Kongeniale Partner „Jan & Simon“ mit neuem Programm 

Treuherzig und tückisch

Gut drauf und bestens in Form: „Jan & Simon“ begeisterten das Publikum im Burghof Rethem. - Fotos: Niemann

Rethem - Ein rundum begeistertes Publikum, nicht enden wollender Applaus und zwei um die Wette strahlende Künstler im Rethemer Burghof: Bei einem ebenso unterhaltsamen wie mitreißenden Konzert- und Kabarettabend konnte das Duo „Jan & Simon“ mit seinem brandneuen dritten Programm „Halleluja“ gleich an zwei Abenden einen Erfolg auf ganzer Linie verbuchen. Die Lieder der Kabarettisten regten zum Nachdenken an, sorgten aber auch für vergnügliche Heiterkeit beim Publikum.

Die Zuschauer fühlten sich bestens unterhalten.

Bereits die Vorpremiere am Freitagabend kam einem „Himmelfahrtskommando“ gleich. Und die Akteure, zwei von Kritikern als neue Shooting-Stars der Kabarettszene gefeierte blitzgescheite Entertainer, die mit Preisen wie dem Prix Pantheon (2014), Deutscher Kleinkunstpreis (2016) oder Bayerischer Kabarettpreis (2016) geradezu überschüttet wurden, haben den Rethemer Veranstaltungen eine richtige Perle hinzugefügt. Wenn Simon und Jan auftreten, dann fiebern die Fans und frohlocken die Liebhaber intelligenten Sprachwitzes. Denn die Wahl-Oldenburger (Insider wissen, dass die Wiege von Simon einst in Bierde stand) reimen, singen, philosophieren und schwadronieren sich durch das vitale, pralle Leben, immer begleitet durch sich selber an den Gitarren. „Alles nur gelogen. Im Himmel warten keine Jungfrauen; und wenn, dann wollen sie’s auch bleiben...“, sangen die kongenialen Partner, die mit diesem Song die allgemeine Verlogenheit kritisierten.

Ihre Texte sind dabei stets zutreffend, zuweilen auch anzüglich und schlüpfrig, wenn sie schmerzfrei und sarkastisch Konsum, Politik, Religion oder in „Leider geil“ den selbstherrlichen Egoismus karikieren, wie er im Grunde jedem Mensch zu Eigen ist. Eine Textpassage daraus: „Wer ist die Schrulle da neben mir im Bett, war wohl gestern Abend leider geil...“ Zu so vielen Themen hatte das Duo – wobei Jan das Sprachrohr gab – etwas zu sagen. Dabei wurde die Härte der Wörter zunächst ins Poetische entrückt, um sie danach gleich ans Messer zu liefern, so dass man auf einer Arschgeige sogar Symphonien spielen kann.

Ganz entspannt gaben sie sich dabei, geradezu naiv mit kindlichem Gemüt, als könnten sie kein Wässerchen trüben, während aus der Treuherzigkeit der Blicke die Tücke erwuchs. Indes standen die Texte deutlich im Kontrast zur Musik. Die Gitarrenklänge kamen oft einfühlsam, fast zärtlich daher, was die mit sanften Stimmen vorgetragenen zynischen Inhalte noch eindrucksvoller zum Tragen brachte. „In Lampedusa gehen Menschen unter, ich sitze auf meiner Jacht und schaue mir Teleshopping an. Lass die graue Scheiße gar nicht an mich ran – weil ich kann“, hieß es in „Weil ich kann“. Dazu gluckste das Publikum, das auch schon mal den Begleitchor geben musste.

„Das Programm ist ein echtes Highlight. Es macht Spaß“, so das Fazit von Besuchern nach der Vorpremiere, und dass man sich das Duo auf keinen Fall entgehen lassen sollte. 

nie

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