Manga-Zeichnerin Alexandra Völker malt mit Kindern japanische Figuren

Pokémon und Chibis erobern den Bahnhof

Manga-Fans: Annabel (l.) und Maron zeichnen im Rahdener Bahnhof fleißig mit. Die Ergebnisse können sich sehen lassen.

Rahden - Von Katharina Schmidt. Weltweit laufen derzeit Menschen mit der Spiele-App „Pokémon Go“ durch die Straßen und versuchen, mit ihrem Smartphone virtuelle japanische Monster zu fangen. Anstatt sie nur zu jagen, erschufen Kinder aus Rahden und Umgebung gestern ihre eigenen Kreaturen. Bei zwei Workshops der deutschen Manga-Zeichnerin Alexandra Völker lernten sie, Pokémon, Chibis und andere Figuren im Manga-Stil zu malen. Die Kurse bot der Rahdener Kultur-Verein Kul-Tür im Rahmen des Kulturrucksacks NRW und der Rahdener Ferienspiele an.

Alexandra Völker ist als Manga-Zeichnerin erfolgeich. Wie das Zeichnen in dem japanischen Stil gelingt, zeigt sie bei Workshops. - Fotos: Schmidt

Mühelos zeichnet Alexandra Völker ein paar geschwungene Linien auf ein Blatt Papier. Ein kurzer kritischer Blick, ein zufriedenes Lächeln, dann hält sie das Blatt hoch. Fünf Kinder sitzen mit der Manga-Zeichnerin am Tisch im Rahdener Bahnhof. Konzentriert zeichnen sie die Linien nach. Dabei sehen sie deutlich angestrengter aus als Alexandra Völker, doch die Ergebnisse können sich sehen lassen. Strich für Strich entstehen die für den Manga-Zeichenstil bekannten großen Augen – oder wie Völker mit ihrer aufgeweckten Art sagt: „die großen coolen Glubschis“. Noch eine „Stupsnase“, „Heidi-Wangen“ und fertig ist das Chibi-Gesicht. Chibis sind kleine, kindlich anmutende Manga-Figuren.

„Sailor Moon“ löst Leidenschaft aus

Alexandra Völker kommt ursprünglich aus Hamm. Bereits mit drei Jahren hatte sie die Tapeten in ihrem Zimmer bemalt, wenige Jahre später nahm sie privaten Kunst-Unterricht. Ihre Liebe zu Mangas entdeckte sie durch die Buch-Reihe und Anime-Sendung „Sailor Moon“. Mittlerweile hat die 30-Jährige sechs eigene Comics veröffentlicht. Außerdem gibt sie Zeichenkurse und studiert an der Folkswang Universität der Künste in Essen Kunst- und Designwissenschaft.

Nachdem alle ihre Chibis gemalt haben, geht es mit einer Zeichnung des Pokémon Pikachu weiter. Außerdem verschönern die jungen Teilnehmer des Kurses Lesezeichen mit ihren Werken und falten Origami-Kraniche. Insgesamt zeichnen und basteln sie etwa zwei Stunden lang. Zwischendurch plaudert Völker munter von ihrer Schulzeit oder der Erleichterung ihrer Arbeit durch Bildbearbeitungs-Programme. Außerdem gibt sie Tipps. „Als gute Manga-Zeichner passen wir vor allem in Mathe auf“, sagt sie. Denn beim Zeichnen gehe es oft um Symmetrie, Winkel und die passende Perspektive.

Gespannt hören ihr die Kursteilnehmer zu. Alle bekennen sich, Fans der japanischen Figuren zu sein. Die elfjährige Maron aus Rahden vermutet den Ursprung ihrer Leidenschaft in ihrer Familie. „Mein Vater zeichnet auch Mangas“, berichtet sie. Auch ihre Schwester male schon richtig gut.

Neben Maron sitz Annabel aus Oppenwehe, ebenfalls elf Jahre alt. Auch sie ist mit Begeisterung bei der Sache. Auf den Geschmack von Mangas ist sie durch die Serie „Sailor Moon“ gekommen, genau wie Alexandra Völker.

Die Zeichnerin scheint die Liebe zu „Sailor Moon“ im Übrigen noch immer nicht losgelassen zu haben. Die Anime-Figuren zieren noch heute die Hülle ihres Handys.

Kulturrucksack 

Kulturrucksack NRW ist ein Programm des Landes Nordrhein-Westfalen, das in Zusammenarbeit mit Kommunen und Kulturvereinen angeboten wird. Ziel ist es, allen Kindern und Jugendlichen die Tür zu Kultur zu öffnen. Für das Programm stellt das Kultusministerium jährlich rund drei Millionen Euro zur Verfügung. Dadurch können Kurse wie der Manga-Workshop im Rahdener Bahnhof kostenlos angeboten werden. Weitere Infos unter:

www.kulturrucksack.nrw.de

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