Heimatpfleger erforschen Geschichte des Gewässers / Präsentation am 20. August

Die Große Aue: Mehr als nur ein Stück Idylle

Die Große Aue diente an Sommertagen auch mal dem Badevergnügen, wie dieses Bild von Heinrich Beerhorst beweist.

Rahden - Die Große Aue ist eines der wichtigsten Fließgewässer im Keis Minden-Lübbecke. Rahdens Stadtheimatpfleger Claus-Dieter Brüning und Friedrich Helmig als Ortsheimatpfleger von Bad Holzhausen hatten im Februar die Idee, die Große Aue aus historischer Sicht zu betrachten und die Bedeutung dieses Gewässers und der in unmittelbarer Nähe gelegenen Sehenswürdigkeiten bekannter zu machen. Inzwischen liegen erste Ergebnisse vor.

Bei mehreren Sitzungen im Haus des Gastes in Bad Holzhausen wurde die Geschichte der Aue unter die Lupe genommen. An den Treffen nahmen auch Wehes Ortsheimatpfleger Heinz Wiegmann, Karl-Friedrich Hüsemann (Ortsheimatpfleger Gestringen), Friedrich Sander (Ortsheimatpfleger Pr. Ströhen) und Kreisheimatpfleger Friedrich Klanke teil. Mehrere Themenbereiche wurden dabei näher beraten und alte Dokumente sowie Kartenmaterial ausgewertet.

„Wi lewet met de Aue“ steht auf dem Gedenkstein in Pr. Ströhen, der an die Aue-Regulierung von 1958 bis 1966 erinnert. - Foto: Arbeitskreis Heimatpfleger

Das Quellgebiet des Flusses befindet sich in Dono, ein Ortsteil der Gemeinde Rödinghausen im Nachbarkreis Herford, berichtet Kreisheimatpfleger Friedrich Klanke in einer Pressemitteilung. Die Quellhöhe der Großen Aue liegt 118 Meter über Meereshöhe. Das bekannte Gestüt Auenquelle erhielt dadurch seinen Namen. Durch den Pass Neue Mühle fließt das Wasser nach Norden. Nach der Vereinigung mit der Kleinen Aue und dem Großen Diekfluß verlässt die Große Aue nord-östlich von Pr. Ströhen den Altkreis Lübbecke, um dann südlich von Nienburg nach 84,5 Kilometern in die Weser zu münden.

Eine noch vorhandene Karte aus dem Jahr 1286 zeigt die Bedeutung der Großen Aue als Grenzfluss nach dem Vertrag von 1256 zwischen den Bistümern Minden, Osnabrück und den Edel-Herren der Grafschaft Diepholz.

Bekanntlich begann das Sesshaftwerden der Menschen als Jäger und Sammler im Norddeutschen Raum in der Jungsteinzeit. Grundlage für eine Ansiedlung waren ausreichend sauberes Wasser und geeignete Bodenverhältnisse. Beides war an der Großen Aue vorhanden, geht aus der Mitteilung hervor.

Den Wandel belegen die über Jahrtausende erfolgte Besiedlungsgeschichte, aktenkundige Besonderheiten in den vergangenen Jahrhunderten bis hin zu der Bedeutung der Großen Aue als Vorfluter für die Entwässerung großer landwirtschaftlich genutzter Bereiche sowie den gut zwei Jahrzehnte nach dem Ausbau bereits einsetzenden Renaturierungsmaßnahmen entlang der Aue.

Der Arbeitskreis der Heimatpfleger will auf dem Kreisheimattag am Sonnabend, 20. August, in Rahden interessante Dokumente auf Schautafeln präsentieren und in weiteren Beiträgen über die geschichtliche Bedeutung und Besonderheiten entlang des Weges vom Wiehengebirge bis zur Landesgrenze nach Niedersachsen berichten.

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