Verwaltungsstandort Thema im Bau- und Friedhofsausschuss der Samtgemeinde

Noch einmal ganz von vorne?

Ein Blick von oben. Der rote Teil ist der Neubau.

Rethem - Eigentlich sollte Architekt Jürgen Niemeyer vom Walsroder Planungsbüro Niemeyer im Bau- und Friedhofsausschuss der Samtgemeinde Rethem nur die Raumplanung im künftigen Sparkassenhaus Rethem vorstellen. In dort angemietete Räume soll die Verwaltung nach einem Grundsatzbeschluss des Rates vom Juni umziehen. Doch angesichts der Skizzen entwickelte sich eine kontroverse Diskussion, die in der Aussage von Stephan Lüchau, SPD, gipfelte: „Wenn der Rat merkt, dass er in einer Sackgasse ist, sollte er rechtzeitig umdrehen und nicht bis zum Wendehammer laufen.“

Verwaltungschef Cort-Brün Voige erläuterte den zahlreichen Einwohnern, warum der Rat die Entscheidung zum Umzug der Verwaltung getroffen hatte (wir berichteten). „Dieses Modell erschien als die wirtschaftlich günstigste Lösung.“ Um die Verwaltung zu beherbergen, soll angebaut werden, so dass sich die Größe des Gebäudes quasi verdoppelt. Das alte Rathaus solle im Eigentum der Samtgemeinde bleiben und einer öffentlichen Nutzung zugeführt werden, so Voige. Der Raumbedarf der Verwaltung sei ermittelt worden und mit der Kreissparkasse sowie Jürgen Niemeyer besprochen worden.

Niemeyer sagte, dass die Vermietung nicht mehr genutzter Räumlichkeiten im Interesse der Sparkasse sei – nicht nur in Rethem. Das Obergeschoss im Gebäude am Amtshauptmann-Jordan-Platz werde so gut wie nicht mehr genutzt. „Wir suchen Partner, die passen und zuverlässig sind.“ Er machte deutlich, dass nichts gemacht werde, was nicht die breite Mehrheit der Bevölkerung mittrage.

So könnte bei einem Einzug der Verwaltung ins KSK-Gebäude das Erdgeschoss aussehen. - Grafiken: Planungsgruppe Niemeyer

Die KSK werde im Erdgeschoss bleiben. Dort solle auch ein Café mit Innen- und Außensitzplätzen angesiedelt werden. Die Verwaltung werde dort mit einem Bürgerbüro, Informationsbereich, Poststelle und Kassenbereich zu finden sein, so Niemeyer. Die meisten Verwaltungsräume befänden sich im Obergeschoss, das auch per Fahrstuhl erreichbar sei. Überwiegend seien die Einzelbüros zwischen 16 und 19 Quadratmeter groß. Insgesamt ständen 629 Quadratmeter für das Rathaus zur Verfügung, 166 Quadratmeter für das Café und 209 Quadratmeter für die Sparkasse.

Kritik äußerte Frank Leverenz, CDU: „Über 600 Quadratmeter sind deutlich zu groß.“ Derzeit nutzt die Verwaltung 440 Quadratmeter.

Es folgte eine Diskussion über Bürogrößen und den Sinn von Einzelarbeitsplätzen. Andere Räume sind nach Ansicht von Ausschussmitgliedern überflüssig oder überdimensioniert.

Dr. Kathrin Wrobel, CDU, zeigte sich entsetzt angesichts der „Erbsenzählerei“. Es sei in allen Bereichen mit Publikumsverkehr zu rechnen. „Ich möchte, dass die Mitarbeiter ein gutes Arbeitsklima haben.“

Zur Idee, einzelne Räume im alten Rathaus weiter zu nutzen, sagte Voige, dass sie sich damit Chancen vergäben. Ziel sei die Aufwertung des Gebäudes und, es einer einheitlichen, guten und sinnvollen Nutzung zuzuführen. Die Verwaltung solle an einem Standort sein.

