Chaos trifft auf Ordnungswahn

Kleine Bühne Levern zeigt mit dem Stück „Ein ungleiches Paar“ großes Theater

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Welch ein Ärger: Der Truthahn, den Florence servieren wollte, ist verkohlt. Bei Kostümen und Requisiten haben die Verantwortlichen wieder einmal reichlich Kreativität bewiesen. 

Levern - Von Heidrun Mühlke. Die kleine Bühne Levern feierte am Wochenende Premiere mit ihrem neuen Stück „Ein ungleiches Paar“. Bei der ausverkauften Vorstellung am Freitagabend bejubelten die Zuschauer in der Kleinen Festhalle die acht Laienschauspieler unter der Regie von Martina Holle und amüsierten sich köstlich.

Die Geschichte spielt im Wohnzimmer der Sportjournalisten Olive (Kerstin Speckmeier). Sie führt ein etwas chaotisches, aber ein glückliches Single-Dasein. Woche für Woche trifft sie sich mit ihren Freundinnen Sylvie (Ulrike Langenberg), Mickey (Janet Lusmöller), Renee (Ulrike Tönsing) und Vera (Paula Melcher) zum Trivial-Pursuit-Spielen. Dass die Fragen bei den Damen durchaus schlüpfrig sind, versteht sich von selbst. Was wohl der stärkste Muskel im Körper des Mannes ist und wie oft im Jahr ein Pinguin Sex hat, darüber wird in fröhlicher Runde diskutiert.

An einem Abend fehlt jedoch eine im Bunde: Florence (Nicole Tegtmeyer). Die kommt völlig aufgelöst hinzu und berichtet, dass sie nach 14 Ehejahren rausgeworfen wurde. Großherzig bietet Olive der in Selbstmitleid zerfließenden Florence Unterschlupf und so nimmt das Schicksal seinen Lauf.

Kaum eingezogen, erobert Florence, mit Putztuch und Staubsauger bewaffnet, die Wohnung, es gibt sogar feste Mahlzeiten statt uralter Kekse. „Ich kann noch nicht einmal schmutzige Träume haben, ohne dass du sie wegputzt“, giftet Olive. An dem Ordnungswahn der Nervensäge Florence drohen sogar die gemütlichen Spielabende zu zerbrechen. Zoff ist vorprogrammiert.

Um die Wogen zu glätten lädt Olive die feurigen Spanier Manolo (Rüdiger Lusmöller) und Jesus (Wilfried Bartsch) zum Abendessen ein. Bei der mühsamen und nicht immer korrekten Aussprache der Männer sind Missverständnisse natürlich unvermeidbar. Beim Publikum gab es kein Halten mehr.

Lachsalven im Publikum

Die Leverner Darsteller bewiesen am Premierenabend: Neil Simons Boulevardkomödie „Ein ungleiches Paar“ hat bis heute nichts von ihrem Tempo und Sprachwitz verloren. Für die Laienspieler der Kleinen Bühne war es eine große Herausforderung, die sie mit Bravour gemeistert haben. Besonders die Dialoge der beiden Hauptdarstellerinnen Kerstin Speckmeier und Nicole Tegtmeyer begeisterten die Gäste und lösten bei den Zuschauern immer wieder Lachsalven aus.

Regisseurin Martina Holle half bei Bedarf auch leise flüsternd auf die Sprünge. Für Maske und Frisuren sorgten Marion Hahler, Kerstin Windhorst und Sieglinde Krohn, für Bühne und Technik Dietmar Hahler, Reiner Wehrmann und Jürgen Melcher. Für Thekendienst und Verpflegung zeichneten Jan-Chris Holle und Friedrich Tönsing mit einem engagierten Team verantwortlich.

Wie der Vier-Akter am Ende ausgeht, sei an dieser Stelle nicht verraten. Das dürfen Interessierte in den kommenden Aufführungen am Freitag, 4. November, und Sonnabend, 5. November, jeweils um 19.30 Uhr sowie am Sonntag, 6. November, um 17 Uhr wieder in der Leverner Festhalle erleben.

Seit einigen Jahren spendet die Kleine Bühne einen Teil des Eintrittsgeldes für einen guten Zweck. Diesmal unterstützen die Laienspieler den Spendenaufruf Daniela Schafmeiers, um für einen kleinen Jungen ein Hörgerät anzuschaffen.

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