CDU wählt Direktkandidatin / Ulrike Jungemann holt fast ein Drittel der Stimmen

Kathrin Rösel ist nominiert

Auf der Nominierungsveranstaltung in Walsrode: Hans-Heinrich Ehlen, Reinhard Grindel, Ulrike Jungemann, die freudestrahlende Kathrin Rösel, Mechthild Ross-Luttmann und Gerd Engel (v.l.). - Fotos: Muschter

Walsrode - Die Entscheidung, wen die CDU im Wahlkreis 35 Rotenburg I und Heidekreis als Direktkandidatin für die Bundestagswahl 2017 aufstellt, fiel am Samstag in Walsrode. Mit 206 Stimmen bekam die sichtlich glückliche Kathrin Rösel, Bundestagsabgeordnete aus Leiferde, die Mehrheit. Ulrike Jungemann, Angestellte des Landkreises aus Rotenburg, überzeugte fast ein Drittel der CDU-Mitglieder bei 89 von 295 Stimmen.

Der Vorsitzende des Kreisverbands Rotenburg, Hans-Heinrich Ehlen, eröffnete die Wahlkreismitgliedervollversammlung. Der Saal der Stadthalle war voll besetzt.

Die Bewerberinnen hatten jeweils 15 Minuten, um sich vorzustellen. Rösel ist als Nachfolgerin für Reinhard Grindel bereits im Bundestag tätig. Sie begann ihre Rede mit der Klarstellung: „Es geht bei dieser Wahl nicht um den Heidekreis oder Rotenburg, es ist gleich, wer von uns beiden hier nominiert wird. Es geht um so viel mehr.“ Sie bedankte sich, dass sie als Nachfolgerin Grindels mit so großer Offenheit empfangen worden sei. „Die Zukunft des ländlichen Raumes ist mir wichtig.“ Breitband über 50 MBit sei notwendig, damit Unternehmen investierten und so Arbeitsplätze für die Kinder der Region bieten könnten. Die Nahversorgung mit Hausärzten und Krankenhaus müsse so gut sein, dass „ältere Menschen so lange wie möglich zu Hause bleiben können.“ Gute Lebensbedingungen zu schaffen und zu erhalten, sei ihr Ziel. „Ich komme selbst aus der Landwirtschaft.“ Ihr sei klar, welche Rahmenbedingungen ohne hohen bürokratischen Aufwand notwendig seien. „Wem ich die Hand reiche, der muss sie auch annehmen, mit allen unseren Werten und dem Grundgesetz“, stellte sie ihre Auffassung zur Flüchtlingsfrage dar. „Ich sehe die CDU nah am Menschen. Wir müssen erreichen, Rot-Rot-Grün auf Bundesebene zu verhindern.“

Jungemann war vor einem halben Jahr gefragt worden, ob sie sich das Mandat zutraue. In einer eher emotional aufgebauten Rede erklärte sie: „Mir sind die Themen und Schwierigkeiten des Wahlkreises aus meiner Tätigkeit beim Landkreis Rotenburg gut bekannt.“ Aus den vielen Kontakten mit den politischen Gremien sehe sie die Energieversorgung mit Bioenergie, Sonne und Wind als wichtiges Thema, ebenso wie die Infrastruktur und das Breitband. „Ich habe bei meiner Arbeit mit Flüchtlingen in ängstliche und traurige Augen gesehen.“ Flüchtlingen mit Bleiberecht müsse man eine Zukunft geben, die Menschen aus sicheren Herkunftsländern müssten zurück. Zudem liege ihr Augenmerk auf der Wohnbau-Entwicklung. Der Traum vom „Haus auf dem Land“ dürfe nicht an Geruchsbelastungen scheitern: „Das will ich ändern, das Baurecht muss an die Wirklichkeit angepasst werden.“ Sie habe keine große politische Erfahrung, sei aber sehr gut vernetzt. Sie habe den Mut und die Ehrlichkeit, um den Wahlkreis in Berlin zu vertreten.

Grindel äußerte seine Sorge um den Volksparteicharakter der CDU. Drei Strömungen, christlich sozial, soziale Marktwirtschaft und konservativ, seien durch Helmut Kohl, Norbert Blüm, Gerhard Stoltenberg und Alfred Dregger verkörpert worden. Heute brauche es wieder mehr Personen als Programm. „Vielfalt als Stärke, eine Vielfalt an Persönlichkeiten, das wünsche ich unserer Union.“ Wenn Menschen, die sich als Verlierer der Gesellschaft sähen, ihre Hoffnung auf einen Milliardär setzten, dann habe nicht Trump gewonnen, sondern die politische Klasse verloren.J cc

Mehr zum Thema:

Immer mehr Wohnungslose in Deutschland

Immer mehr Wohnungslose in Deutschland

Van der Bellen neuer Präsident in Österreich

Van der Bellen neuer Präsident in Österreich

Weihnachtsmarkt in Nordwohlde

Weihnachtsmarkt in Nordwohlde

Klaus Allofs' Erfolge

Klaus Allofs' Erfolge

Meistgelesene Artikel

Nach Unfall auf A7: Polizei leitet Verfahren gegen Gaffer ein 

Nach Unfall auf A7: Polizei leitet Verfahren gegen Gaffer ein 

Drei Menschen bei Unfall schwer verletzt 

Drei Menschen bei Unfall schwer verletzt 

Als die Mondsichel …

Als die Mondsichel …

Abbruch in der 90. Minute

Abbruch in der 90. Minute

Kommentare