, Psy-Trance-, Techno- und Elektro-Musik stampfen, in der Healing-Area entspannen und durch Klangreisen und schamanische Räucherzeremonien ihr tiefstes Inneres aufsuchen, dann läuft im Wehdemer Waldfrieden wieder das Wonderland-Festival.

Das Bergtal verwandelte sich am Wochenende dank der Kreativität eines Deko-Teams aus Afrika mit bunten Tüchern, Lichtinstallationen und Projektionen in einen traumhaften Märchenwald. „Es fühlt sich an, wie der Eintritt ins Wunderland“, schwärmen Benny, Fabi und Chris aus Herford. Sie haben die Gelegenheit genutzt und an einer schamanischen Räucherzeremonie teilgenommen. Durch heimische Kräuter und Kehlkopfgesang tauchten sie dabei ins eigene Unterbewusstsein ein. „Man muss sich darauf einlassen. Aber dann ist man auf einem maximalen Selbstfindungstrip“, sind sie sich einig.

Sich darauf einlassen, ist auch das Stichwort für die Dancefloors im Waldfrieden. Tausende Besucher tanzten dort an allen Festivaltagen gemeinsam zu den Beats der Live-DJs. „Es ist viel angenehmer als auf Rock-Festivals. Es ist allen egal, wie du aussiehst und wie du tanzt. Man kann sich fallen lassen und das machen, was der Körper einem gerade sagt“, erklärt Festival-Besucher Benny.

„Wir sind eins“: (v.l.) Kea, Thany und Eduard aus Nordhorn sind zum vierten Mal beim Wonderland. Das Gemeinschaftsgefühl ziehen die drei immer wieder in den Waldfrieden.

Allein Musik, Dekorationen, Beleuchtung und Lichteffekte wie Spiegelkugeln lassen die Festival-Gemeinde vier Tage lang in den wundersamen Wald und die Atmosphäre versinken. Es ist allerdings kein Geheimnis, dass einige Personen aus dieser Szene in dieser Hinsicht noch mit bewusstseinsverändernden Substanzen nachhelfen. Doch zumindest auf dem Wonderland-Festival herrscht ein sehr aufgeklärter Umgang mit Drogen. Amphetamine wie Ecstasy und Speed oder das Rauschmittel Hanf gehören auch für einen der „Waldmenschen“, der „Sherwood“ genannt werden möchte, dazu. „Sicherlich ist es hier ohne diese Mittel sehr schön, aber mit wird es noch besser. Und wenn man damit umgehen kann und etwas Erfahrung hat, ist es wirklich nur eine Bereicherung“, erklärt „Sherwood“.

Das Wochenende im Wonderland

Wonderland-Festival in Stemwede

Diejenigen, die die Wirkungen der Drogen unterschätzt oder ihrer Körper überschätzt haben, finden Hilfe in der psychedelischen Ambulanz „PsyCare“. Neben der Betreuung von Personen in außergewöhnlichen Bewusstseinszuständen dient die Ambulanz zur Aufklärung. Ist eine „unsaubere“ Droge im Umlauf, hängen die Mitarbeiter Warnungen für die Festival-Besucher auf.

Im Allgemeinen verlaufen die vier Festivaltage stets sehr friedlich. „Wird sind alle eins“, erklärt Thany aus Nordhorn, die seit vier Jahren mit ihren Freunden Kea und Eduard beim Wonderland ist und die Gemeinschaft sowie die Atmosphäre zu schätzen weiß. So feierten rund 6 000 Musikfreunde zusammen den runden Geburtstag des Wonderlands.

Für André Münnich und Sebastian Telke vom Organisations-Team hat das Festival nach wie vor von Jahr zu Jahr Optimierungspotential. „Musikalisch verändert sich die Szene ständig. Da muss man sich schon anpassen“, erklärten die beiden am Rande des Festivals. Daher gab es erstmals einen „Dark-Progressive“-Floor sowie den „Forest Hai-Tech“ mit experimenteller Musik. Die beiden Organisatoren gehören zu einem insgesamt zehnköpfigen Team, das von ungefähr 600 Helfern und Mitarbeitern unterstützt wird, damit das Wonderland an die Vorjahres-Erfolge anknüpfen kann.

Ob sie selbst auch in den Märchenwald abtauchen und die Stimmung genießen können? „Eher weniger“, sagt Münnich, „aber dieses unheimlich tolerante Völkchen in dieser liebenswürdigen Atmosphäre zu beobachten, ist einfach jeden Stress wert.“

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