Bürger nageln Bemerkungen, Anregungen und Wünsche an „Reformationstür“

Thesen für den Kirchenkreis

An die „Reformationstür“ (rechts) können Besucher Wünsche und Anregungen Nageln – so wie hier beim Cityfest. - Foto: Kirchenkreis

Altkreis Lübbecke - Was beschäftigt die Menschen in der Region? Wie wichtig ist ihnen die Kirche? Und was erwarten sie von ihr? Das soll eine „Reformationstür“ deutlich machen, die der Kirchenkreis Lübbecke bei den großen Veranstaltungen im Reformationsjahr aufstellen will. Es handelt sich um eine Tür, an die Menschen Bemerkungen, Anregungen und Wünsche nageln können – so wie einst Martin Luther seine 95 Thesen an eine Tür genagelt hat.

Auch beim Espelkamper Cityfest wurde die Tür aufgestellt. 74 Frauen und Männer teilten mit, was sie sich von der Kirche wünschen, aber auch Dank wurde immer wieder deutlich. Gäste notierten Sätze wie: „Kirchensteuer muss bleiben“, „Ich zahle meine Kirchensteuer gerne“ oder „Zähne zeigen! Rücken gerade! Für die Menschen! Weiter so!“ Andere Notizen beschäftigten sich laut einer Pressemitteilung des Kirchenkreises mit Dank für Kirchenmusik, Frauenfrühstück und schöne Gottesdienste.

Gefordert wurden ansprechende Gottesdienste, bei denen die Sprache der Menschen berücksichtigt wird: „wie der Schnabel gewachsen ist“ und nicht „einstudiert“. Gewünscht wurde zudem mehr mediale Präsenz. Die Kirche solle mehr zu den Menschen kommen.

Ein weiterer Wunsch, der immer wieder zur Sprache kam, war der nach Offenheit. „Kirche möge die Vielfalt von Menschen, Kulturen und Religionen anerkennen“, „Ich wünsche mir eine offene Kirche für alle Menschen“ oder „Geht an die Hecke und Zäune und investiert in Beziehungen“, hieß es auf den Thesen-Zetteln.

Neben diesen Wünschen und Bemerkungen spielte die spirituelle Dimension eine Rolle. Das Getragensein in Gott und die Liebe kamen in vielfältiger Weise zum Ausdruck. Es war zum Teil sehr berührend, wie persönlich die Menschen sich ausdrückten, so der Kirchenkreis. Der Wunsch nach Gespräch und Gebet sei spürbar gewesen.

„Wir waren überrascht über die gute Resonanz, die unsere Befragung hatte“, sagte Organisatorin Pfarrerin Christine Scheele. „Es machte den Menschen sichtlich Freude, „ihre“ These an die Tür zu nageln.

„Es ist gut zu hören, wie wichtig den Menschen im Lübbecker Land immer noch Gottesdienst und Seelsorge sind“, findet Scheele.

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