19-Jähriger muss 60 Arbeitsstunden leisten

Tat zeugt von Gedanken eines Jugendlichen

Rahden/Diepholz - Weil ernach Ansicht der Jugendgerichtshilfe eine Reifeverzögerung aufweist, wurde ein 19-Jähriger jetzt nach Jugendstrafrecht verurteilt. Er musste sich vor dem Amtsgericht in Rahden wegen Fahrens unter Alkoholeinfluss verantworten. Die Tat hatte sich im Dezember vergangenen Jahres ereignet.

Der junge Angeklagte aus Rahden war gegen 4 Uhr mit seinem Auto in Diepholz umher gefahren. Als ihn eine Polizeistreifen anhalten und kontrollieren wollte, versuchte der 19 Jährige zu fliehen. Doch letztlich habe er angehalten. Bei dem jungen Mann wurde ein Alkoholwert von 1,95 Promille im Blut festgestellt, der Führerschein sofort eingezogen.

Er sei mit ein paar Freunden in der Disko Luma gewesen, erklärte der Angeklagte vor Gericht. „Wir haben Bier und Wodka getrunken“, erinnerte er sich an den Abend. Als er keine Lust mehr gehabt habe, sei er ins Auto gestiegen. „Ich wollte ein bisschen abschalten. Damit es wärmer wird, bin ich ein bisschen herumgefahren“, so der 19-Jährige.

Dann war die Polizei auf den Mann aufmerksam geworden, da er laut der Anklageschrift eine unsichere Fahrweise gehabt habe. Doch anstatt dem Hinweis zum Anhalten unverzüglich Folge zu leisten, habe der junge Mann auf einem Parkplatz gewendet und zu fliehen versucht. Erst nach dem Einschalten der Signal- und Lichtanlage am Polizeiwagen war der Angeklagte der Aufforderung gefolgt. Zwar habe sich der Mann an alles erinnern können und eine deutliche Aussprache gehabt, doch seine Augen seien gerötet gewesen, verlas die Staatsanwältin.

„Es war eine dumme Idee, den Wagen im Straßenverkehr zu bewegen“, hielt die Staatsanwältin dem Angeklagten vor, der sich für sein Verhalten entschuldigte. Mit Blick auf die Vergangenheit des jungen Mannes – „einige Schicksalsschläge waren für die Entwicklung nicht förderlich“, befand Richter Schebitz – und einem Eintrag im Strafregister wegen eines Diebstahls, plädierte die Staatsanwältin für eine Arbeitsauflage. „Sie haben ja ausreichend Zeit zur Verfügung“, meinte sie zu dem Teilzeitarbeiter und beantragte 60 Stunden sowie den Führerscheinentzug mit einer zusätzlichen Sperre von acht Monaten.

Dem kam Richter Schebitz nach und legte dem Mann 60 Arbeitsstunden auf, die er innerhalb von vier Monaten abzuleisten hat. „Die Tat lässt den Schluss zu, dass es sich um die Gedanken eines Jugendlichen gehandelt hat“, erklärte Schebitz zur Anwendung der Jugendstrafe. Da er sich kooperativ gezeigt habe und als Ersttäter gerechnet werde, „kommen wir hier mit Arbeitsstunden aus“, begründete er abschließend sein Urteil. - abo

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