Heike Hohls regte in einer Sitzungsunterbrechung an, statt eines Cafés ein Bistro anzusiedeln, worauf Voige sagte, dass die Samtgemeinde darauf keinen konkreten Einfluss habe. „Handelnde Partei ist die KSK.“ Auch Wrobel sagte, dass in Rethem ein Bistro fehle. Heiner Gümmer warnte davor, dass Kunden beim Geldabheben vom Café aus beobachtet werden könnten. Außerdem lehnten die Gewerbetreibenden ein Café ab.

Schließlich ging es nicht mehr um den Raumbedarf, sondern generell um die Anmietung der Räume. Leverenz sagte, dass im Ort die Meinung vorherrsche, dass es ein Rathaus gebe. Ein Leerstand müsse vermieden werden. Die fehlende Nachnutung treibe die Leute um.

Wrobel sagte wie Torsten Gudehus, CDU, dass man die ganze Sache betriebswirtschaftlich sehen müsse: „Die meisten sind sich nicht im Klaren darüber, in welchem desolaten Zustand das alte Rathaus ist. Um das Gebäude zu sanieren, kommen Horrorkosten auf uns zu.“ Im Sparkassengebäude zahlten sie Miete, hätten keinen Abtrag und keine Abschreibung.

„Es müssen strukturelle Veränderungen kommen.“

Wolfgang Leseberg, SPD, sagte, dass das Ganze nur eine Zwischenlösung sein könne und spielte damit auf die Zukunft der Samtgemeinde an. „Ich gehe nicht davon aus, dass wir noch in 20 Jahren so hier sitzen. Es müssen strukturelle Veränderungen kommen.“ Die Frage sei, wie lange der große Bau benötigt werde. Er wolle einen Leerstand an zentraler Stelle in der Stadt vermeiden. Ihm gehe es nicht um die Wirtschaftlichkeit.

Leseberg wollte wissen, ob das ehemalige Gelände der Aral-Tankstelle, das derzeit als Parkplatz genutzt werde, bei einer möglichen Sanierung des alten Rathauses als Containerstandort für die Verwaltung genutzt werden könnte. Voige: „An den Standort würden wir rankommen.“ Eventuell entstünden Mehrkosten wegen der EDV.

Voige erklärte, dass ihm die Belebung eines Kerngrundstückes in der Stadt wichtig sei. „Wir werden eine sinnvolle Nutzungsmöglichkeit für das Rathaus finden.“ Daran zweifelte Annette Schütz, SPD.

Einig waren sich die meisten Ausschussmitglieder, dass das Raumkonzept noch einmal überdacht werden soll. „Das ganze soll nur so groß sein wie nötig“, so Leseberg.

„Es muss einen anderen Ansatz geben“, sagte Leverenz gestern, nachdem er über die Situation nachgedacht hatte. Auf dem ehemaligen Aral-Grundstück hätte die Volksbank während ihres Umbaus Container für die Mitarbeiter aufgestellt. „Sämtliche Anschlüsse sind vorhanden.“ Es seien neue Denkanstöße entstanden. „Wir sollten die Situation nochmal auf den Prüfstand bringen.“ Container auf dem Burghof hätte er sich, nicht zuletzt wegen der Parkplatzsituation, nicht vorstellen können. Die Mietlösung sei zu groß. In der alten Legislaturperiode sollte definitiv kein Entschluss mehr gefasst werden. 

sal

Mehr zum Thema:

Auto mit vier Insassen stürzt in Elbe: ein Toter

Auto mit vier Insassen stürzt in Elbe: ein Toter

Auto mit vier Insassen stürzt in Elbe: ein Toter

Auto mit vier Insassen stürzt in Elbe: ein Toter

Hannover festigt Rang drei - St. Pauli holt Punkt

Hannover festigt Rang drei - St. Pauli holt Punkt

Weihnachtsmarkt in Diepholz

Weihnachtsmarkt in Diepholz

Meistgelesene Artikel

Weihnachtsmärkte in der Region 

Weihnachtsmärkte in der Region 

Nach Unfall auf A7: Polizei leitet Verfahren gegen Gaffer ein 

Nach Unfall auf A7: Polizei leitet Verfahren gegen Gaffer ein 

Drei Menschen bei Unfall schwer verletzt 

Drei Menschen bei Unfall schwer verletzt 

Weite Wege zum Christkind

Weite Wege zum Christkind

Kommentare