Breitband-Ausbau Thema beim Ortsteilgesprächs in Arrenkamp

Digitale Revolution aktiv mitgestalten

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Beim inzwischen achten Ortsteilgespräch, zu dem Bürgermeister Kai Abruszat am Mittwoch nach Arrenkamp eingeladen hatte, ging es in erster Linie um den Breitbandausbau.

Arrenkamp - Von Anika Bokelmann. Dass es mehr Zu- als Wegzüge in Stemwede gibt und im Ortsteil Arrenkamp mit 270 Einwohnern (Stand Dezember 2015) zwei Personen mehr leben als im vergangenen Jahr, seien gute Zeichen für den Standort, meinte Bürgermeister Kai Abruszat. Beim Ortsteilgespräch in Arrenkamp unterstrich er aber, dass „wir gemeinsame Anstrengungen unternehmen müssen, damit das auch so bleibt“. Ein wichtiges Thema am Mittwochabend war der Breitbandausbau in der Peripherie der Flächengemeinde.

Zwar befinde sich Stemwede bereits „mitten in der digitalen Revolution“, so Abruszat, doch „wir müssen noch eine Schippe drauflegen“. Diese Tatsache, die seit langem bei Bürgern und Gewerbetreibenden bekannt ist, habe eine Untersuchung gezeigt, die für die weiteren Maßnahmen nötig war, blickte Abruszat zurück. In Stemwede gelten den Erhebungen des Kreises zufolge rund 2 300 Haushalte als unterversorgt.

Für eine flächendeckende Versorgung mit schnellem Internet fehlen in der Flächengemeinde 258 Kilometer Glasfaserkabel plus 42 Kilometer Hausanschlussleitungen Das Glasfasernetz soll nun, wie bereits berichtet, bis Ende 2018 ausgebaut und damit Geschwindigkeiten von mindestens bis zu 50 m/Bit an jedem Hausanschluss möglich sein. Die rund 40 Arrenkamper, die sich auf Einladung von Stemwedes Verwaltungschef in der Schützenhalle eingefunden hatten, zeigten sich angesichts dieser Zahl skeptisch.

Vor allem interessierte sie, wann der Ausbau tatsächlich beginnen würde und in welcher Reihenfolge die Bagger in den Stemweder Ortschaften anrollen werden. „Die Planungsphase ist jetzt abgeschlossen, die Umsetzung steht kurz bevor und bis Ende 2018 wollen wir fertig sein“, sagte Bürgermeister Abruszat, der keine konkreten Schritte nannte.

„Wir müssen die Ausschreibung abwarten.“ Damit würde sich nicht nur entscheiden, welcher Anbieter die Glasfasertechnik in Stemwede vorhalten wird, sondern auch in welchem Kostenrahmen man sich letztlich bewege. Wer sich über den aktuellen Stand informieren wolle, könne sich bei der Verwaltung an Cord Hegerfeld wenden, nannte Abruszat den zuständigen Ansprechpartner.

Derzeit ist von einer Investitionssumme von sieben Millionen Euro die Rede, die Stemwede in die Hand nehmen muss, um alle Bereiche in Sachen Internetversorgung zu optimieren. Das Geld wird in den Gemeindehaushalt für die Jahre 2017 und 2018 eingestellt. „Bei dieser erheblichen Summe sind wir auf die Fördergelder von Bund und Land angewiesen“, ergänzte Abruszat. Ein Zusammenschluss von elf Städten und Kommunen im Mühlenkreis werde noch im Herbst ein Kooperationsvertrag unterzeichnen, der zugleich als Antrag auf Fördergelder beim Bund eingereicht werden soll. Bis zu 90 Prozent werde die Investition in den Breitbandausbau dann vom Bund bezuschusst, wenn der sogenannte Breitband-Masterplan des Kreises greift.

„Rahden und Stemwede müssen den Löwenanteil stemmen.“

Kritik übte Kai Abruszat am Solidaritätsprinzip, das in dieser Sache nicht vernünftig greife: „Wir sind schlecht dran, denn Rahden und Stemwede müssen den Löwenanteil stemmen“, berichtete der Verwaltungschef. An dieser Stelle müsse mehr auf das Geben-und-nehmen geachtet werden, meinte Abruszat: „Es laufen Gespräche auf Kreisebene.“ Denn nur im Schulterschluss mit den weiteren Kommunen könne der Schritt gelingen.

Am Ende müssen aber auch die Hauseigentümer und Internetnutzer ihren Beitrag leisten, so Abruszat. Die Breitbandversorgung gehört ihm zufolge zwar inzwischen zur Daseinsvorsorge, sei aber keine Pflichtleistung. „Jeder entscheidet letztlich selbst, ob er das schnelle Glasfaserkabel möchte oder nicht“, so der Bürgermeister. „Es sollen nicht nur die Siedlungsschwerpunkte von der schnellen Technik profitieren, sondern auch die peripheren Ortschaften“, versicherte Abruszat beim Ortsteilgespräch in Arrenkamp. Nur so können seiner Meinung nach weitere Zuzüge gesichert werden, da das Internet künftig immer mehr an Bedeutung gewinnen werde. „Der Breitbandausbau ist mit dieser Investition sicher nicht zuende“, führte Abruszat weiter aus, „wir stehen erst am Anfang dieser Entwicklung, da selbst Dienstleistungen immer mehr ins Internet verlagert werden“. Doch Stemwede müsse jetzt die technischen Voraussetungen schaffen und „den Trend aktiv mitgestalten“, schwor Abruszat die Bürger ein.

Verbesserungsmöglichkeiten sah Bürgermeister Kai Abruszat beim jüngsten Ortsteilgespräch aber nicht nur beim ausgiebig diskutierten Thema Internetversorgung, sondern auch in der Kommunikation zwischen der Verwaltung und den Vereinen. Er habe die Erfahrung gemacht, dass sich Vereinsvorsitzende immer wieder mehr Anerkennung für ihre ehrenamtlichen Tätigkeiten wünschten, sagte Abruszat. Er sei jederzeit bereit, die Bemühungen zu unterstützen und damit die Vereinsarbeit weiter zu stärken, sicherte der Verwaltungschef den Arrenkampern zu und forderte sie auf, das Gespräch mit der Verwaltung zu suchen. „Nur so kann das Verständnis wachsen.“

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