Stadt Rahden schließt Konzessionsvertrag ab

Innogy sichert Stromversorgung

Bauamtsleiter Dieter Drunagel (v.r.), Bürgermeister Dr. Bert Honsel sowie Mitarbeiter der Innogy-Gesellschaft sind froh, in den kommenden 20 Jahren zusammenzuarbeiten. - Foto: Schmidt

Rahden - Seit mehr als hundert Jahren ist die RWE für die Rahdener Stromversorgung zuständig. Daran soll sich bis 2036 nichts ändern. Die Stadt Rahden hat gestern den Konzessionsvertrag für die Stromversorgung ihrer Bürger verlängert. Der Vertragspartner heißt nun zwar Innogy, dabei handelt es sich jedoch um eine Tochtergesellschaft der RWE. Innogy bündelt innerhalb des Konzerns die Aktivitäten rund um erneuerbare Energieformen und Netzwerke.

Rahdens Bürgermeister Dr. Bert Honsel unterzeichnete den Vertrag gemeinsam mit Ludger Flohre, Leiter Kommunen und Konzessionen in der Region Osnabrück der Innogy. Der Stromversorger wurde mit Hilfe der Kommunalagentur NRW unter vier Bietern ermittelt. Das Verfahren samt Ausschreibung hat etwa zwei Jahre in Anspruch genommen.

Die nun getroffene Vereinbarung: Die Stadt Rahden erteilt der Innogy das Recht, öffentliche Straßen, Wege und Plätze zur Legung von Versorgungsleitungen in Anspruch zu nehmen und die Energieversorgung in der Kommune zu gestalten. Das Unternehmen verpflichtet sich im Gegenzug dazu, eine sichere Energieversorgung zu gewährleisten und die vertraglich festgelegte Konzessionsabgabe an die Kommune zu zahlen. Diese liegen laut Bauamtsleiter Dieter Drunagel für Strom und Gas zusammen bei rund 500.000 Euro im Jahr. Die Konzessionsabgaben für Gas liegen dabei deutlich unter denen für Strom. Das ist laut Flohre darauf zurückzuführen, dass die Stromversorgung wesentlich komplexer sei. Sie müsse zum Beispiel mit deutlich schneller wechselnden Lasten zurechtkommen.

Eine Herausforderung könnte laut dem Innogy-Mitarbeiter in Zukunft die mögliche flächendeckende E-Mobilität darstellen. Hunderte Autos könnten nachts gleichzeitig an Ladestationen angeschlossen sein. Für eine solche Belastung sei das Netz bisher noch nicht ausgelegt. Als mögliche Lösungsansatz nennt Flohre „intelligente Ladezeiten“ – Autos von Nachbarn könnten in der Nacht nicht parallel, sondern zeitversetzt „getankt“ werden.

Für die Rahdener ändert sich durch den Abschluss des Konzessionsvertrages übrigens nichts. Die Innogy Gesellschaft stellt lediglich die Infrastruktur bereit. Stromverträge können auch mit anderen Anbietern abgeschlossen werden, die die entsprechende Infrastruktur wiederum anmieten.

„Wir freuen uns sehr, dass die Stadt Rahden uns erneut das Vertrauen für eine zuverlässige Stromversorgung geschenkt hat“, erklärte Ludger Flohre. Auch Drunagel zeigte sich zufrieden: „Es ist für uns unheimlich wichtig, einen starken Partner für die Stromversorgung zu haben – und ich denke, den haben wir.“

ks

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