Besucher erkunden am Tag des Denkmals historische Orte

Nächster Stopp: Vergangenheit

Heiner Schröder aus Pr. Oldendorf (r.) begutachtete erstmals die Drehscheibe am Rahdener Bahnbetriebswerk, an der sein Vater einst mitgearbeitet hatte. - Fotos: Schmidt

Rahden - Die Stadt Rahden ist mit der Zeit gegangen und hat sich verändert. An vieles erinnern nur noch Erzählungen von den Großeltern oder vergilbte Dokumente. Umso wertvoller sind Denkmäler, die Vergangenes erlebbar machen – zum Beispiel die St. Johannis-Kirche, die Museumseisenbahn, der Museumshof oder die Bockwindmühle in Wehe. Sie öffneten gestern im Rahmen des bundesweiten Tags des Denkmals ihre Pforten.

Für Heiner Schröder war es ein besonderer Tag. Der gebürtige Pr. Oldendorfer sah zum ersten Mal die Drehscheibe vor dem Bahnbetriebswerk. Sein Vater, ein Bauunternehmer, habe damals daran mitgearbeitet, erzählte er. Während er das sagte, stand er mitten auf der Scheibe. Der mittlerweile 74-Jährige erinnerte sich daran, dass die Rahdener Bahn durch seinen Vater fast täglich Thema am Esstisch gewesen sei.

Viele Besucher haben es gestern wie diese Gruppe gemacht und die Spitze des Kirchturms der St. Johannis-Kirche erklommen.

Schröder ist nicht der Einzige, der den Tag des Denkmals nutzte, um hinter die Kulissen der Museumseisenbahn zu blicken. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter der historischen Bahn und der Eisenbahn-Chronikgruppe zeigten Interessierten ihre Ausstellung im Obergeschoss des Bahnhofsgebäudes, öffneten die Türen des Bahnbetriebswerks und präsentierten Ausstellungsstücke. 

Presbyterin Brunhilde Meier (2.v.l.) zeigte ihren Nachbarn das Uhrwerk der Kirchturm-Uhr.

Zum Beispiel ein Schienenstück von 1887 – eine Rarität. Oder eine umfangreiche Sammlung von Uniform-Mützen der Bahn aus aller Welt. Teile der Sammlung sind zudem Signalpläne, Fernschreibebücher, Fotografien und vieles mehr. Natürlich fuhr die Museumseisenbahn an diesem Tag ihre gewohnte Strecke nach Uchte und zurück. Auch das nahmen einige Besucher wahr – und anders als moderne Züge bremste der Schaffner in dem historischen Zug auch noch mal, als Sekunden nach der Abfahrt noch verspätete Fahrgäste auf dem Fahrsteig erschienen sind.

Derweil erkundeten andere Ausflügler in der Innenstadt den Turm der St. Johanniskirche. Steile Treppen aus Stein und Holz führen bis nach oben, vorbei an beeindruckenden Glocken und dem in Melle gefertigten Uhrwerk der Kirchturm-Uhr, das seit 1934 die Zeit zählt. Anblicke, die den mühseligen Aufstieg belohnen.

Die Dreschflegelgruppe aus Sielhorst demonstrierte die Funktionweise historischer Maschinen.

Etwas gemütlicher ließen es die meisten Besucher der Bockwindmühle Wehe angehen. Bei einem Mahl- und Backtag tranken sie Kaffee und aßen Kuchen, Bratwurst sowie Dinkelwaffeln. Dabei hatten sie Gelegenheit, der Dreschflegelgruppe aus Sielhorst und den Tonnenheider Strickeschlägern über die Schulter zu schauen. Natürlich lädt auch die Mühle dazu ein, in die Vergangenheit abzutauchen. Die Mitglieder des Heimatvereins standen dazu mit umfangreichem Wissen zur Verfügung.

Ein weiteres Denkmal, das geöffnet hatte, war der Museumshof. Außerdem führte Stadtheimatpfleger Claus Dieter-Brüning eine Gruppe von Radfahrern zu verborgeneren Denkmälern.

Bundesweit zählten die Veranstalter bei Denkmälern und Themenführungen rund vier Millionen Besucher. Das teilt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz als bundesweite Koordinatorin der Aktionen mit.

ks

Mehr zum Thema:

Wintersport in der Skihalle Neuss

Wintersport in der Skihalle Neuss

Was aktuelle Smartwatches wirklich können

Was aktuelle Smartwatches wirklich können

Ab in die Berge: Das sind die Trends beim Winterurlaub

Ab in die Berge: Das sind die Trends beim Winterurlaub

BVB holt mit starkem 2:2 bei Real den Gruppensieg

BVB holt mit starkem 2:2 bei Real den Gruppensieg

Meistgelesene Artikel

Besucher erleben Zauber der Leverner Weihnachtswelt

Besucher erleben Zauber der Leverner Weihnachtswelt

THW freut sich über neuen Anhänger und Mannschaftslastwagen

THW freut sich über neuen Anhänger und Mannschaftslastwagen

Fahrer stirbt bei Unfall in Espelkamp

Fahrer stirbt bei Unfall in Espelkamp

Nachdenkliche Töne

Nachdenkliche Töne

Kommentare