Feuerwehr Minden-Lübbecke übt Dekontamination

Im Ernstfall muss jeder Griff sitzen

Ein Dekontaminationsplatz der Dekon-Stufe III (erweiterte Dekontamination) entsteht - Fotos: Thorsten Fischer/ Kreis Minden-Lübbecke

Minden-Lübbecke - Nicht immer sind es Großbrände oder Unwetter-Einsätze, welche die Feuerwehr in Atem halten. Auch Einsätze mit gefährlichen radioaktiven, biologischen oder chemischen Stoffen und Gütern – sogenannte ABC-Einsätze – haben dieses Potenzial.

Um hier angemessen reagieren zu können, haben die Feuerwehren im Kreis Minden Lübbecke neben zwei ABC-Gefahrgutzügen und einem ABC-Messzug einen Dekontaminationszug aufgestellt. Hier arbeiten speziell ausgebildete Feuerwehrangehörige aus Hille, Hüllhorst und Minden zusammen und nutzen dabei auch Fahrzeuge und Ausrüstungen des Zivil- und Katastrophenschutzes.

Sobald Gefahren von unkontrolliert freigesetzten Gefahrstoffen ausgehen können, gehen die Feuerwehrkräfte in spezieller Schutzkleidung in den Gefahrenbereich vor. Ist die Arbeit im Gefahrenbereich beendet, müssen sie sich ihrer kontaminierten Schutzkleidung entledigen, ohne dass Gefahrstoffe auf die Haut gelangen, eingeatmet oder weiter verschleppt werden. Die Schutzanzüge werden zunächst grob gereinigt und je nach Lage desinfiziert. Erst dann schälen sich die Einsatzkräfte vorsichtig aus ihrer schützenden Hülle heraus.

Ein Feuerwehrmann im Chemikalien-Schutzanzug wird von zwei Helfern dekontaminiert. Gefahrenstoffe dürfen nicht mit der Haut der Einsatzkräfte in Berührung kommen.

Damit diese Abläufe im Ernstfall funktionieren, wurde kürzlich eine Dekontaminationsübung auf dem Gelände der Firma Wortmann in Hüllhorst veranstaltet. Laut Mitteilung des Kreises bauten unter Leitung von Brandinspektor Stefan Mehnert 80 Feuerwehrleute mit Unterstützung durch Rettungsdienstpersonal des DRK-Ortsverbandes Hüllhorst unter Einsatzbedingungen drei unterschiedliche Dekontaminationsplätze auf. Anschließend wurden Statisten in Chemikalienschutzanzügen und Gebläsefilteranzügen fachgerecht dekontaminiert.

Auch kritische Zwischenfälle wurden in die Übung eingebaut: Zwei Einsatzkräfte im Chemikalienschutzanzug brachen während der Dekontamination bewusstlos zusammen. Sie mussten aus ihren Anzügen befreit und dem Rettungsdienst übergeben werden, ohne dass es zu einer Kontaminationsverschleppung kam.

Laut Kreis waren die Beobachter aus den Wehrführungen und der ABC-Züge angesichts des umfangreichen Personal- und Materialeinsatzes bei dieser Übung sehr beeindruckt. Beim direkten Vergleich der unterschiedlichen Dekontaminationsplätze konnten sie sich ein Bild von den Stärken und Schwächen der Einsatzmittel machen.

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