Haldemer diskutieren über Gestaltung der Außenanlage an der Heilig-Kreuz-Kapelle

Denkmal spaltet Meinungen

Gedenken ist wichtig – in diesem Punkt sind sich die Haldemer einig. Deswegen liegt ihnen die Zukunft des Denkmals am Herzen.

Haldem - Von Katharina Schmidt. Die Haldemer haben die Chance, die Außenanlage an der Heilig-Kreuz-Kapelle neu zu gestalten. Derzeit gibt es zwei Pläne, wie das Gelände aussehen könnte. Den ersten hatte der Oppenweher Landschaftsgärtner Thorsten Grabow Ende Juni vorgestellt. Einen Alternativ-Entwurf präsentierte Stefan Möller-Nolting am Donnerstagabend bei einer Infoveranstaltung des Arbeitskreises „Schemme“ im Haldemer Gemeindezentrum. Der wesentliche Unterschied: In der zweiten Skizze bleibt das Denkmal unverändert neben der Kapelle stehen.

Im Entwurf von Grabow war vorgesehen, das Denkmal um einige Meter zu versetzen und neu zu gestalten. Die Platten mit den Namen der Gefallenen sollten dabei erhalten bleiben. Einige Haldemer finden, dass das Denkmal den Blick auf die sanierte Kapelle stört. Früher verdeckte die mittlerweile abgerissene Discothek „Schemme“ den Blick auf die Rückseite des Ehrenmals.

Nicht alle sind dieser Meinung. Deshalb war bei einer früheren Infoveranstaltung der Wunsch geäußert worden, einen alternativen Plan zu entwickeln. Dieser Aufgabe nahm sich Stefan Möller-Nolting an. Für die Umsetzung der Ideen in einem Plan konnte er Landschaftsgärtner Dietmar Nolte gewinnen.

Der von Nolte gezeichnete Entwurf rückt das Denkmal in den Mittelpunkt. Die Idee: Es steht auf einem mit roten Klinkern gepflasterten Kapellen-Vorplatz. Ein Wasserspiel verziert die Rückseite des Mahnmals und symbolisiert gleichzeitig das Leben. Drumherum gibt es Sitzgelegenheiten. Wo früher die Schemme stand, sind Grünflächen, Büsche, ein größerer Platz zum Versammeln und ein Weg. All das ist kreisförmig um die Kapelle angeordnet.

Der Entwurf von Grabow sieht im Gegensatz dazu auf dem Schemme-Gelände Blumenwiesen und Obstbäume vor. Zudem hatte der Gärtner ein vor Blicken geschütztes Sandstein-Rondell vor dem Eingang der Trauerhalle eingeplant, ebenso wie einen Platz des Friedens westlich der Kapelle. Dort könnte das Denkmal in umgestalteter Form Platz finden.

Ratsmitglied Michael Hemann moderierte den Abend. Er betonte, dass noch nichts in Stein gemeißelt sei. Gesucht sei ein Plan, der für alle Haldemer tragbar ist. Hemann erinnerte zudem daran, dass Karl-Heinz Depenbrock den Bürgern eine einmalige Chance biete. Depenbrock ist Besitzer des ehemaligen Schemme-Geländes und Investor der Umgestaltung.

Zurück zum Denkmal, dem Haupt-Diskussionspunkt: „Das Ehrenmal stört eigentlich nicht die Kapelle“, meinte Stefan Möller-Nolting. Es sei ein Kulturgut und bilde zusammen mit der Kapelle aus westlicher Sicht ein schönes Bild. Die damaligen Erbauer kannten ihm zufolge die Verstorbenen und deren Vorstellungen von einem würdevollen Denkmal.

Die Verschmelzung des Mahnmals mit etwas Neuem – dem Wasserspiel – sei ein gutes Symbol und ein Kompromiss, lobte Thomas Ramm als Vertreter der Stiftung Heilpädagogisches Kinderhaus den Entwurf von Nolte und Möller-Nolting.

Weitere Argumente für den Erhalt des Denkmals in seiner jetzigen Form, die Anwesende nannten: Bei einem Abriss und einer Neugestaltung würden hohe Kosten entstehen, eine Veränderung wäre respektlos gegenüber den Toten und ein neues Denkmal ebenfalls massiv.

Demgegenüber standen die Stimmen derjenigen, die sich eine Veränderung des Ehrenmals erhoffen. Das Hauptargument: Es verdecke die Kapelle. Außerdem sei es schon einmal umgebaut worden.

Helga Steckel stellte auf der Informationsveranstaltung noch einmal den Entwurf von Thorsten Grabow vor (linke Zeichnung). Im Gegensatz zu dem von Nolte (rechts) könnte dabei das Ehrenmal versetzt und neu gestaltet werden. - Fotos: Schmidt

„Ich habe das Gefühl, das Haldem Angst hat, etwas Neues zu machen“, sagte eine Stemwederin. Eine andere stimmte ihr zu: „Das ist schade.“ Helga Steckel vom Arbeitskreis „Schemme“ meinte in diesem Zusammenhang, dass man es den nachfolgenden Generationen schuldig sei, ihnen etwas Schönes zu hinterlassen. Bei aller Uneinigkeit waren sich alle Anwesenden in einem Punkt doch einig: Es ist schön, dass sich so viele Haldemer für die Zukunft ihres Heimatortes einsetzen. Zu der Versammlung waren mehr als 40 Bewohner des Stemweder Ortsteils ins Gemeindezentrum gekommen.

Wie das Denkmal in Zukunft aussehen wird, soll bei einer weiteren Versammlung im November entschieden werden, damit die Umgestaltung Anfang nächsten Jahres beginnen kann.

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