Kreisheimattag am 20. August in Rahden als Plattform für Erfahrungsaustausch

Herausforderungen für die Museumsarbeit

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Damit die regionalen Museen auch noch viele weitere Jahre Besucher anlocken und, wie hier auf dem Rahdener Museumshof, Aktionen möglich sind, braucht es ehrenamtliche Helfer, die sich für den Erhalt des Kulturguts einsetzen. 

Minden-Lübbecke  /  Rahden - Die vielfältige Museumslandschaft im Mühlenkreis Minden-Lübbecke wird der inhaltliche Schwerpunkt des Kreisheimattages am Sonnabend, 20. August, in Rahden sein. Denn damit die Einrichtungen auch künftig ihren Aufgaben – dem Wahren des Kulturguts und der Wissenvermittlung – nachkommen können, ist Nachwuchs nötig. Und da sehen die rund 100 Ortsheimatpfleger aktuell ein Problem und hoffen, von erfahrenen Akteuren Hinweise zu erhalten.

Mit kreisweit rund 60 Einrichtungen bietet das Kreisgebiet eine vielfältige Museumslandschaft, wobei zahlenmäßig die Heimatmuseen und Heimatstuben dominieren. Kreisheimatpfleger Friedrich Klanke aus Levern weist darauf hin, dass zahlreiche Heimatvereine selbst Träger von Museen und Heimatstuben sind. Neben den städtischen und gemeindlichen Trägern gebe es aber auch mehrere private Museumsträger. Nicht viel mehr als eine Handvoll Museen im Kreis verfügen über hauptberuflich besetzte Leiter- und Mitarbeiterstellen, wie die in Trägerschaft des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL) befindlichen Einrichtungen: das Preußenmuseum Minden und das Glasmuseum Gernheim in Petershagen.

Ohne das in den musealen Einrichtungen geleistete ehrenamtliche Engagement und eine stetige Unterstützung von Sponsoren und privaten Spenden wären viele Ausstellungen und andere Vorhaben sowie selbst die laufende Unterhaltung in einem großen Teil der heimischen Einrichtungen nicht finanzierbar, stellt der Kreisheimatpfleger mit Blick auf die anhaltenden Spardiktate fest. So sorgen auch auf dem Rahdener Museumshof zahlreiche Freiwillige regelmäßig dafür, dass Aktionstage zu Besuchermagneten werden – und der Betrieb damit weitergehen kann. Der Museumshof dient übrigens am Sonnabend in Verbindung mit seinem diesjährigen 50-jährigen Jubiläum als Tagungsort für den Kreisheimattag.

Referat über Zukunft der Einrichtungen

In einigen Einrichtungen gibt es laut Klanke zunehmend Probleme, für alters- oder krankheitsbedingt ausscheidende Mitarbeiter geeignete Nachwuchskräfte zu finden, um heimatliches Kulturgut zu pflegen sowie Wissen und praktische Kenntnisse, beispielsweise bei der Bedienung alter Geräte, an die nachwachsenden Generationen zu vermitteln.

Welche Konzepte versprechen Erfolg, um Kinder und Jugendliche für heimatgeschichtliche Zusammenhänge zu interessieren? Trägt moderner Technikeinsatz in der Präsentation von Ausstellungen dazu bei, das Besucherinteresse zu erhöhen? Zum Thema „Sind Heimatmuseen zukunftsträchtig? Herausforderungen und Chancen heute“ wird die wissenschaftliche Referentin Dr. Silke Eilers vom LWL-Museumsamt für Westfalen beim Kreisheimattag das Hauptreferat halten. Danach soll in einer Podiumsdiskussion mit Mitarbeitern aus dem Kreisgebiet die facettenreiche Thematik diskutiert werden.

Nicht nur Magdalene Kottenbrink, die von 1994 bis 2008 Leiterin des Museumshofes in Rahden war und bis heute dort als Museumsführerin und in verschiedenen anderen Funktionen ehrenamtlich engagiert ist, bringt viel Erfahrungen und Fachkenntnisse für die Diskussion mit. Die weiteren Teilnehmer werden laut Friedrich Klanke Thorsten Siemon aus Hille, Horst Brönstrup, Bad Oeynhausen, Hans Jürgen Amtage, Minden und Bernd-Rüdiger Schwalm, Petershagen, sein.

Siemon ist Sachgebietsleiter des Kulturamtes der Stadtverwaltung Espelkamp und im Ehrenamt Vorsitzender des Heimatvereines Hille-Rothenuffeln. Er ist auch tätig für den Aufbau eines Stadtmuseums in Espelkamp. Horst Börnstrup ist zweiter Vorsitzender des Arbeitskreises für Heimatpflege der Stadt Bad Oeynhausen und dort Koordinator für die Betreuung des Bülow-Brunnens als ältestes bauliches Zeugnis der Salzgewinnung in der Bäderstadt. Der Journalist Jürgen Amtage ist Vorsitzender des Fördervereins für die Domschatzkammer Minden und für den Dombauverein Minden. Bernd-Rüdiger Schalm leitet das Heimat- und Heringsfängermuseums in Petershagen-Heimsen.

Bei der Berufung in das Podium des Kreisheimattages war das Kriterium des ehrenamtlichen Engagements in der Museumsarbeit ein besonders wichtiges, da ohne dieses die weitaus größte Zahl der rund 60 im Kreisgebiet vorhanden Museen gar nicht betrieben werden könnten, stellt Kreisheimatpfleger Friedrich Klanke zur Organisation heraus.

Zwischen den Hauptpunkten des Aktionstages sind zur Auflockerung kurze musikalische Beiträge von „Lotte“ und dem „Spielmann“ vom Team der Erlebnisführungen im Stiftsort Levern vorgesehen. Vor Veranstaltungsbeginn um 15 Uhr im Saal des Gasthauses am Museumshof besteht bereits ab 13 Uhr die Gelegenheit zu Führungen durch den Museumshof. Ab 17.15 Uhr ist ein geselliger Ausklang vorgesehen, um auch persönliche Kontakte über die Altkreisgrenzen hinweg zu fördern.

Der Kreisheimattag ist für alle Interessierten und auch Nichtvereinsmitglieder offen. Auf den regelmäßig organisierten Kreisheimattagen, zu denen alle im Kreis tätigen Heimatvereine und Ortsheimatpfleger eingeladen sind, werden Problem- oder Fragestellungen thematisiert, die den ganzen Kreis betreffen. Sie dienen gleichzeitig der Information und dem Austausch der Heimatpfleger und sollen der Öffentlichkeit Ziele und Erfolge der Heimatpflege vermitteln, informiert der westfälische Heimatbund als Dachorganisation auf seiner Internetseite.

Wer am Kreisheimattag in Rahden teilnehmen möchte, wird gebeten, sich noch umgehend per E-Mail (klanke@ gmx.de) oder telefonisch (05745/2774) beim Kreisheimatpfleger zu melden.

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