19 Engländer verbringen eine Woche in Stemwede

„Ein Gefühl, wie nach Hause zu kommen“

Seit 37 Jahren besteht die Partnerschaft zwischen den Kirchengemeinden. Die Briten aus Langley Green und ihre deutschen Gastgeber hoffen, dass sich an den Freundschaften auch mit dem Brexit nichts ändern wird. - Foto: Bokelmann

Oppenwehe - Von Anika Bokelmann. „Es fühlt sich an, als würde ich nach Hause kommen“, beschreibt Sally Worley ihre Gefühle, die sie bei der Ankunft in Oppenwehe wieder einmal verspürte. Die Engländerin kam vor 37 Jahren das erste Mal nach Stemwede und freut sich, dass der Austausch mit der Partnergemeinde nach wie vor aufrecht erhalten wird.

Denn aus den Mitgliedern der Partnergemeinden Langley Green und Oppenwehe sind inzwischen Freunde geworden – und bei jedem Besuch kommen neue hinzu. „Alle waren sehr nett und haben uns mit offenen Armen empfangen“, sagt Georgie Porter. Die junge Frau war das erste Mal in Oppenwehe zu Gast. 

Das Spargeldorf hat ihr eigenen Aussagen zufolge so gut gefallen, dass sie auf jeden Fall wiederkommen möchte. „Hier kann man jederzeit die Türen offen lassen“, beschreibt sie einen großen Unterschied, den sie im Vergleich zu ihrer Heimat ausgemacht hat. „Das wäre bei uns viel zu gefährlich, weil es sehr viele Überfälle gibt“, so Porter.

Überhaupt loben die insgesamt 19 Engländer, die in ihren Sommerferien eine Woche lang in Oppenwehe verweilten und diverse Ausflüge unternahmen, die ländliche Idylle. Denn in Langley Green, einem Ort im Speckgürtel von Birmingham im Süden der britischen Insel, sei es viel hektischer. Selbst bei ihrem Ausflug nach Köln habe man mehr Landschaft gesehen als in der britischen Großstadt. Die schwindelfreien Briten und ihre Gastgeber aus Oppenwehe, Oppendorf und Pr. Ströhen genossen zudem den Blick vom Kölner Dom und zeigten sich von der Sicht beeindruckt.

Ein weiteres Highlight in der vergangenen Woche war der Besuch einer Imkerei in Rehden. „Es war so friedlich und ruhig“, beschreibt Sally Worley, die den natürlichen Herstellungsprozess des Honigs bewundert. Beim Boßeln am Montagnachmittag lernten die Engländer dann diverse Straßenzüge Oppenwehes kennen und hatten eine Menge Spaß, bevor später beim Farewell-Abend an der Oppenweher Bockwindmühle bei Gegrilltem und Salaten über den Aufenthalt gesprochen wurde. Musikalisch gestaltete der Shantychor Dümmersee den Abend und stimmte Lieder von der Nordseeküste an.

„Wir möchten auch in den nächsten Jahren wiederkommen“, sagt Sally Worley mit Blick auf den Brexit. Der anstehende Ausstieg Englands aus der Europäischen Union war beim Besuch eher „ein oberflächliches Thema“, sagt die Britin. Zum Teil sei dies einigen Sprachbarrieren geschuldet, so Worley. 

Aber am Ende hätten alle die Reise genießen und sich nicht mit politischen Entscheidungen auseinandersetzen wollen. Dafür wäre die Zeit wohl auch zu kurz gewesen, denn „die Woche ist viel zu schnell wieder vorbei“, bedauert Silvia Eickenhorst, die von deutscher Seite aus federführend den Austausch zwischen den Kirchengemeinden Oppenwehe und der United Reformed Church Langley Green begleitet.

„Ich hoffe, dass die Freundschaften noch viele Jahre bestehen bleiben“, meint Worley, die seit Beginn der Partnerschaft der Kirchengemeinden die Entwicklungen und Veränderungen der Städte und Dörfer beobachtet hat. Was aber auch beim jüngsten Besuch wieder alle festgestellt haben: „Die Klischees, die man voneinander hat, haben sich in keinster Weise bestätigt“, sagt Georgie Porter. 

So hätten die Deutschen durchaus Humor – die Engländer aber auch, wie sich beim gemütlichen Kaffeetrinken am Sonntagnachmittag zeigte. Im Gemeindehaus führten die Gäste aus Langley Green ein Pantomime-Theaterstück auf. „Wir haben Cinderella in unserer eigenen Version präsentiert“, berichtet Sally Worley und muss bei der Erinnerung an die Vorstellung lachen, denn „wir Engländer sind schon ein bisschen verrückt“.

Wenn die Oppenweher im nächsten Jahr zum Gegenbesuch nach England aufbrechen, wird Sally Worley für einen Großteil der Organisation verantwortlich zeichnen. „Wir versuchen, bei jedem Besuch etwas Neues im Programm zu haben, aber die Deutschen wollen immer wieder nach London fahren“, erzählt sie mit einem Schmunzeln. Dabei sei beispielsweise Chester auch eine durchaus sehenswerte Stadt, findet Worley.

Wann der Besuch sein wird, kann Silvia Eickenhorst noch nicht sagen. „Auf jeden Fall in irgendwelchen Ferien“, so die Oppenweherin, die die Gäste am Dienstag wehmütig verabschiedete.

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