Die SPD wählt ihren Bundestagskandidaten für Rotenburg-Süd und den Heidekreis

Klares Votum für Lars Klingbeil

Kandidat Lars Klingbeil (l.) und Ehrengast Martin Schulz (r.) in Walsrode. - Foto: Muschter

Walsrode - Für die SPD stand im Wahlkreis 35 am Freitag die Kandidatenwahl für den Deutschen Bundestag 2017 in der Walsroder Stadthalle an: Lars Klingbeil stellte sich erneut zur Verfügung. 1 221 SPD-Mitglieder aus Rotenburg I und dem Heidekreis waren angeschrieben worden, 159 Stimmberechtige dem Ruf gefolgt. Sie schickten Klingbeil bei drei Gegenstimmen ins Rennen um das Direktmandat.

Martin Schulz, Präsident des EU-Parlaments, hielt vor den Sozialdemokraten in der Stadthalle eine flammende Rede, in der er erklärte: „Die SPD will die Wahl 2017 gewinnen“. Die Frage, wer als Kanzlerkandidat der SPD die Partei zum Sieg führen soll, wurde aber auch in Walsrode nicht beantwortet. Den Wind aus den Segeln dieser brisanten Entscheidung nahm Reinhard „Timmy“ Wendt mit der humorvollen Erklärung, für ihn sei diese Frage schon entschieden: „K für Klingbeil.“

Klaus Manal, Kreisvorsitzender der Rotenburger SPD, machte in seiner Eröffnungsrede deutlich, dass Europa drohe auseinanderzubrechen. „Politik wird nicht einfacher. Der Druck, Lösungen zu finden, wächst.“

„Es ist acht Jahre her, dass Ihr mir das Vertrauen ausgesprochen habt, seitdem war es turbulent und anstrengend, aber wir haben ordentlich was bewegt“, sagte Klingbeil. Dem Gast des Abends dankte er: „Martin Schulz, du bist für mich das Gesicht Europas.“ Es sei „eine große Ehre, deine Vorband zu sein.“ In den vergangenen Jahren sei es für den Wahlkreis gelungen, die Y-Trasse zu beerdigen und ein Stück des Fallingbosteler Truppenübungs-platzes als Gewerbegebiet umwidmen zu können. Klingbeil stellte drei Themen für die kommenden Jahre vor: „Die Amerika-Linie wird kommen, aber nur zu unseren Bedingungen.“ Breitbandausbau, Glasfaser in jedes Haus, sei ein weiterer Punkt auf seiner Agenda. Auch das Thema der gehäuften Krebserkrankungen in Bellen sei ihm wichtig.

Er habe in den vergangenen Jahren im Wahlkreis an tausende Türen geklopft, so Klingbeil. „Wir fragen, was die Menschen bewegt. Ich will neue Wege gehen, öffentlich, transparent und bürgernäher.“ Klingbeil zitierte einen Familienvater, der „alles so hinkriegen“ würde. Aber es sei schwerer geworden. Er erwarte von der SPD, dass sie ihn nicht vergesse. Diese Mahnung werde Klingbeil in den Wahlkampf mitnehmen. Er mache Politik, weil er wolle, dass es besser werde für seine Region. „Wenn ich wieder in den Bundestag gewählt werde, werde ich mich intensiver einmischen. Ich möchte, dass die SPD lernt, wieder eine selbstbewusste Partei zu werden.“

Schulz nahm den Ball auf, „Die SPD hat den Anspruch, dieses Land zu führen.“ Dieser Abend sei für einen Bundestagsabgeordneten der wichtigste, „wenn die Partei zeigt, dass sie hinter dir steht.“ Schulz erklärte: „Für mich bist du eine authentische Persönlichkeit.“

Die Welt sei in Veränderung, sagte Schulz und nannte die Stichworte Le Pen, Trump und Brexit. Ein postfaktisches Zeitalter, in dem nicht Fakten zählten, sondern Emotionen. Hass, Hetze und Intoleranz griffen um sich. „Da sind wir als SPD gefordert, entgegenzutreten.“ Er sei stolz, dass Steinmeier Bundespräsident werden würde, „er steht für die Werte unserer Partei“.

Europa sei in Gefahr, so Schulz, „Frieden und Freiheit sind nicht in Stein gemeißelt“, warnte er. Man müsse die „epochalen Errungenschaften der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts wahren“. 1917/18 sei Europa innerhalb kürzester Zeit zusammengebrochen. „Wer hat in der Folge Angst in Sündenbock-Politik und Hass umgewandelt?“ Die Populisten von heute benutzten die Rhetorik der 30er-Jahre des vergangenen Jahrhunderts, das dürfe man nicht zulassen. Die Menschen erwarteten nicht, dass die SPD sie zu Millionären mache, aber „sie erwarten ein würdiges Leben“, sagte Schulz.J cc

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