Rückläufige Flüchtlingszuweisungen 

Dezentrale Unterbringung hat in Stemwede Priorität

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Die Grundschule in Westrup wurde 2011 trotz der Pläne für eine Gesamtschule geschlossen. Jetzt hält die Verwaltung das Gebäude als Reserve für mögliche weitere Flüchtlinge vor und muss über Fördergelder verhandeln. 

Stemwede / Westrup - Rund 500. 000 Euro muss die Gemeinde Stemwede aus eigenen Mitteln aufwenden, um die Flüchtlingssituation zu bewältigen. „Aus Düsseldorf und Berlin bekommen wir keine volle Erstattung“, berichtet Bürgermeister Kai Abruszat, der beim Ortsteilgespräch in der Westruper Schützenhalle am Donnerstag auf die Lage bei den Flüchtlingen und die damit verbundenen Kosten angesprochen wurde.

„Nachdem sich das Land bei der Aufnahme der Flüchtlinge auf uns verlassen konnte, möchte ich mich jetzt auch finanziell auf die Landesregierung verlassen“, so Abruszat. Allerdings stehe Stemwede am Ende der staatlichen Hierarchie und müsse daher nun für die „gesamtgesellschaftliche Aufgabe“ aufkommen. Die finanziellen Mittel fließen dem Bürgermeister der Flächengemeinde zufolge nicht nur in Unterbringung und Versorgung, sondern in Integrationsleistungen und medizinische Ausstattung.

Seit Jahresbeginn habe es eine übersichtliche Anzahl an Zuweisungen gegeben; die nach Stemwede kommenden Flüchtlingsströme waren zuletzt stark rückläufig. „Mit der dezentralen Unterbringung sind wir auf dem richtigen Weg“, lobt Abruszat das bisherige Vorgehen. Es habe keine sozialen Konflikte aufgrund ethnischer Unterschiede gegeben, erinnert Stemwedes Bürgermeister und hebt die vielfältige Hilfe von Ehrenamtlichen und dem Life- House-Team hervor.

Neben dem Flüchtlingsheim am DRK-Gebäude an der Straße Steinkamp in Wehdem hält die Gemeindeverwaltung die ehemalige Grundschule in Westrup als mögliche weitere Unterkunft vor – als sogenannte Übergangslösung und Reserve. Allerdings sind die Verantwortlichen des Ordnungsamtes froh, bislang noch nicht darauf zurückgegriffen haben zu müssen, denn die Dezentralisierung hat oberste Priorität. Dennoch ist die ehemalige Grundschule am Nachtigallenweg, die im Jahr 2011 geschlossen wurde, bereits für die Unterbringung von weiteren Flüchtlingen ausgestattet.

Das kritisierte ein Teilnehmer des Ortsteilgesprächs in der Westruper Schützenhalle. Bürgermeister Abruszat stellt sich aber hinter die Entscheidung seines Vorgängers Gerd Rybak. „Die Verantwortlichen haben seinerzeit klug gehandelt“, findet Abruszat. Bei weiteren Zuweisungen von Flüchtlingen sei man auf alles vorbereitet, „denn niemand weiß, wie sich die gesamtpolitische Lage weiter entwickeln wird“. Auch künftig sei das Westruper Schulgebäude als Bevorratung vertretbar, meint Abruszat. Denn der Wohnungsmarkt der Flächengemeinde sei „wie leergefegt“.

In Kürze werde sich der Gemeinderat aber mit Fördergeldern beschäftigen müssen, die aufgrund der damaligen Planungen für eine Gesamtschule in Westrup beantragt worden waren. Stemwedes Bürgermeister spricht von einer Summe von rund 600 000 Euro, über die die Gemeinde mit der Bezirksregierung verhandeln müsse. „Wir versuchen eine faire Kostenverteilung auszuhandeln“, verspricht Abruszat, denn ihm zufolge dürfe der Gemeindehaushalt nicht zu stark durch die Rückzahlung getroffen werden. Eine vollständige Entbindung von der Rückzahlungspflicht sei nicht möglich, so Abruszat.

Sollte sich eine „interessante Alternative“ bieten, was die Nutzung der Westruper Grundschule angeht, so seien Bürgermeister und Ratsmitglieder zu Gesprächen bereit, erwiderte Abruszat auf die Nachfrage des Westrupers Torsten Bartsch, ob eine andere Nutzung vollkommen ausgeschlossen werde. 

abo

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