28-Jähriger muss Geldstrafe für unerlaubtes Entfernen vom Unfallort zahlen

Urteil als Warnung

Das Rahdener Amtsgericht hat einen Autofahrer verurteilt, weil er sich unerlaubt vom Unfallort entfernte. - Symbolbild: dpa

Rahden - Weil sich ein 28-jähriger Autofahrer nach einem Unfall unerlaubt vom Unfallort entfernt hatte, wurde er nun vom Amtsgericht in Rahden zu einer Geldstrafe verurteilt. Außerdem verhängte der Richter eine dreimonatige Sperre über den bereits seit dem Unfall bestehenden Führerscheinentzug des Rahdeners. Den Schock nach dem Unfall berücksichtigte Richter Schnasse in seinem Urteil und führte darauf letztlich auch die rechtswidrige Reaktion des Autofahrers zurück.

Dieser hatte der Anklage zufolge im November vergangenen Jahres in den frühen Morgenstunden seinen Wagen unter Alkoholeinfluss gesteuert und sich damit der Straßenverkehrsgefährdung schuldig gemacht. Als der heute 28-Jährige dann einen Leitpfosten und ein Straßenschild überfahren hatte, streifte der Rahdener noch eine Baumgruppe und kam schließlich im Graben zum Stehen. Schlaf am Steuer soll der Grund für den Unfall gewesen sein, der mit einem Schaden von 4000 Euro bei der Polizei aufgenommen worden war, führte die Staatsanwältin nun aus.

Als mögliche Ursache stand der Vorwurf „Fahren unter Alkoholeinfluss“ im Raum, da der 28-Jährige der Anklage zufolge kurzfristig am Steuer eingeschlafen sein soll. „Das kann auch andere Ursachen gehabt haben“, sagte der Verteidiger im Namen seines Mandanten, der von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch machte.

„Ich sehe den Alkoholvorwurf nicht ein“, so der Jurist, der darauf verwies, dass bei einem Alkoholtest am Nachmittag des besagten Novembertags ein Promillewert von Null bei dem Mann festgestellt worden war. Zwar hätten Zeugen ausgesagt, dass der Fahrer deutlich alkoholisiert gewesen war, erwiderte die Staatsanwältin. Am Ende einigten sich die Parteien aber auf die Einstellung dieses Anklagepunktes, da von den geladenen Zeugen niemand zum Termin im Amtsgericht erschienen war.

Blieb der Vorwurf des unerlaubten Entfernens vom Unfallort: Der Angeklagte und sein Beifahrer blieben bei dem Unfall unverletzt und entfernten sich anschließend zu Fuß vom Unfallort, hieß es in der Anklage. „Vermutlich sind die Männer wegen des Schocks abgehauen“, sagte der Verteidiger. Schließlich seien sie gesehen worden.

„Im ländlichen Raum ist man auf seinen Führerschein angewiesen, um mobil zu sein“, versuchte der Verteidiger, ein günstiges Urteil für den Rahdener auszuhandeln. Da der Mann seit dem Unfall keinen Führerschein mehr besitzt, forderte er nun nur noch eine drei Monate währende Sperrfrist sowie eine Geldstrafe in Höhe von ingesamt 1 200 Euro.

Die Staatsanwältin hingegen plädierte für eine Geldbuße von 1 800 Euro und hielt dem Angeklagten zugute, dass er zugegeben hatte, das Auto gefahren zu haben. Aus dem Auszug des Vorstrafenregisters ging zudem eine Eintragung für zu schnelles Fahren hervor.

Am Ende verhängte Richter Schnasse 25 Tagessätze von jeweils 60 Euro sowie die von den Juristen geforderte Sperrfrist für den Führerschein des 28-Jährigen. „Sehen Sie die Verurteilung als Warnung“, gab der Richter dem Angeklagten mit auf den Weg, „künftig sollten Sie in solch einem Fall die entsprechenden Vorkehrungen und Maßnahmen treffen“. - abo

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