Pr. Ströher Grundschule bleibt nur der Zusammenschluss mit Tonnenheide-Wehe

Einzige Überlebenschance: Verlust der Eigenständigkeit

Die Pr. Ströher Grundschule wird voraussichtlich zum Schuljahr 2017/18 zu Teilstandort eines Grundschulverbunds mit der Grundschule Tonnenheide-Wehe. Das ist nötig, weil die Schülerzahlen in Pr. Ströhen zu gering für eine eigenständige Schule sind. - Foto: Schmidt

Rahden - Um eigenständig bestehen zu können, brauchen Grundschulen in NRW spätestens ab Mitte 2018 mindestens 92 Schüler. Diese Zahl wird die Pr. Ströher Schule nicht erreichen. Deswegen haben sich die Mitglieder des Rahdener Ausschusses für Jugend, Schule und Sport am Donnerstag einstimmig dafür ausgesprochen, einen Verbund zwischen den Grundschulen Tonnenheide-Wehe und Pr. Ströhen zu bilden. Sollte im Dezember auch der Rat dafür stimmen, verliert die Bildungseinrichtung in Pr. Ströhen ihre Eigenständigkeit und wird zum Teilstandort.

Der Zusammenschluss soll zum Schuljahr 2017/18 erfolgen. Schon jetzt besuchen nur noch 80 Schüler die evangelische Grundschule Pr. Ströhen – Tendenz sinkend. Mit nur zwölf prognostizierten Schulanfängern im Jahr 2018 würde als eigenständige Schule in naher Zukunft auch die Bildung von Eingangsklassen nicht mehr möglich sein. Pro Klasse dürfen nicht weniger als 15 Schüler aufgenommen werden. Teilstandorte, an denen keine 15 Erstklässler zusammenkommen, können auf jahrgangsübergreifenden Unterricht umstellen.

Auch Pr. Ströhens Ortsvorsteherin Bianca Winkelmann (CDU) sprach sich für den Grundschulverbund aus – obwohl sie dem Verlust der Eigenständigkeit mit Bedauern entgegenblickt. „Mein Herz schreit ,nein‘“, schilderte sie. „Aber mein Kopf sagt ,ja‘.“ Sie sehe keine andere Möglichkeit, die Schule in Pr. Ströhen vor der Schließung zu bewahren. Außerdem glaube sie, dass Eltern und Lehrer aus Tonnenheide, Wehe und Pr. Ströhen sehr gut zusammenpassen.

Winkelmann hofft, dass der Förderverein der Pr. Ströher Grundschule bestehen bleibt. Außerdem äußerte sie zwei Bitten. Zum einen warb sie dafür, eine Konrektorenstelle in Pr. Ströhen einzurichten. Zum anderen liegt ihr die Verbindung der Pr. Ströher Grundschule zur evangelischen Kirche am Herzen. Sie regte an, die religiöse Zugehörigkeit weiterhin im Namen des künftigen Teilstandorts zu berücksichtigen.

Friedrich Schepsmeier (SPD) fragte, was es nutze, das Wort „evangelisch“ als Namenszusatz zu erhalten. „Evangelisch steht nicht nur drauf, sondern ist auch drin“, entgegnete Pfarrer Roland Mettenbrink. Es halte zum Beispiel Gottesdienste mit den Schülern. Trotzdem würden nicht nur evangelische Kinder unterrichtet. Jeder sei willkommen.

Pr. Ströhen die Eigenständigkeit zu entziehen sei die einzige Chance, aller Grundschulstandorte in Rahden zu erhalten, so Schepsmeier. „Deshalb steht die SPD-Fraktion ohne Herz und Kopf zu differenzieren zu der Lösung“, befürwortete er den Schulverbund. Viele Leute aus Wehe, insbesondere aus Barl, seien sowieso Richtung Pr. Ströhen orientiert.

Auch in Varl zu wenig Schüler

Nicht nur für die Grundschule Pr. Ströhen besteht Handlungsbedarf – auch die Bildungseinrichtung in Varl erreicht mit voraussichtlich 86 Schülern ab dem Schuljahr 2019/20 nicht mehr die für eine eigenständige Fortführung erforderliche Gesamtschülerzahl. Eine Verbundlösung ist rechtzeitig vorzubereiten, heißt es seitens der Verwaltung.

Die Grundschulen Rahden und Tonnenheide-Wehe sind hingegen in ihrem Bestand nicht gefährdet und können wie bisher fortgeführt werden. Derzeit besuchen 259 Mädchen und Jungen die Rahdener Grundschule, davon wurden 69 in diesem Jahr eingeschult. In der Gemeinschaftsgrundschule Tonnenheide-Wehe sind es 146 (42 Neuzugänge).

An der Grundschule Tonnenheide-Wehe werden in den kommenden drei Jahren jeweils zwei Eingangsklassen erwartet, in den folgenden Jahren wird voraussichtlich nur noch jeweils eine Eingangsklasse möglich sein. In Rahden sind ab 2019/20 sogar vier Eingangsklassen denkbar. Insgesamt ist die Zahl der Grundschüler an allen Rahdener Grundschulen im Jahr 2016 erstmals seit 2012 wieder angestiegen. Derzeit liegt sie bei 585 Jungen und Mädchen. - ks

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