Kartoffelmarkt in Wehe

Ein Markt für das wohl beliebteste Lebensmittel

Mit dieser alten Maschine wurden früher Kartoffeln sortiert. Über das Gitter liefen auch am Sonntag die großen Knollen, die kleinen fielen durch und landeten in den Eimern. Diese Technik war für die jüngeren Besucher äußerst spannend. - Foto: Bokelmann

Wehe - Gekocht, roh, gegart oder als Pommes und zu Reibekuchen verarbeitet – die Kartoffel stand am Sonntag im Mittelpunkt des Geschehens in Wehe. Zum Kartoffelmarkt kamen wiedermal unzählige Besucher und flanierten über die rund 500 Meter lange Festmeile.

Unmittelbar nach der Eröffnung hatten die ersten Ausflügler bereits einen Sack voller Erdäpfel am großen Lastwagen des Weher Landhandels Wiegmann geordert und ließen diesen von den Mitarbeitern per Sackkarre zum Auto befördern. Am besten verkaufe sich die Belana-Knolle, eine festkochende Speisekartoffel, so die Erfahrung der Mitarbeiter. Gerne würden die Rahdener den alljährlichen Kartoffelmarkt in Wehe dazu nutzen, die ersten Einkellerungskartoffeln nach Hause zu tragen, berichteten die fleißigen Männer.

Aber auch Kürbisse, Marmeladen und Essigessenzen sowie andere herbstliche Besonderheiten und Dekorationen weckten das Interesse der Besucher. Zudem trug wohl auch das gute herbstliche Wetter dazu bei, dass die Weher Straßen schnell voll waren – wo nicht an Ständen geguckt oder Leckeres verkostet wurde, parkten die Besucher ihre Autos. Bei der Koordination und Parkplatzsuche waren die Mitglieder der Weher Löschgruppe der Freiwilligen Feuerwehr Rahden behilflich.

Der Weher Kartoffelmarkt wird bereits seit 1997 veranstaltet und bestach auch an diesem Wochenende wieder mit einer Mischung aus kulinarischen Angeboten und historischen Attraktionen. Denn die Oldtimerfreunde aus Bad Holzhausen hatten diverse Trecker aus den Baujahren der 60er- und 70er-Jahre auf der Straße Zur Bockwindmühle geparkt. Deutz, Güldner und Kramer ließen bei den älteren Besuchern Erinnerungen wach werden, bei den jüngsten sorgten sie eher für großes Staunen und Aufregung. Denn die Besitzer der alten Schlepper, die unter anderem aus Wagenfeld, Bahrenborstel und Wehrbleck kamen, ließen Treckerfans auch auf ihren Schätzchen Platz nehmen und erklärten nebenbei die Technik der PS-starken Gefährte.

Mehr als 50 Jahre alt waren auch die landwirtschaftlichen Geräte, die vor dem Landhandel Wiegmann in Aktion gezeigt wurden: ein alter Kartoffelpflug und eine handbetriebene Sortiermaschine, beides kannten die älteren Landwirte unter den Ausflüglern noch vom eigenen Hof. Für die Kinder war es hingegen ein großer Spaß, einmal die Kurbel an der Sortiermaschine zu drehen und damit die Knollen über das Gitter rollen zu lassen. Am Ende fielen die kleinen Kartoffeln in einen Eimer, die großen Exemplare wanderten in die Kartoffelsäcke.

Davon gingen am Sonntag wohl mehrere Hundert Stück über den Verkaufstresen, denn die Kartoffel zählt zu den wichtigsten Nahrungsmitteln der Welt. Und während die klassischen Sorten wie Princess, Gala und Cilena, teilweise von heimischen Feldern, teilweise aber auch aus der Lüneburger Heide, aufgrund ihrer Beliebtheit gekauft wurden, war bei Sigrid Döding auch Experimentierfreude gefragt.

Die Essernerin zeigte an ihrem Stand alte Kartoffelsorten, die unter anderem durch ihre farbigen Knollen ins Auge stachen. „Das ist ein Hobby von mir“, berichtete Döding, denn die alten Sorten sind ihr zufolge nicht so ertragsreich. Zudem hätten beispielsweise der Blaue Schwede und die Shetland Black einen anderen Geschmack, erklärte die Kartoffelexpertin.

Kartoffelmarkt in Wehe

Für die beliebten Weher Pfannkuchen verwendeten die fleißigen Helfer aber doch die altbewährten Kartoffelsorten. Für die Spezialität nahmen die Besucher gegen Mittag auch längere Warteschlangen in Kauf. Diese bildeten sich auch am Büfett im Dorfgasthaus Schwettmann-Rüter, zu dem die Mitorganisatoren eingeladen hatten. Zu Schweineschnitzel und Matjes passten Bratkartoffeln und gekochte Kartoffeln hervorragend, attestierten die Gourmets. Andere ließen sich indes Zwiebelkuchen, Kartoffel- oder Kürbissuppe schmecken, denn der Marktgang machte offenbar hungrig.

Für den Nachmittag hatte sich das Duo „Leuchtfeuer“ angekündigt, um dem Treiben noch eine musikalische Note zu verleihen. Sie stimmten Schlager an, während frische Kuchen und Torten über die Theke gingen.

abo

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