Startschuss für die Erarbeitung einer Kirchenkreiskonzeption mit Tagung im Ludwig-Steil-Hof / Viele Anregungen erhalten

Aufbruch zu neuen Wegen

Wo und wie schlagen die Herzen der Menschen, die dem Kirchenkreis Lübbecke ein Gesicht verleihen? Das wurde mit handlungsbezogenen Einheiten herausgearbeitet.  - Fotos: Schubert

Espelkamp - „Es herrscht eine Aufbruchsstimmung“, freute sich Dr. Uwe Gryczan zu Beginn der Auftaktveranstaltung zur Erstellung einer Konzeption für den Kirchenkreis Lübbecke. Rund 120 Engagierte aus allen Gemeinden waren am Sonnabend in den Ludwig-Steil-Hof in Espelkamp gekommen. Rund sieben Stunden später hatte der Superintendent noch immer Grund zum Strahlen: „Es hat viele Anregungen und Impulse gegeben, es ist ganz viel entstanden.“

Superintendent Dr. Uwe Gryczan fand für den Auftakt motivierende Worte.

Die Menschen aus den verschiedenen Regionen und Arbeitsbereichen hätten sich in Kleingruppen ausgetauscht. „Angesichts dieser Fülle ist nun erst einmal eine längere Nacharbeit und Auswertung erforderlich“, so Gryczan. Damit der Prozess reife Früchte trage, habe man sich mit den Pfarrern Norbert Deka (Gelsenkirchen) und Rüdiger Simoneit (Münster) erfahrene Berater zur Seite geholt. „Die beiden wissen, wie Kirche tickt, und sind als Externe neutral.“ Ein tragfähiges Konzept soll bis 2018 erarbeitet sein.

Gryczan freute sich, dass auch anfängliche Skeptiker nun mit Blick auf eine zukunftsfähige Kirche bereit seien, sich einzubringen. „Wir wollten mit dieser Veranstaltung motivieren, wollen noch einmal erläutern, warum dieser arbeitsintensive Prozess der Erstellung einer Kirchenkreiskonzeption notwendig ist. Vor allem wollen wir zunächst das Gemeinschaftsgefühl stärken. Denn wenn man gemeinsam ein Konzept entwickelt, muss man sich persönlich besser kennen lernen.“ Nach einführenden, motivierenden Worten des Superintendenten, des ehrenamtlichen Synodalvorstandsmitgliedes Henning von Eichel-Streiber und den „Hardfacts“ von Verwaltungsleiterin Elisabeth Halwe-Grote sollten folgende Punkte erabeitet werden: Wo und wie schlagen die Herzen der Menschen, die dem Kirchenkreis sein Gesicht verleihen, welche Stärken und Probleme bestehen in den einzelnen Gemeinden und wie können „Hardfacts“, Prognosen und Problemfelder vor dem Hintergrund der Stärken- und Ressourcennutzung zu einem tragfähigen Programm zusammengefasst werden.

Vier Querschnitte beleuchtet

Aus der Fülle an Aspekten kristallisierten sich im Rahmen der Gruppenarbeit vier Querschnittsthemen heraus: „Visionen und Stärken“, „Gebäude“, „Finanzen“ und „Menschen, die in der Kirche mitarbeiten“.

Das Thema „Visionen und Stärken“ habe gezeigt, dass Kirche in den Gemeinden des Kirchenkreises Lübbecke sehr präsent sei. „Es gibt dort viele Stärken, die es gilt, über die Gemeindegrenzen hinweg zu transportieren, damit all unsere Gemeinden davon profitieren“, sagt Gryczan. Man könne voneinander lernen und so Überlastungen vermeiden. Man müsse sich aber auch hier und da von liebgewordenem trennen.

Im Bereich Finanzen wertete Gryczan die derzeitige Phase als eine, in der trotz Abwärtsbewegung noch Raum zum Luftholen sei. „Wir müssen diese Gelegenheit nutzen, um die Weichen für die Zukunft neu zu stellen.“ Das bedeute neben der Prüfung der Schlüsselaufteilung auch das Nachdenken über die Stärkung der Einnahmesituation jenseits der Kirchensteuer. „Das können Spenden und Fundraising, aber vielleicht auch neue Modelle sein, die wir im Moment noch überhaupt nicht vor Augen haben“, so Gryczan.

„Trotz enger werdender Finanzen brauchen Gemeinden einen Identifikationspunkt für ihren Glauben“, sagte der Superintendent mit Blick auf die Gebäude. Die Kirche im Ort gebe den Menschen und insbesondere den Gemeindegliedern ein Heimatgefühl. Hinzu komme die historische Bedeutung der Gotteshäuser. „Die Frage der Wirtschaftlichkeit darf jedoch nicht außen vor gelassen werden.“

Besonders spannende Akzentsetzungen hätten sich beim Themenquerschnitt „Menschen, die in der Kirche arbeiten“ ergeben. „Was eine Gemeinde braucht, sind Gesichter, sind Menschen, die sich mit ihrer Arbeit identifizieren.“ Kommunikation und Transparenz seien das A und O, um gemeindeübergreifend Erfolg zu haben. Mit 2 500 Ehrenamtlichen und 500 Hauptamtlichen habe man ein Riesenteam von Menschen, das etwas bewegen könne, ist Gryczan überzeugt. Ein Stadt-Land-Denken unter den Teilnehmern sei bereits bei der Einstiegsrunde nicht sonderlich herausgestochen. „Die in der Stadt Engagierten zeigten ebenso Einfühlungsvermögen und Verständnis für die Situation auf dem Lande wie anders herum.“

Nach Auswertung der Ergebnisse der Auftaktveranstaltung soll es voraussichtlich im Januar eine zweite große Zusammenkunft aller Mitarbeitenden geben. Dann stehe die Leitbildentwicklung im Mittelpunkt, kündigte Gryczan an. „Es gilt zu klären, auf welcher biblischen Grundlage wir zukünftig arbeiten wollen. Dafür kann eine biblische Geschichte oder eine Figur aus der Bibel – wie das Bild des guten Hirten – eine entsprechende Basis sein.“

Auch nach der Auftaktveranstaltung können Interessierte zum Kreis der Mitarbeitenden hinzustoßen. Daher sollen die Ergebnisse der Auftaktveranstaltung auch transparent in die Gemeinden kommuniziert werden. „Das Thema Kommunikation wird darüber hinaus ein weiteres sein, das uns vertieft beschäftigen wird“, so Gryczan mit Blick auf die sozialen Netzwerke.

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