38-Jähriger wegen Sachbeschädigung verurteilt 

Antiaggressions-Training als letzte Warnung

Rahden - Als es im Mai vergangenen Jahres zum wiederholten Male in seiner Wohnung kein warmes Wasser gab, hat ein 38-jähriger Rahdener bei seinem nebenan wohnenden Vermieter randaliert. Dabei ging einiges zu Bruch: ein Fenster, ein Briefkasten, eine Trennwand und letztendlich die Glasscheibe der Haustür. Die Sache tue ihm leid und sei allein mit einer Entschuldigung nicht wieder gut zu machen, räumte der Familienvater in der Hauptverhandlung vor dem Amtsgericht ein.

Zwar hielten Richter und Staatsanwalt das Verhalten für menschlich nachvollziehbar, einstellen wollten sie das Strafverfahren wegen Sachbeschädigung dennoch nicht. Zu schwer wog in ihren Augen die Vorstrafenliste.

Er sei mit seiner Lebensgefährtin im Dezember in die Wohnung eingezogen, berichtete der Angeklagte. „Schon am ersten Tag gab es Stress.“ Wohnung und Wasser seien kalt geblieben, weil kein Öl im Tank gewesen sei. Danach sei das Verhältnis zu den Vermietern, einem jungen Ehepaar, zunächst gut gewesen. „Wir haben uns super verstanden und viel zusammen gemacht.“ Er habe viel Geld, Schweiß und Arbeit in das Haus und den Garten gesteckt. Die Vermieter seien mit Haus und ihren Tieren überfordert gewesen. Hin und wieder habe es kleinere Streitereien gegeben.

„Wenn es Probleme gibt, trinke ich Alkohol“

An besagtem Tag habe es wieder kein Öl gegeben. Wegen des Ärgers sei er weggegangen zu einem Kollegen. Sie hätten die ganze Nacht Bier getrunken. „Wenn es Probleme gibt, trinke ich Alkohol“, räumte der 38-Jährige ein. Als er früh morgens zurückgekommen sei, habe er den Vermieter zur Rede stellen wollen. Als der nicht reagierte, habe er gegen die Haustür und das Garagentor getreten und letztendlich die Glasscheibe der Tür mit einem Stein eingeworfen.

Er sei durch Gepolter und Geschrei aufgewacht, erklärte der als Zeuge geladene Vermieter. Darum habe er die Polizei gerufen. Der Angeklagte sei betrunken und aggressiv gewesen. „Ich dachte, es wäre wegen der fristlosen Kündigung der Wohnung.“

Situation nagt an Nerven des Angeklagten

Das Verhältnis zu den Mietern sei anfangs „cool“ gewesen, dann habe es des Öfteren Meinungsverschiedenheiten gegeben. Die Sache mit dem Öl sei richtig, bestätigte der 30-Jährige. Dass die Situation an den Nerven des Angeklagten genagt habe, sahen auch Staatsanwalt und Richter Schnasse ein. Erheblich ins Gewicht fielen die Vorstrafen des Angeklagten, der derzeit auf seine Haftentlassung wartet. „Aggressionsdelikte ziehen sich bei Ihnen seit 2004 durch“, stellte der Staatsanwalt fest und plädierte für eine Freiheitsstrafe von vier Monaten auf Bewährung. Der Verteidiger hielt eine Geldstrafe für angemessen. „Da hat sich viel aufgestaut.“

Richter Schnasse fand eine Freiheitsstrafe unerlässlich. Er verurteilte den Angeklagten zu drei Monaten auf Bewährung. Zu den Bewährungsauflagen gehören, wie vom Staatsanwalt vorgeschlagen, ein Antiaggressionstraining sowie der Besuch von Gruppenstunden für Alkoholkranke. „Das ist die letzte Warnung“, ermahnte der Richter den 38-Jährigen. 

SoR

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