„In alter Frische“ bietet lockeren Spaß vor vollem Haus

Kuhdamm-Komödie mit Witz und Charakter

Selfie für Anfänger: Ludwig von Schwitters (Walter Plathe) und Paula Pfitzner (Joanna Semmelrogge).  J Foto: Knickmeyer

Espelkamp - Von Volker Knickmeyer. Die Komödie am Kurfürstendamm ist im Espelkamper Theater stets gern gesehen. Ob Anita Kupsch oder jetzt Walter Plathe und seine Mitspieler – die Berliner stehen für lockere Unterhaltung, die immer für ein volles Haus sorgt. So auch am Sonntagabend bei der Komödie „In alter Frische“ vom österreichischen Autor Stefan Vögel. Obwohl ein Ausfall bei den Schauspielern zu beklagen war, konnten alle Rollen besetzt werden. Dem Witz und Charakter der Kudamm-Komödie tat die kurzfristige Umbesetzung keinen Abbruch.

Brigitte Grothum sollte eigentlich die Rolle der Elisabeth Kerr, der einzigen Frau unter kauzigen alten Männern, spielen. Kurzerhand übernahm Konstanze Proebster diese Position. Dafür wurde ihre Rolle als Schwester Isolde mit einem männlichen Pfleger (Alexander Rogge) besetzt. Dem sehr stattlichen Mann wurde der Spitzname „Panzerkreuzer“ verliehen.

Dominiert wird die Komödie durch Ritter Ludwig von Schwitters-Elblingen (Walter Plathe), einem launischen alter Knochen, der angibt, früher einmal Direktor einer Eliteschule gewesen zu sein. Dass ihm jetzt diese leicht chaotische Paula (Joanna Semmelrogge, Tochter von Martin Semmelrogge) einmal wöchentlich das leckere Schnitzel in die Seniorenresidenz bringt, ist ihm überhaupt nicht recht. Doch zwischen den sonntäglichen Trivial-Pursuit-Partien mit den Mitbewohnern Elisabeth, Norbert (Philipp Sonntag) und Franz Josef (Siegfried Kadow) ist der alte Grantler auf die Botengänge des Mädchens angewiesen. Und langsam aber sicher entwickelt sich eine raubeinige Freundschaft, in der der Alte dem Mädchen vor allem in puncto „Mathe“ auf die Sprünge hilft. Die Botschaft ist klar: Die Generationen können voneinander lernen und profitieren – allerdings muss man dabei etwas über den eigenen Schatten springen.

Unter der Regie von Marcus Ganser hagelt es Kalauer: „Zeit für Medikamente! Was, es gibt Ente?“ Oder die sozialkritische Variante: „Die Verwaltung hat es nicht gerne, wenn jemand unerwartet stirbt.“ Immer wenn die vier Senioren zusammen am Tisch sitzen und sich beim Gesellschaftsspiel mit Worten bewerfen, kommt richtig Stimmung auf. Der eine ist leicht dement, der andere hat über zehn Dioptrien, aber egal, man kann die schrulligen Senioren gern haben. Zwischendurch animiert die junge Essensbotin die alten Leutchen zu einem Rap, in den sie Lebensweisheiten packt. Schwitters-Elblingen bekommt einen Herzanfall, der zum Glück gut ausgeht – danach ist er fitter als vorher.

Zwar plätschert das Stück vor allem am Beginn etwas zu lange vor sich hin, aber in Erwartung des nächsten Kalauers wird es nie langweilig. Obwohl reichlich flapsige Bemerkungen über das Alter und seine Gebrechen kamen, amüsierten sich die zahlreich im Publikum erschienen Senioren prächtig. Lang anhaltender Applaus war den Akteuren sicher.

Mehr zum Thema:

500 Zivilisten in Aleppo getötet

500 Zivilisten in Aleppo getötet

Grundschule Horstedt feiert Geburtstag

Grundschule Horstedt feiert Geburtstag

Nikolaus im Kindergarten Stuckenborstel

Nikolaus im Kindergarten Stuckenborstel

Werder-Training am Donnerstag

Werder-Training am Donnerstag

Meistgelesene Artikel

Besucher erleben Zauber der Leverner Weihnachtswelt

Besucher erleben Zauber der Leverner Weihnachtswelt

Fahrer stirbt bei Unfall in Espelkamp

Fahrer stirbt bei Unfall in Espelkamp

Weihnachstmärkte am 3. Advent 

Weihnachstmärkte am 3. Advent 

Nachdenkliche Töne

Nachdenkliche Töne

Kommentare