Sommerfest bei Naturkind lockt Besucher in den Wald

Ein Jahr voller positiver Überraschungen

Kreativ: Mit (v.l.) Melisa Löchert und Karina Oetting bastelten die Kinder Indianerschmuck. - Fotos: Mattlage

Wehe - Vor einem aus Ästen, Stämmen und Tannenzweigen gebauten Tipi-Zelt sitzen zwei Mädchen auf dem Laubboden und basteln mit Federn, Pappe, und Farbe bunten Indianerschmuck. Um sie herum stehen große Bäume, über ihren Köpfen rauscht das Blätterdach des Waldes.

Von der angrenzenden Wiese dringt vergnügtes Lachen herüber. Dort toben und spielen weitere Kinder, streicheln Esel, Ziegen und Pferde, filzen mit Wolle oder backen „Sandkuchen“ im großen Sandkasten. Diese Szene ereignete sich am Samstagnachmittag in Wehe und zwar im Rahmen des großen Sommerfestes von Naturkind. Zu diesem kamen mit rund 300 interessierten Besuchern mehr als erwartet. 

Neben selbstgebackenem Kuchen und einem Grillbüfett gab es vor allem viele Aktionen für Kinder wie zum Beispiel Glücksrad drehen. Dennoch dürften die eingangs beschriebenen Szenen inmitten des quirligen Sommerfest-Treibens durchaus auch für den ganz normalen Alltag der Einrichtung repräsentativ sein.

Naturkinder in Aktion: (v.l.) Sabrina Löchert, Christina Hilgenberg und Eva Fuchs zeigen, wie Nassfilzen mit Wolle funktioniert.

Der Naturkind-Verein bietet integrative Kindertagesbetreuung und ein sich noch im Aufbau befindliches Bildungszentrum. Vor einem Jahr haben Eva Fuchs und Christina Hilgenberg mit dem Projekt gestartet. „Im zurückliegenden Jahr haben wir nur positive Überraschungen erlebt“, sagen die Vereinsgründerinnen mit leuchtenden Augen. Ihr Angebot sei super angenommen worden, es sei alles „sehr fix“ gegangen. Schon nach einem halben Jahr sei die Gruppe für die Großtagespflegestelle voll gewesen, berichten Fuchs und Hilgenberg. 

Diese besteht aus neun Kindern unter drei Jahren und zeichnet sich besonders durch zwei Dinge aus: Zum einen durch die familiäre Atmosphäre der kleinen Gruppe und zum anderen durch die Nähe zu Tieren und Natur. Gespielt wird immer draußen, nur wenn das Wetter ganz schlecht ist, ziehen sich Kinder und Betreuer in einen gemütlichen Bauwagen zurück.

Essen aus dem eigenen Garten

Gekocht wird selbst, die Zutaten stammen aus dem eigenen Garten, der mit den Kindern gepflegt, bepflanzt und saisonal geerntet wird.

Das Sommerfest von Naturkind in Wehe bot spaßige Aktionen und zog rund 300 Besucher an.

Wegen des überraschenden Erfolgs der Großtagespflegestelle sei die Vereinsarbeit bislang etwas kurz gekommen, berichten die beiden jungen Frauen. Das ist nun die nächste „Baustelle“. Ab September wird zum Beispiel eine wöchentliche „Waldgruppe“ für Kinder zwischen vier und neun Jahren ermöglicht. Weitere Angebote des gemeinnützigen Vereins sind Esel- und Ziegenwanderungen, Reitunterricht und Pferdeerlebnisse oder Ferienspiele und Kindergeburtstage.

Das Projekt Naturkind ist eine tolle Erfolgsgeschichte und ein wahr gewordener Traum. Eva Fuchs und Christina Hilgenberg, die gebürtig aus Wehe und Frotheim stammen, haben in Bielefeld zusammen „Pädagogik der Kindheit“ studiert. Beide wünschten sich, in ihre spätere Arbeit Natur, Tiere und Bewegung mit einzubringen und entwickelten als gemeinsame Abschlussarbeit ein entsprechendes Modell.

Dieses kann heute in Wehe live und in Farbe erlebt werden. Das Team besteht inzwischen aus fünf Personen und hat auch schon Schülerpraktika ermöglicht. Wer den sich selbst finanzierenden Verein fördern möchte, kann Naturkind mit einer Spende unterstützen. - mama

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