Plattdeutscher Gottesdienst am „dicken Steen“

Gottes Wort „opp Platt“

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Ob mit zwei oder vier Rädern: Die Oldtimer, die Fans historischer Geräte gestern am Großen Stein in Tonnenheide präsentierten, zogen die Blicke der Besucher auf sich.

Tonnenheide - Seit 24 Jahren ist der plattdeutsche Gottesdienst am „dicken Steen“ in Tonnenheide ein Pflichttermin im Kalender des Weher Pfarrers Rainer Rohrbeck. An dem beliebten Ausflugsziel, dem Großen Stein in der Nachbarschaft Hahnenkamp, kamen gestern wieder zahlreiche Ausflügler zusammen und verbrachten besinnliche, vergnügliche und gemütliche Stunden.

Im Rahmen der Andacht im Festzelt neben dem wohl größten Findling der Region öffnete Pfarrer Rohrbeck den mehr als 50 Christen am Morgen die Augen „für das Licht und die Schönheit der Schöpfung Gottes“. Während der Gesang größtenteils auf Hochdeutsch über die Bühne ging, so predigte der Geistliche auf Plattdeutsch vom ersten Wunder Jesu – der Hochzeit, bei der sich Wasser in Wein verwandelte. Karin Müller verlas das Evangelium in der Mundart.

Der Rahdener Posaunenchor gab der Andacht eine besondere musikalische Note. Besonders war der Morgen auch für die Familie Them aus Schmalge, denn ihr Sohn Maximilian erhielt die Taufe. Zum Hintergrund dieses Rituals erklärte Pfarrer Rohrbeck: „Die Taufe ist ein Zeichen des Neuanfangs. Damit das Fest des Lebens weitergehen kann, müssen sich die Menschen gegenseitig achten und umeinander kümmern“, rief er die Gemeindeglieder dazu auf, aufeinander Rücksicht zu nehmen. Und bei Poblemen? „Kört mit Jesus und Gott“, so der Rat Rohrbecks.

Ein Zeuge der Eiszeit

Während dieser noch mit den Christen betete, erklommen die ersten Kinder bereits den Großen Stein. Dieser bildete auch im weiteren Verlauf des Tages den Mittelpunkt des Geschehens in Tonnenheide. Mehrere Hundert Gäste fanden sich an dem Zeugen der Eiszeit ein, der seit mehr als 200.000 Jahren im Hahnenkamp liegt. Um den Erhalt des aus Biotitgranit bestehenden Findlings kümmern sich die Mitglieder des Heimatvereins um dessen Vorsitzenden Wilfried Buschmann. Das Team hatte gestern beim letzten Aktionstag der Saison aller Hand zu tun und bereits vor dem großen Ansturm auf Kuchen, Grillspezialitäten und Erfrischungen packten die Ehrenamtlichen in gewohnter Weise fleißig an, um die Sitzgelegenheiten im Schatten der Bäume vorzubereiten und die Kuchentheke zu bestücken.

Denn der Tonnenheider Heimatverein bot darin in gewohnter Weise anlässlich des Herbstbeginns wieder seinen frischen Pflaumenkuchen aus dem Steinbackofen an, dessen Duft sich über das gesamte Gelände verteilte. Bereits die Gäste, die sich die historischen Maschinen der heimischen Oldtimerfreunde anschauten, erreichte eine Ahnung der süßen Versuchung. Die alten Trecker und Motorräder zogen vor allem die Blicke der Männer auf sich, wohingegen die Frauen den Stand mit Gestricktem ansteuerten. Für die Kinder hielt der Heimatverein eine Hüpfburg bereit und für die musikalische Unterhaltung war am Nachmittag Rudolf Elsing aus Bad Holzhausen mit einem bunten Repertoire angereist.

abo

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