Erinnern an Opfer von Krieg und Gewalt

Volkstrauertag: Verantwortung für die Zukunft übernehmen

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In Sielhorst feierten Vereine ebenfalls den Volkstrauertag. 

Rahden / Stemwede - Der Volkstrauertag steht für das Gedenken an die Opfer von Krieg und Gewalt in aller Welt. Mit Kranzniederlegungen, Feierstunden und Andachten erinnerten auch Menschen in Stemwede und Rahden an die vielen Toten der beiden Weltkriege sowie an die zivilen Opfer von Terror- und Gewaltanschlägen, Verwundete und Hinterbliebene.

„Wir dürfen das Schicksal des Einzelnen nicht vergessen“, stellte Pfarrerin Gisela Kortenbruck beim Bittgottesdienst in der Sielhorster Kapelle heraus. Bei der Flut der Schreckensbilder sei das zwar nicht einfach, aber „Gott führt uns auf den Weg des Friedens“, ist sie sich sicher. Kortenbruck erklärte zum Hintergrund des Volkstrauertags: „Er lenkt den Blick auf Tod und Leid, aber diese sollen nicht das letzte Wort haben.“ Dem stimmte Sielhorsts Ortsvorsteher Wilhelm Kopmann zu. „Wir trauern gemeinsam über die Brutalität und die Gewissenlosigkeit der Kriege. Aber wir erinnern auch an den Frieden, die Völkerverständigung und die Menschenrechte“, so Kopmann bei der Kranzniederlegung auf dem Friedhof.

Bevor Drohner Bürger und Abordnungen der Feuerwehr sowie Schützenverein zum Gottesdienst zur Gedenkfeier nach Dielingen fuhren, legten sie an ihrem Ehrenmal den Kranz nieder. „Viele Namen stehen auf den Tafeln. Heute stehen wir gemeinsam hier, um der Männer zu gedenken, die in den großen Kriegen des zurückliegenden Jahrhunderts ihr Leben auf meist schreckliche Weise verloren haben“, machte Stemwedes Gemeinderatsmitglied Brigitte Höger-Allhorn deutlich. Das Gedenken gelte den Soldaten sowie den Menschen, die durch Krieg oder in Gefangenschaft, als Vertriebene und Flüchtlinge ihr Leben verloren haben.

„Wir Versammelten leben in Frieden und Freiheit. Aber wie wird es weitergehen?“, fragte Höger-Allhorn hinsichtlich der gegenwärtigen Krise in Europa und dem Wahlausgang in Amerika. „Wir dürfen Populisten keinen Raum geben“, betonte sie – friedliche Konfliktlösungen verlangten ein einiges Europa, in dem sich die Eigenheiten seiner Völker wiederfänden.

„Es sehnen sich alle nach Frieden“, stellte die Drohnerin fest. Aktuell scheine es jedoch fast unmöglich, diesen zu finden oder zu bewahren. „Aber unser Leben steht im Zeichen der Hoffnung“, so Höger-Allhorn. „Aus Gedenken muss Nachdenken werden“, machte sie klar.

Ein ganz besonderes Datum war der Volkstrauertag für die Gedenkfeier am Ehrenmal an der Wehme in Rahden, denn zum genau 50. Mal jährte sich dort die Kranzniederlegung. „Wir sind verantwortlich für das, was wir tun, aber auch für das, was wir unterlassen“, hatte Pfarrer Hanns Meiners im Gottesdienst in der St. Johanniskirche an die Gläubigen appelliert. Mehr als 70 Jahre habe es in Deutschland keinen Krieg gegeben. „Wir müssen uns anstrengen, damit dies auch so bleibt“, so der Seelsorger in seiner Gedenkansprache am Mahnmal.

Das Gedenken der Toten beider Weltkriege richte sich nicht nur auf das eigene Land, sondern weltweit über alle Ländergrenzen hinweg. „Wir wollen dafür eintreten, dass so etwas nie wieder geschehen kann.“ Frieden und Sicherheit seien ein Geschenk, das auch an jene weitergereicht werden müsse, die vor Krieg und Terror nach Deutschland, auch nach Rahden geflüchtet seien. „Unser Blick ist nach vorn gerichtet“, so Meiners. Aus den Geschehnissen der Vergangenheit erwuchs die Einsicht der Notwendigkeit einer gemeinsamen Politik, die es mit der Europäischen Union zu erhalten gelte. „Aus der Vergangenheit, aus dem Gedenken an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft und dem Erinnern der Geschichte unseres Landes wächst die Verantwortung für die Zukunft: So etwas Verheerendes soll nie wieder geschehen.“

Rahdens Ortsvorsteher Reinhard Warner legte für die Stadtverwaltung, Schützengilde, Feuerwehr und Marinekameradschaft den Kranz nieder. 

hm / abo / Art

Landesfeier zum Volkstrauertag in Verden

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