Geschäftsleute spüren die Sperrung der B 209

Rethem im Ausnahmezustand

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Die Ortsdurchfahrt Rethem war für die Sanierungsarbeiten an der B 209 voll gesperrt. 

Rethem - Es ist schwer festzustellen, wer sich mehr ärgert, die Rethemer, die nicht Richtung Walsrode aus ihrer Stadt herauskönnen oder zumindest nur über Umwege, oder diejenigen, die mit ihren Autos von außerhalb nicht über die Allerbrücke in die Stadt hineinfahren können. Wegen der Sanierung ist die B209 im Bereich Rethem längere Zeit von Sperrungen betroffen.

Niemand ist glücklich, vor allem die Geschäftsleute befürchten Einbußen. Andererseits besteht bei den meisten auch Verständnis, zumindest hinsichtlich der Baumaßnahme. Nicht wenige Menschen fragen sich allerdings, ob das Ganze nicht anders hätte geplant und durchgeführt werden können.

Schäden an der Straße von Alten- nach Kirchwahlingen.

Unannehmlichkeiten bringt die Sperrung der B 209 auf jeden Fall für diejenigen, die auf die andere Seite der Aller fahren wollen. Dazu gehören Betroffene, die in Walsrode arbeiten, ältere Menschen, die zum Arzt nach Rethem müssen und denen ein Marsch von den Parkplätzen an der Allerbrücke bis zur Praxis Heitmann/Zink oder Klaus und Julia Dellbrügge nicht zuzumuten ist. Für alle Bürger, die nach Bomlitz oder Fallingbostel möchten, hält sich der Umweg in Grenzen.

„So leer wie heute ist es mir in unserer Stadt noch nie vorgekommen, selbst beim Schlachter brauchte ich nicht anzustehen“, sagte eine Passantin am Samstag.

Georg Mahler, Rethems Ortsbrandmeister, hat natürlich besonders die Belange der Feuerwehr im Auge. „Uns kam es darauf an, dass es bei Einsätzen und Hilfeleistungen für uns keine Einschränkungen gibt, und das ist auch gewährleistet“, erzählt er.

„Einen Augenblick, es ist doch tatsächlich ein Kunde gekommen“, vertröstete Ina Wulff-Irmler von Mode und Wäsche Wulff. Als heftig und durchaus schmerzlich bezeichnet sie die Einbußen, die schon am ersten Tag feststellbar seien. „Zuerst hieß es ja, die Vollsperrung dauere nur drei Tage“, doch jetzt seien alle am Schimpfen. Drei Wochen seien entschieden zu viel.

Thomas Schmidt, Inhaber des Rethemer NP Marktes.

Ähnlich sieht es Thomas Schmidt, Betreiber des NP Marktes. Wie die übrigen Befragten sieht er die Notwendigkeit der Straßensanierung ein. Was ihn besonders stört, ist der Mangel an Information, egal, ob von Seiten des Straßenbauamtes oder der Stadt. „Ich habe mehr oder weniger zufällig durch Kunden von den geplanten Maßnahmen gehört. Wären mir die Baumaßnahmen eher bekannt gewesen, hätte ich zum Beispiel weniger Ware geordert.“ Als nett habe er es empfunden, dass sich einige Kunden regelrecht abgemeldet hätten. Es sei aber immer zu befürchten, dass manch einer nicht wieder zurückfinde. Zu den größeren Kunden des NP Marktes zählt Schmidt die Rethemer Fähre, das Gasthaus Rüpke in Altenwahlingen und den Altenwahlinger Heidehort. „Wenn solche Kunden wegbrechen, merke ich das schon.“ Auf etwa 15 Prozent beziffert er seinen Verdienstausfall.

„Die Baumaßnahme war fällig“, stellte ein weiterer Passant fest. Aber auch er kritisierte mangelnde Informationen im Vorfeld.

Eine Frage, die sich schon jetzt stellt und wahrscheinlich für Zündstoff sorgen wird, bezieht sich auf den Zustand der Straße zwischen Alten- und Kirchwahlingen, aber noch mehr auf deren Seitenstreifen. Wer wird wohl für die Beseitgung der Schäden aufkommen? 

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