Innig, schlicht und feurig

Lena zum Berge verführt in die klassische Musik und trifft auf offene Ohren

Eine wundervolle Atmosphäre herrschte im Burghof, als die Sopranistin mit ihrer Begleitung das Konzert eröffnet. - Fotos: Niemann

Rethem - Von einem besonderen Heimbonus konnte am Samstagabend die in Rethem aufgewachsene und in Hannover lebende Sopranistin Lena zum Berge zehren. Bei ihrem von Helene Niggemeier moderierten Soloabend „Fernweh“– Sehnsucht nach Süden“ mit italienischen Arien sowie französischen und spanischen Liedern, war der Burghof mehr als gut besucht. Die Zuhörer erlebten auf Einladung des Forums Rethem zwei äußerst genussreiche Stunden. Das Publikum kannte sich, viele stammten aus dem familiären Umfeld der Sängerin oder aus den Chören, in denen auch die Mutter der Solistin, Elisabeth zum Berge, singt.

Eindrucksvoller musikalischer Abend mit Lena zum Berge.

Oh, diese Sehnsucht nach Reisen in ferne Länder. Wo ist sie schöner nachvollziehbar als auf der klassischen Bühne? Mit ihrem Programm „Fernweh“-Sehnsucht nach Süden“ brachte Lena zum Berge, wundervoll am Klavier begleitet von Maxime Perrin, dieses Gefühl nachvollziehbar in den Burghof. Die Sängerin und der Pianist präsentierten ein schön zusammengestelltes Programm, das beim Publikum großen Anklang fand. Zu Beginn des Abends bezauberte Lena zum Berge ihre Zuhörer mit einer sehr gefühlvollen Interpretation von Hugo Wolfs „Kennst Du das Land, wo die Zitronen blühn“, gefolgt von Liedern aus dem italienischen Barrock. Die weitere Auswahl aus dem Schaffen von Christoph Willibald Gluck, Antonio Vivaldi, Giuseppe Scarlatti, Ottorino Respighi, Vincenzo Bellini, Francis Poulenc, Maurice Ravel oder Manuel de Falla vereinten dabei in ihren gesanglichen Vorträgen Schlichtheit und Innigkeit ebenso wie musikalisches Feuer in einem energiegeladenen Gesang. Wunderbar in den Höhen, ausdrucksvoll und mitreißend erklang jede der Partien. 

Mühelos gelang es Lena zum Berge äußerste Konzentration und Aufmerksamkeit beim Publikum auszulösen. Außerdem artikulierte die Sängerin ihre Texte perfekt und setzte dabei als Gestaltungsmittel körperliche Gesten fein dosiert und wirkungsvoll ein. Das gefiel und berührte, zumal auch die Bühnenpräsenz der 31-Jährigen sehr beeindruckend war. Ein großes Kompliment gebührt aber auch dem Pianisten, der die Sängerin durch die Klangwelten trug. Die Abstimmung wirkte professionell, wenn Maxime Perrin am Klavier seinen Part präzise aber mit bewusster Zurückhaltung zu Gehör brachte.

Fazit: Ein klassischer Liederabend wird in der Provinz zum Erfolg, wenn er von Können getragen und mit viel Leidenschaft dargeboten wird. Und natürlich, wenn eine Tochter der Stadt die Schwellenangst nimmt. 

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