Ehepaar besitzt rund 6000 Sammlerstücke / Neues Leben in Haldemer Geschäft

Epochen, Kulturen und Stile treffen aufeinander

Gisela und Mike Hesse bieten in ihrer Antik-Stube mehr als 6000 Artikel an, darunter Ölgemälde wie diese expressionistische Winterlandschaft.
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Gisela und Mike Hesse bieten in ihrer Antik-Stube mehr als 6000 Artikel an, darunter Ölgemälde wie diese expressionistische Winterlandschaft.

Haldem - Von Katharina Schmidt. Auf 220 Quadratmetern treffen in Haldem ganze Epochen aufeinander. Hinter einem eher unscheinbaren Schaufenster, im ehemaligen Geschäft Emshoff an der Straße „Zum Rott“ 6, verbergen sich tausende Gemälde, Skulpturen, Briefmarken, Münzen und andere Relikte. Die teils hunderte Jahre alten Erinnerungsstücke sind die Leidenschaft von Mike und Gisela Hesse. Das Ehepaar ist mitsamt seiner „Antik-Stube Hochdahl“ vor Kurzem nach Haldem gezogen.

Die weite Landschaft lockte die Antiquitäten-Händler nach Stemwede. Zuvor hatten sie in Hochdahl bei Düsseldorf gelebt und gearbeitet – daher auch der Name ihres Ladens, der im Jahr 2002 eröffnet wurde.

Mit der Antik-Stube hat Mike Hesse sein Hobby zum Beruf gemacht. Durch seinen Großvater, einen passionierten Sammler, entdeckte er seine Liebe zu Antiquitäten. „Es fing Briefmarken und Münzen an, später kam Kunst dazu“, erinnert er sich. Als er seine ersten „Schätze“ hortete, war er gerade mal sechs Jahre alt. Später steckte er seine Frau mit seiner Leidenschaft an.

Heute haben die beiden einen Fundus von rund 6000 Artikeln, der sich durch An- und Verkauf stetig wandelt. Darunter etliche Ölgemälde. Ihre Entstehungszeit reicht vom Barock bis in die Moderne. Im Obergeschoss der Antik-Stube reihen sich die unzähligen Werke, kunstvoll gerahmt, auf Regalen aneinander. Wie wertvoll jedes von ihnen ist, dafür hat Mike Hesse seinen eigenen Angaben zufolge ein „geschultes Auge“. Anhaltspunkte seien Signaturen oder die Qualität des Farbauftrags.

Bei anderen Antiquitäten findet man Mike Hesse zufolge manchmal Zeichen, deren Bedeutung er nachschlagen könne. So deutet er zum Beispiel auf feine rote Linien am Boden einer chinesischen Porzellan-Schale, auf der sich ein blauer Drache schlängelt. „Die ist etwa 300 Jahre alt“, weiß Mike Hesse.

Die ältesten Stücke der Sammlung sind antike Ausgrabungen. Darunter keltische Gefäße, deren Entstehungsdatum auf 300 vor Christus geschätzt wird. Etwas jünger ist ein römischen Fund, der Experten zufolge aus der Zeit um 300 nach Christus stammt.

Beliebt sind laut dem Inhaber der Antik-Stube auch militärische Orden oder kirchliche Sakrale. Bei einem Gang durch den Laden begegnen Besuchern zudem afrikanische und asiatische Skulpturen, Glas-Objekte, altes Spielzeug, Briefmarken und vieles mehr. Im Hintergrund erklingt – ganz nach dem Geschmack der Hesses – klassische Musik.

Sein Job bedeute eine Sieben-Tage-Woche, erklärt Mike Hesse. „Das meiste passiert online“, so der Sammler. Zu seinen Aufgaben gehört, wöchentlich neue Artikel zum Verkauf bei Internet-Plattformen einzustellen, bei Auktionen mitzubieten und bei Haushaltsauflösungen nach Kunst und Sammlerstücken zu suchen.

Wer durch die „Antik-Stube Hochdahl“ stöbern oder Artikel zum Verkauf anbieten will, sollte vorher unter Telefon 05474/2051203 einen Termin vereinbaren. Nach Absprache sind auch Hausbesuche möglich.

Der Antiquitäten-Laden soll nicht nur Raum für Schätze aus vergangenen Tagen bieten. Mike und Gisela Hesse planen, in ihrem Geschäft Ausstellungen von heimischen Künstlern zu veranstalten. „Die ersten Kontakte sind schon geknüpft“, verrät Mike Hesse.

www.antikstube-hochdahl.de

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