Löschgruppe Varl nimmt Stellung zur Situation

„Gipfel gestörter Kommunikation“

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In der Varler Löschgruppe sorgt der Rücktritt von Alexander Thie für erneute Diskussion innerhalb der Feuerwehr. 

Varl - Die Meldung um den Rücktritt Alexander Thies als Varler Löschgruppenführer hat das Fass bei den Feuerwehrmitgliedern der Rahdener Ortschaft offensichtlich zum Überlaufen gebracht. In einer Stellungnahme erklären sie, wie sie die Situation erleben und dass aus ihrer Sicht das Vertrauen zur Wehrführung erschüttert ist. Das sieht Wehrführer Mark Ruhnau anders und erklärt auf Nachfrage: „Ich habe lediglich meine Aufgaben laut Gesetz erfüllt.“

Mit der Stellungnahme sprechen aktive und ehemalige Mitglieder der Löschgruppe Varl ihr Misstrauen gegenüber der Rahdener Wehrführung – in Person von Mark Ruhnau und Carsten Kunter – aus. „Lange haben wir uns zurückgehalten und öffentlich keine Stellung bezogen, um keine Unruhe zu stiften“, teilen die Varler Feuerwehrmitglieder zunächst mit. „Doch nach Falschaussagen der Wehrführung zum Rücktritt von Alexander Thie als Löschgruppenführer in Varl sehen wir uns gezwungen, auch die Öffentlichkeit hierüber und über das Verhalten der Wehrführung uns gegenüber zu informieren.“

Die aktiven Kameraden haben der Stellungnahme zufolge nicht mehr das Gefühl, „dass Alexander Thie uns und unsere Interessen vertrat“. Thie habe sich mit niemandem abgesprochen – auch der stellvertretende Löschgruppenführer sei nicht über seine Entscheidung in Kenntnis gesetzt worden – „obwohl im Januar bei seiner Wahl vereinbart worden war, Entscheidungen gemeinsam in der Löschgruppe Varl treffen zu wollen“.

Die Behauptung Ruhnaus, dass die Entscheidung für den Standort des gemeinsamen Feuerwehrgerätehauses mit der Sielhorster Löschgruppe an der Lemförder Straße noch für Unzufriedenheit unter den Varler Kameraden sorge, ist letzteren zufolge „schlichtweg falsch“. Alle Aktiven aus Varl würden ganz im Gegenteil den neuen Standort akzeptieren. Ruhnau hingegen ist überzeugt, dass die Standortfrage „in logischer Konsequenz für die Entwicklung in der Varler Löschgruppe geführt hat“. Es habe zu diesem Thema viele Diskussionen in der Löschgruppe gegeben, aber die Entscheidung für das Feuerwehrgerätehaus in Kleinendorf „ist in Abstimmung mit der Verwaltung passiert“, unterstreicht Ruhnau.

Ferner kritisieren die Varler in ihrem Schreiben, dass nach dem Rücktritt ihres Löschgruppenführers in der vergangenen Woche niemand von der Wehrführung bei den verbliebenen Kameraden nachgefragt habe, wie es weitergehen könne. Entgegen der Aussage Ruhnaus, dass es noch keinen Nachfolger aus der Gruppe gäbe, hätte es sehr wohl einen potentiellen Nachfolger für Thie gegeben. „Aber es ist gar nicht erst gefragt worden, sondern lediglich in einem Telefonat mitgeteilt worden, dass Carsten Kunter als vorübergehender Löschgruppenführer eingesetzt wird“, erklären die Varler Wehrleute in ihrer Stellungnahme.

Dazu stellt Ruhnau richtig, dass er als Wehrführer über die Nachfolge bestimmen dürfe. „Mit Carsten Kunter können wir uns nun ein eigenes Bild von der Stimmung in Varl machen“, meinte er weiter. Ruhnau geht davon aus, dass Thie am Ende „nicht umsonst“ zurückgetreten sei.

„Dieses Verhalten ist nun der Gipfel in einer gestörten Kommunikation zwischen Löschgruppe und Wehrführung. Es gibt uns Varlern endgültig das Gefühl, von der Wehrführung nicht mehr gewollt zu sein.“ Immerhin seien es 14 aktive Feuerwehrleute in Varl, „die Lehrgäng, viel Zeit und Herzblut in die Feuerwehr gesteckt haben“.

„Wir stellen uns nicht auf die Hinterbeine wegen desStandorts“, stellen die Varler klar. „Das Einzige, was wir möchten, ist mit Respekt behandelt zu werden, und dass auch unsere Meinung angehört und respektiert wird.“ Allerdings stellt Ruhnau dem entgegen, dass Alexander Thie die einzige Person aus der Varler Löschgruppe gewesen sein, die den Kontakt zur Wehrführung gesucht habe. „Aus der Gruppe hat zu keiner Zeit ein weiteres Mitglied Gesprächsbedarf gezeigt“, so Ruhnau.

Jetzt fragen sich die Varler, wer ihre Interessen vertrete. Alle übergeordneten Positionen habe Carsten Kunter inne, „jemand dem wir kein Vertrauen mehr schenken“. Mit dem Verhalten in der vergangenen Woche habe die Wehrführung alle Hoffnungen begraben. „Auch die, dass Ehemalige zurückkehren.“

Für Mark Ruhnau sind die Diskussionen in der Löschgruppe „nicht zielführend“. „Es muss darum gehen, Feuerwehr zu machen. Das heißt Bürger zu schützen und tätig zu werden.“ Ihm zufolge war und ist die Rahdener Wehrführung in diesem Thema „stets gesprächsbereit und will keinen Streit“. 

abo

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