„Rat der Heimatpfleger“ tagt am Rahdener Museumshof

Herausforderungen der Zukunft an Heimatmuseen

Der Museumshof Rahden lockt regelmäßig Besucher nach Kleinendorf. Bald wird das historische Gehöft der Veranstaltungsort des „Rats der Heimatpfleger“ sein. - Archivbild: Bokelmann

Minden-Lübbecke/Rahden - Nachdem im vergangenen Jahr im Rahmen der Neuwahl des Kreisheimatpflegers auch einstimmig ein Grundlagenpapier für die Heimatpflege im Kreishaus verabschiedet worden war, ist der „Rat der Heimatpfleger“ neu formiert und besetzt worden. Ferner wurde beschlossen, einen Kreisheimattag mindestens im zweijährigen Turnus zu veranstalten.

Aus Anlass des 50-jährigen Bestehens des Museumshofes in Kleinendorf findet die Tagung in diesem Jahr am 20. August auf Anregung des Stadtheimatpflegers Claus-Dieter Brüning in Rahden statt. Kreisheimatpfleger Friedrich Klanke sah in diesem Vorschlag auch eine gute Verbindung zur inhaltlichen Ausrichtung des Kreisheimattages.

Mit kreisweit rund 60 Einrichtungen biete das Kreisgebiet eine vielfältige Museumslandschaft, wobei zahlenmäßig die Heimatmuseen und Heimatstuben dominierten, so der Kreisheimatpfleger, der dabei auf die dort ehrenamtlich und kontinuierlich oft über viele Jahrzehnte geleistete Arbeit hinwies.

Mehrere Heimatvereine seien zudem selbst Träger von Museen und Heimatstuben. Bei gemeindlicher oder städtischer Museumsträgerschaft gebe es dort teilweise hauptberuflich besetzte Leitungs- und Mitarbeiterstellen, wie beispielsweise in Bad Oeynhausen und Minden. Zusätzlich ehrenamtliches Engagement sei aber auch hier im Sinne einer lebendigen Museumsarbeit unverzichtbar.

Ohne diesen Einsatz bei Unterstützung von Sponsoren und privaten Spenden wären viele Sonderausstellungen und andere Vorhaben und selbst die laufende Unterhaltung in zahlreichen Museen nicht finanzierbar gewesen, stellte Friedrich Klanke mit Blick auf die anhaltenden Spardiktate in den Kommunen fest. 

In einigen Einrichtungen gebe es zunehmend Probleme, für alters- oder krankheitsbedingt ausscheidende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geeignete Nachwuchskräfte zu finden, um dort heimatliches Kulturgut zu pflegen und praktische Kenntnisse, beispielsweise bei der Bedienung alter Gerätschaften und alter Handwerkstechniken, an die jüngeren Generationen zu vermitteln.

Welche Konzepte versprechen Erfolg, um Kinder und Jugendliche für heimatge-schichtliche Zusammenhänge zu interessieren? Trägt moderner Technikeinsatz in der Präsentation von Ausstellungen dazu bei, das Besucherinteresse zu erhöhen? Wie können Kontakte zur Grundschule aufrecht erhalten werden, wenn die Schule im Dorf wegen zu geringer Schülerzahlen bereits geschlossen werden musste? 

Mit Interesse, so der Kreisheimatpfleger, dürfe man dem Vortrag der wissenschaftlichen Referentin Dr. Sabine Eilers vom LWL-Museumsamt für Westfalen beim Kreisheimattag am 20. August im Saal des Gasthauses am Museumshof entgegen sehen, zumal das Museumsamt durch die tägliche Praxis einen guten Überblick über die Entwicklung in ganz Westfalen habe.

Vor der Veranstaltung, die um 15 Uhr mit einem Grußwort von Bürgermeister Dr. Bert Honsel beginnt, besteht für die Teilnehmer des Kreisheimattages ab 13.30 Uhr Gelegenheit zu Führungen durch den Museumshof.

Nach dem Vortrag von Dr. Sabine Eilers zum Thema: „Sind Heimatmuseen zukunftsträchtig? Herausforderungen und Chancen heute“, schließt sich eine Podiumsdiskussion von im Kreisgebiet tätigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an. Nach dem Schlusswort von Landrat Dr. Ralf Niermann ist ab 17.15 Uhr ein geselliger Ausklang vorgesehen, um damit auch die persönlichen Kontakte in der Heimatpflege über die Altkreisgrenzen hinweg zu fördern. Im Mühlenkreis sind laut Klanke mehr als 100 Ortsheimatpfleger ehrenamtlich tätig.

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