Lautstärke und Alkohol führen zu Streit

Diskussion unter Nachbarn eskaliert

Das Urteil zu der Körperverletzung wird wohl erst bei der nächsten Verhandlung gesprochen. - Symbolbild: dpa

Rahden  /  Espelkamp - Über den Verlauf eines Streits zwischen Nachbarn in Espelkamp gab es vor dem Rahdener Amtsgericht nun zwei Versionen. Da sich die Juristen somit kein Bild von dem Vorfall machen konnten, wurde der Mann, der wegen gefährlicher Körperverletzung angeklagt war, noch nicht verurteilt. Für die vorsitzende Richterin Schürhoff war klar, dass es zwei weiterer Zeugen bedarf, um über Schuld und Strafe zu urteilen. Die Verhandlungen wurde ausgesetzt, die Fortsetzung soll im November erfolgen.

Dem 34-jährigen Angeklagten wurde zur Last gelegt, dass er am 8. August vergangenen Jahres unter dem Einfluss von Alkohol einen Mann mit einer Flasche angegriffen und ihn damit verletzt haben soll. „Es war die falsche Reaktion“, erklärte der Verteidiger des Herforders, der diesen Teil der Anklage zugab. Allerdings bestätigte er nicht, dass es zuvor einen Streit darüber gegeben habe, dass er sich gemeinsam mit seinem Schwager Wodka bei dem späteren Opfer ausleihen wollte.

Lautstärke der Feier führt zu Streit

„Wir haben den Geburtstag meines Vaters gefeiert. Danach wollten wir ins Bett“, erinnerte sich der 34-Jährige an den Abend. Doch bei den Nachbarn habe es ebenfalls eine Party gegeben. „Wir wollten um Ruhe bitten“, erklärte der Angeklagte seine Gründe, beim Nachbarn zu klingeln. Vor der Eingangstür des Geschädigten sei es dann zur Diskussion gekommen.

Dem Angeklagten zufolge habe sich seine Schwester eingemischt, um zwischen den Männern zu schlichten. Doch der 39-jährige Nachbar aus Espelkamp habe die Frau daraufhin beleidigt, sexistische Äußerungen gemacht und es habe so ausgesehen, „als ob er auf sie losgeht“.

In einer „Kurzschlussreaktion“, so der Verteidiger des dreifachen Vaters, habe sein Mandant daher eine Flasche auf den 39-Jährigen geworfen und diesen am Kopf getroffen. Die Wunde musste später mit mehreren Stichen genäht werden. „Es ist sonst nicht seine Art, auf andere loszugehen“, schilderte der Verteidiger mit Blick auf das Vorstrafenregister, das keine Einträge enthält. Zudem habe sein Mandant nicht unvermittelt zugeschlagen, führte der Jurist aus. Im Verlauf der Verhandlung entschuldigte sich der Mann aus Herford offiziell bei dem 39-jährigen Espelkamper, dem er seit dem Vorfall im Sommer nicht mehr begegnet sei.

Schilderungen unterscheiden sich

Das als Zeuge geladene Opfer schilderte allerdings eine andere Version: Er will am Tatabend keine weibliche Person, sondern lediglich den 34-Jährigen und dessen Schwager, der in der Nachbarwohnung in Espelkamp wohnt, gesehen haben. „Die beiden haben gegen 23 Uhr geklingelt und nach Wodka gefragt“, sagte der 39-jährige Elektriker.

Erst auf Nachfrage der Richterin lenkte der Mann ein, dass es auch um die Lautstärke der Feier gegangen sei. „Bei der Polizei haben Sie das anders geschildert“, widersprach diesbezüglich der Verteidiger des Herforders. „Die Lautstärke war nur Vorwand“, mutmaßte der Zeuge und begründete seine Meinung mit der Tatsache, dass er am Folgetag bei weiteren Nachbarn gefragt habe und diese den Eindruck nicht hätten bestätigen können.

Doch eine Frau sei nicht im Flur gewesen, war sich der 39-Jährige sicher und sein 37-jähriger Freund, der ebenfalls als Zeuge aussagte, bestätigte dies. Er habe nur kurz mit dem Nachbarn an der Tür gesprochen, erklärte der 37-Jährige, dass er nicht viel über den Grund des Streits wisse. Er hatte ebenfalls an dem Abend den Geburtstag in der Wohnung des späteren Opfers mitgefeiert.

Einige waren sich die Männer nur bei einer Sache: Die drei gaben im Gerichtssaal zu, zum Tatzeitpunkt bereits angetrunken gewesen zu sein. Lediglich die 30-jährige Schwester des Angeklagten unterstrich: „Ich hatte nichts getrunken. Ich weiß hundertprozentig, dass ich dort war.“ Das könne ihre Nachbarin bestätigen. Sie habe ihren Bruder und ihren Schwager von deren Wohnung aus zur Haustür gehen sehen und kurz darauf den Streit gehört, schilderte sie. „Ich bin hinterher, um vernünftig mit denen zu reden“, so die Hausfrau, die ebenfalls davon berichtete, von dem 39-jährigen Nachbarn beleidigt worden zu sein. „Er ist dann auf mich zugegangen. Ich hatte Angst“, sagte die Frau.

Am Ende einigten sich die Richterin, Staatsanwältin und der Verteidiger des Angeklagten darauf, einen weiteren Termin für die Verhandlung anzusetzen. Am Dienstag, 15. November, sollen ab 12 Uhr der Schwager und die Nachbarin der Espelkamper gehört werden. 

abo

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