Ausflugsziele öffnen am Tag des Denkmals ihre Pforten

Wertvolle Zeitzeugen

Freuen sich auf den Tag des Denkmals: (v.l.) Pfarrer Udo Schulte, Bürgermeister Dr. Bert Honsel, Heinrich Wiegmann, Berndt von Mitzlaff, Friedrich Schepsmeier, Vorsitzender des Weher Heimatvereins, und Stadtheimatpfleger Claus-Dieter Brüning. - Foto: Schmidt

Rahden - Imposante Kirchen, alte Arbeitsgeräte oder unscheinbare Hecken – Denkmäler sind vielfältig. Allen gemein ist, dass sie Wertvolles vor dem Vergessen bewahren. In Rahden gibt es allein rund 50 unter Denkmalschutz gestellte Gebäude. Einige von ihnen öffnen am Sonntag, 11. September, ihre Pforten zum bundesweiten Tag des offenen Denkmals.

Der Aktionstag steht in diesem Jahr unter dem Motto „Gemeinsam Denkmäler erhalten“. Die Wahl des Mottos soll darin erinnern, dass Denkmalschutz eine Gemeinschaftsaufgabe ist, die oft erst durch ehrenamtliche Helfer ermöglicht wird. So auch in Rahden. Was wären die Museumseisenbahn, der Museumshof, die Bockwindmühle und andere Denkmäler ohne Helfer? Bürgermeister Dr. Bert Honsel dankt ihnen und den Besitzern von Denkmälern. Sie würden viel Mühe, Zeit und Geld in die Erhaltung investieren.

Am 11. September können Besucher die Museumseisenbahn, den Museumshof, die Bockwindmühle und die St.-Johannis-Kirche ansteuern sowie an einer Radtour von Stadtheimatpfleger Claus-Dieter Brüning teilnehmen. Die Angebote sind umsonst, lediglich für die Fahrt mit der Museumsbahn fallen Kosten an. Das Programm im Detail:

Radtour

Neben den zahlreichen Baudenkmälern, Fachwerkhäusern und der alten Bahnhofsanlage gibt es in Rahden zahlreiche Naturdenkmäler wie Alleen, Hecken oder auch Obstbäume und Wallhecken. Vieles davon möchte Stadtheimatpfleger Brüning bei einer Fahrradtour zeigen. Dabei verspricht er einige Überraschungen und Einblicke in Denkmäler, die vielen sonst verborgen bleiben.

Treffpunkt ist um 13.30 Uhr der Parkplatz neben dem Rathaus an der Langen Straße 9. Die Tour dauert etwa zwei Stunden. Anmeldungen bei Brüning sind erforderlich, da die Teilnehmerzahl auf 25 Personen begrenzt ist. Der Stadtheimatpfleger ist unter Telefon 05771/608835 oder per E-mail an claus-und-gabi @t-online.de erreichbar.

Museumseisenbahn

Auf dem Gelände der Rahdener Museumseisenbahn befindet sich mit dem Bahnbetriebswerk sowohl das größte Denkmal in Rahden, als auch das kleinste. Bei letzterem handelt es sich um einen Gedenkstein für die im Ersten Weltkrieg gefallenen Eisenbahner. Zum Tag des offenen Denkmals nimmt die Museumseisenbahn mit historischen Triebwagen auf der alten Bahnstrecke, die damals nach Nienburg führte, Fahrt auf. Endstation ist inzwischen in Uchte. Die Abfahrtszeiten in Rahden sind um 8.30, 11 und 16 Uhr. In Uchte setzt sich die Bahn um 9.45, 13.30 und 17.15 Uhr in Bewegung. Um 15 Uhr, wenn der Wagen in Rahden steht, bietet das Team der Museumseisenbahn eine Führung über das Gelände mit dem Bahnbetriebswerk an. Im Anschluss könnten die Teilnehmer die Führung mit der nächsten Fahrt nach Uchte abrunden, schlägt Berndt von Mitzlaff vor. „Damit sie neben dem stehenden auch ein rollendes Denkmal besuchen können.“

Weitere Informationen erteilt von Mitzlaff unter Telefon 05771/94592 oder per E-Mail an berndt.vonmitzlaff@ t-online.de. Die Fahrradmitnahme ist kostenlos, das Ticket führ eine Fahrt kostet für Erwachsene acht Euro (Hin- und Rückfahrt 12 Euro). Kinder zahlen die Hälfte. Gruppen ab zwölf Personen erhalten Ermäßigung, sollten sich aber anmelden.

Museumshof

Das historische Bauerngehöft, auf dem sich auch eine alte Rossmühle befindet, steht Besuchern von 10 bis 18 Uhr offen. Im Lütken Hus sind Dauerausstellungen zur Leinenerzeugung und bäuerliche Kleidung sowie typische Rahdener Trachten zu sehen.

St.-Johannis-Kirche

Auch die Rahdener St.-Johannis-Kirche ist ein Baudenkmal. Der untere Kirchturm ist aus den Anfängen des 13. Jahrhunderts, erbaut wurde die Kirche 1581. Zwischenzeitlich wurde sie saniert und erweitert. Ab 10 Uhr steht ein festlicher Bläsergottesdienst auf dem Programm. Von 13 bis 17 Uhr öffnet die Kirche dann – wie jeden Sonntag um diese Zeit sowie dienstags bis sonnabends von 13 bis 18 Uhr – ihre Pforten. Turmführungen sind am Tag des Denkmals nach Bedarf ab 14 Uhr möglich. Übrigens: Früher wurden Kirchen durch Mühlen finanziert. Das leitet zu einer weiteren Station in Rahden über.

Bockwindmühle

Die Weher Bockwindmühle ist ein mindestens 400 Jahre altes Arbeitsgerät, dessen ursprünglicher Schrotgang noch heute funktioniert. Am 11. September kann sie von 11 bis 17 Uhr besichtigt werden. Heinrich Wiegmann, Dieter Windmöller, Oskar Weiherich und Eduard Gutjar bieten bei Bedarf Führungen an.

Außerdem organisiert der Weher Heimatverein einen Mahl- und Backtag. Dass heißt, es gibt selbstgemachte Leckereien, von Dinkelwaffeln und Kuchen aus dem Steinbackofen bis zu Bratwurst. Es ist einer von zwei Mahl- und Backtagen im Jahr ohne Musik. Stattdessen führen die Dreschflegelgruppe aus Sielhorst und die Tonnenheider Strickeschläger altes Handwerk vor.

Durch die Mahl- und Backtage wird die Bockwindmühle laut dem Vorsitzenden des Weher Heimatvereins, Friedrich Schepsmeier, nicht nur der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Es werde auch Geld gesammelt, um das Denkmal weiterhin unterhalten zu können. 

ks

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