„Walsrode schockt – Defibrillatoren gegen den Herztod“ auf dem Rathausvorplatz

Die ersten Sekunden sind entscheidend

Bürgermeisterin Helma Spöring gemeinsam mit Klaus Hammer, Leiter der zentralen Notfallaufnahme des Heidekreisklinikums Walsrode, Dr. Olaf Weber-Behrmann von den Rotariern aus Walsrode und DRK-Kreisbereitschaftsleiter Dennis Protz (v.l.) mit dem Defibrillator und einer Übungspuppe. - Foto: Müller

Walsrode - Es sind die Geschichten, die ein ganzes Leben entscheiden, bei denen nur zwei bis drei Sekunden lebenswichtig werden können. „Da war der junge Schiedsrichter, der plötzlich zusammenbrach. Gottseidank war ein Defibrillator (AED) zur Stelle, der fachgerecht eingesetzt werden konnte. Er hat dem jungen Mann das Leben gerettet.“ Der Leiter der zentralen Notaufnahme im Heidekreis-Klinikum, Klaus Hammer, weiß wovon er spricht. Und weil dieses kleine Gerät, der Defibrillator, so wichtig ist, stellten der Rotary-Club Walsrode, das Heidekreisklinikum und das Deutsche Rote Kreuz in einer zentralen Aktion am auf dem Walsroder Rathausvorplatz das Gerät vor. Viele Besucher kamen und ließen sich informieren.

In weiten Teilen Englands gibt es an fast allen großen Straßen diese Geräte. „Der Rotary-Club Walsrode hat sich zum Ziel einer mehrjährigen Kampagne gesetzt, diese Aktion gegen den schnellen Herztod durchführen“, sagt Dr. Olaf Weber-Behrmann, Internist in Bad Fallingbostel und Rotarier. „Wir haben im Vorfeld bereits elf Geräte verkaufen können. Apotheken in Walsrode und Fallingbostel, andere Betriebe in der Stadt und die Stadtwerke Böhmetal haben sie erhalten und werden sie in einem öffentlichen Bereich, für alle zugänglich, aufstellen.“ Beispielsweise an den Sportplätzen oder am Schwimmbad. Noch ist in diesem Defibrillator-Bereich „Notstand“ im Heidekreis, nur wenige hätten sich schon ein Gerät angeschafft. Unter anderem das „anders“ Hotel in Walsrode, das für seine Mitarbeiter einen einleitenden Kurs gemeinsam mit dem DRK Walsrode durchgeführt habe, berichtet Klaus Hammer.

„Unser Ziel ist es, einmal flächendeckend Walsrode und den Heidekreis mit diesen Geräten versorgt zu wissen. Anfragen können direkt an den Rotary-Club gestellt werden“, so Weber-Behrmann, der die Aktion im kommenden Jahr wieder durchführen möchte. Anfragen von Firmen, aber auch von privaten Personen liegen vor. Die Kosten für das Gerät betragen um die 2 000 Euro.

Hammer erzählt eine kleine Geschichte, die er vor einiger Zeit in der Walsroder Innenstadt erlebte: „Unser Rettungswagen stand an einer Ampel und musste warten, als in der daneben befindlichen Kneipe ein Mann zusammenbrach. Wir waren sofort zur Stelle und haben ihn mit dem Defibrillator das Leben retten können.“ Hammer macht aber auch klar, dass die Zeit entscheidend ist. „Und irgendwann müssen wir alle einmal sterben.“ Das Heidekreis-Klinikum sei komplett mit diesen Geräten ausgestattet. „Wir sind so froh darüber.“

Die Besucher durften das Gerät an einem „Dummy“ ausprobieren. Mit der Aktion auf dem Rathausvorplatz wolle man den Menschen die Angst davor nehmen, in den entscheidenden Minuten aktiv zu werden, so Hammer.

Walsrodes Bürgermeisterin Helma Spöring, die den kräftigen Kaffee für die Veranstaltung kochte und spendierte, testete den Defibrillator ebenfalls und zeigte sich sehr angetan von dem Erfolg des Rotary-Tages. Im Jahr seines 40. Bestehens wurde eine der wichtigsten Aktionen überhaupt angeschoben. „Walsrode schockt(e)“ an diesem Herbsttag kräftig für die Gesundheit. - mü

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