Vogelschlag an Windkrafträdern / Nabu Kreisverband kritisiert Pläne für weitere Anlagen

Der Preis der Energiewende?

Ein Mäusebussard ist in Frotheim in die Flügel einer Windkraftanlage geraten und an den Verletzungen gestorben. Der Nabu Kreisverband kritisiert aus diesem Anlass nun erneut die Pläne für Windkrafträder in der Nähe von gefährdeten Tierarten. - Foto: Nabu

Minden-Lübbecke - Vogelschlag durch Windkrafträder gibt es auch im Kreis Minden-Lübbecke. Ein Nabu-Mitglied wurde nun Zeuge, als in Frotheim ein Mäusebussard von einer Windkraftanlage erschlagen wurde. Darüber berichten die Nabu- und BUND-Kreisverbände Minden-Lübbecke jetzt in einer Pressemitteilung.

Schon in der Vergangenheit ist es demnach im Kreisgebiet zu nachgewiesen Todesfällen von Vögeln durch rotierende Windkrafträder gekommen – beispielsweise bei einem Weißstorch Die Dunkelziffer der getöteten Tiere, so der Nabu, sei hoch.

Die Vögel sind in der Fläche schwer zu sehen und nach dem Besuch von Füchsen schon morgens nicht mehr zu finden, so die Erkenntnis der Experten. Fledermäuse, die vorwiegend nachts den Anlagen zum Opfer fallen, werden so gut wie gar nicht entdeckt, weil sie zu klein oder morgens bereits vertilgt sind.

Es ist bekannt, dass Windenergieanlagen zu bestandsgefährendenden Einbrüchen bei bestimmten Vogelarten und Fledermäusen führen können. Eine neue Studie, an der die Uni Bielefeld beteiligt war, zeigt, dass bereits die Zahl der jetzt vorhandenen Anlagen in Norddeutschland langfristig sogar den Bestand des häufigen Mäusebussard zum Aussterben bringen kann.

Besonders gefährdet ist zudem der Rotmilan, der in Deutschland sein Hauptverbreitungsgebiet hat. So wird gerade in Porta Westfalica eine Windkraftanlage lediglich 900 Meter von einem Rotmilanhorst entfernt errichtet, obwohl die Empfehlungen der Vogelschutzwarten für diese Art einen Mindestabstand von 1 500 Meter vorsehen. „Absurderweise sitzt das Männchen regelmäßig auf einem Masten in unmittelbarer Nähe des schon vor Wochen fertiggestellten Fundaments“, lenkt der Nabu in seiner Mitteilung den Blick auf den Tierschutz.

Jetzt seien in Porta Westfalica aber schon die Kräne zur Errichtung der Anlage angerückt. Anwohner und Nabu-Landesverband haben daher eine Klage eingereicht, das Verwaltungsgericht Minden hat bislang jedoch noch nicht über den Fall entschieden.

Pikanterweise erreichen den Kreisverband des Naturschutzbundes im Beteiligungsverfahren gerade zwei weitere Anträge des gleichen Betreibers in unmittelbarer Nähe, so die Naturschützer in ihrem Schreiben.

„Der Nabu Minden-Lübbecke verweigert sich nicht dem Ausbau der Windenergie im Allgemeinen“, unterstreichen die Verantwortlichen in der Mitteilung. Aber im Vordergrund dürfe dabei nicht ausschließlich die Gewinnmaximierung von Betreibern und Flächenverpächtern stehen. In diesem Fall erwartet der Nabu von Behörden und Politikern einen stärkeren und konsequenteren Einsatz für den Schutz von Menschen und betroffenen Tierarten sowie des Landschaftsbildes.

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