Pflanzen, Spielzeug und mehr

Feilschen um jeden Cent beim Trödelmarkt

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Marion Schwarze (l.) hatte selbstgezogene Pflanzen dabei. Hildegard Hodde aus Varl und deren Freundin Else Schmidtpeter aus Extertal-Almena (r.) nahmen eine Geruchsprobe des Zitronenbaumes.

Rahden - Die Straßenränder gesäumt von Händlern, tausende Schnäppchenjäger über zwei Tage verteilt und jede Menge Trödel – so präsentierte sich am Wochenende die Rahdener Innenstadt. Dort fand der in der Region wohl größte Trödelmarkt statt. Durchwachsen wie das Wetter war auch die Zufriedenheit von Händlern und Käufern. Die meisten jedoch waren glücklich mit Umsatz und Angebot.

Größtenteils blieb es am Sonnabend trocken, gegen Mittag machten Regenschauer aber Verkäufern und Käufern zu schaffen. „Wir packen schon Einiges wieder ein“, sagte Helga Schmidt. Die versierte Trödelmarktbeschickerin kennt sich aus. „Was bis mittags nicht verkauft ist, bleibt stehen. Die besten Geschäfte mache ich am Morgen, schon vor Eröffnung.“

Das wissen auch eingefleischte Schnäppchenjäger. „Der frühe Vogel fängt den Wurm – das bestätigt sich immer wieder“, wusste Lothar Kleine, der schwer bepackt mit zwei gut gefüllten Plastiktüten und Pappkarton auf dem Arm von Stand zu Stand schlenderte. Was er schon früh um sieben Uhr günstig ergattert hatte, wollte er nicht verraten. „Wird ein Geschenk“, war zu erfahren und der zu Beschenkende sollte nicht aus der Zeitung von der Überraschung erfahren.

Sowieso war der Sonnabend wieder der Haupttag für den Trödelmarkt, sagte Mitorganisator Andreas Winkelmann. „Am verkaufsoffenen Sonntag kommen die Leute mehr in die Geschäfte und schauen nach Angeboten“, so die Erfahrung des Rahdener Geschäftsmannes.

„Ich komme schon ewig, auch bei Wind und Wetter zum Trödelmarkt nach Rahden“, sagte Marion Schwarze aus Rahden. Sie verkauft jedes Jahr selbstgezogene Pflanzen. „Das läuft gut“, sagte sie. Besonders die etwa dreijährigen Feigenbäumchen seien in diesem Jahr der Renner. „Je nach Größe nehme ich zwei oder drei Euro – das passt schon“, so die Hobbygärtnerin zufrieden. Außerdem gefalle ihr die ansprechende Atmosphäre und viele nette Gespräche am Stand. Das sagte auch Hildegard Hodde aus Varl und deren Freundin Else Schmidtpeter aus Extertal-Almena zu. Für beide hatte Schwarze einen kostenlosen Zitronenbaum-Ableger übrig.

Trödelmarkt in Rahden

Auch für Christina Döpke aus Rahden hat sich der Markt gelohnt. Am Vormittag hatte sie die Standgebühren mit ihren Verkäufen bereits abgedeckt. „Gut weggegangen sind Bücher, CDs und DVDs“, berichtete sie. Die ersten Käufer hätten schon um 6 Uhr an ihrem Stand geschaut, da sei sie noch beim Auspacken gewesen. Schon um 5.30 Uhr hatte sie vor Ort ihre Waren aufgestellt, am Abend zuvor bereits die gepackten Kisten im Kofferraum verstaut.

Das „große Geld“ könne man wohl mit den ausrangierten Sachen und Dachbodenfunden nicht machen, wenn man bedenke, dass zu Hause alles wieder weggeräumt werden muss. Man müsse schon gut zwei Tage Arbeit einplanen, kalkulierte Döpke. „Aber es macht eben riesigen Spaß, mit den Leuten am Stand zu Handeln und zu Feilschen.“ Und das ist wohl die Hauptsache und die richtige Einstellung, um beim Trödelmarkt dabei zu sein.

Vom alten Spinnrad über ein ausgefallenes lila Schlafzimmerlampenmodell bis zur enormen Sammlung von Plastik-Tieren, Fahrrädern, Spielen, Kleidung oder Omas Bettwäsche – das Angebot ließ so manches Sammlerherz höher schlagen. Jede Menge Trödel wechselte an den vergangenen zwei Tagen somit den Besitzer, die vorher um jeden Cent zu feilschen versuchten. Diejenigen, die gekommen waren, um durch die Stadt zu bummeln, genossen einmal mehr das besondere Flair des Marktes, an dem sich, wie in den Jahren zuvor, weit mehr private als kommerzielle Händler beteiligten.

hm

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