Organisationsteam und Burghofverein Rethem finden keine Einigung

Bambinomarkt: das Aus

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Über mangelndes Interesse brauchten sich die Organisatoren des Bambinomarktes keine Sorgen machen. Vor Beginn des Marktes im vergangenen Herbst bildete sich eine lange Schlange vor dem Eingang des Burghofes. 

Rethem - Der Bambinomarkt in Rethem ist Geschichte. Grund sind immer wiederkehrende Uneinigkeiten zwischen den Mitgliedern des Burghofvereins und den Organisatorinnen des Marktes. Eine zuletzt angekündigte Mieterhöhung brachte das Fass schließlich zum Überlaufen.

„Wenn einem immer wieder Steine in den Weg gelegt werden, hat man irgendwann einfach keine Lust mehr“, sagt Maike Dröscher. Sie stellt gemeinsam mit Michele Becker und Nicole Washeim seit zwei Jahren den Secondhandmarkt für Kinderbekleidung auf die Beine. Das Organisationsteam weigerte sich, die Mieterhöhung hinzunehmen.

Frank Leverenz, erster Vorsitzender des Burghofvereins, verweist auf die seit 2015 geltende Mietordnung. Die sieht vor, dass die Organisatoren des Bambinomarktes für die dreitägige Veranstaltung rund 550 Euro netto Miete zahlen müssen. Leverenz: „Wir sind den Organisatoren aber entgegengekommen.“

Im Herbst 2015 und Frühjahr 2016 verlangte der Burghofverein 170 Euro Miete netto plus eine Energiepauschale von 50 Euro. Für die jetzt folgenden zwei Veranstaltungen sollten die Organisatoren 200 Euro Miete plus Mehrwertsteuer und Energiepauschale zahlen. Anschließend, so plante der Burghofverein, würde man sich wieder zusammensetzen und über die Miete diskutieren. „Wir haben ein faires Angebot gemacht“, sagt Leverenz.

Die Mitglieder des Burghofvereins schlugen darüber hinaus vor, den Überschuss des Marktes, rund 600 Euro, der bisher an Kinder- und Jugendorganisationen sowie die Schulen in Rethem geflossen ist, an den Burghofverein zu spenden. „Ich betone, dass das Geld ausschließlich an unser Kinderprogramm geflossen wäre“, sagt Leverenz. Dazu zählen unter anderem das Kinderkino sowie das Basteln zu Weihnachten und Ostern.

Enttäuschung auf allen Seiten

Steige die Miete, bleibe am Ende ja kaum noch etwas für die Spende übrig, so Maike Dröscher. Außerdem sei die Aussage, wie hoch die Miete in einem Jahr ausfallen werde, zu vage. Die drei Damen wollen sich nicht vorschreiben lassen, an wen sie spenden. Vereine bewerben sich dafür. Das Geld gehe dahin, wo es gebraucht werde. „Das Geld wird oft auch nicht nur einem Verein gutgeschrieben“, sagt Michele Becker.

Streit zwischen den Organisatorinnen und dem Burghofverein gab es schon früher. Bereits vor einem Jahr waren sich die Parteien wegen eines Schadens an einer Glastür uneins. „Vier Wochen nach der Veranstaltung sollten wir für den Schaden aufkommen“, erzählt Maike Dröscher. Die Organisatoren und der Burghofverein einigten sich schließlich und teilten sich die Kosten für die Reparatur. Die letzte Rate der gestundeten Zahlung wurde den Nutzern laut Leverenz sogar erlassen.

Anschließend versuchte das Trio vergebens, einen anderen Ort für den Markt zu finden. Der vorherige Veranstaltungsort, der Kindergarten in Rethem, ist mittlerweile zu klein für den Bambinomarkt. Ideal wären die Turnhallen in Rethem, aber in Gesprächen mit der Stadt sei man nicht weitergekommen. Die Nutzung muss in Absprache mit den Vereinen, die sich die Hallen teilen, erfolgen. Letztendlich blieben den Veranstaltern dann nur Samstag und Sonntag für den Markt. Das reiche aber nicht, der Donnerstag und Freitag diene zum Anliefern der Waren und Aufbauen, so die Damen. „Einen Veranstaltungsraum mit mindestens 500 Quadratmetern Fläche gibt es sonst in Rethem und Umgebung nicht“, so Michele Becker.

„Der Burghof ist und bleibt für die Veranstaltung einfach der ideale Ort“, sagt Maike Dröscher. „Es ist ausreichend Platz vorhanden, die Räume sind nicht zu verwinkelt, es gibt genügend Tische, Stühle und Bänke.“ Außerdem hätten sie sich im Burghof mit dem Bambinomarkt auch über die Ortsgrenze hinaus einen Namen gemacht.

Frank Leverenz will die Veranstaltung nach eigenen Worten erhalten. Das gehe aber nur, wenn sich für den Burghof ein höherer Nutzen abzeichne. Der Burghofverein kämpfe seit Jahren darum, wirtschaftlich zu arbeiten. „Der Stadtrat hat eine Mietordnung verabschiedet, an die muss sich jeder Verein und jeder Nutzer halten“, so Leverenz. Man sei den Verantwortlichen für den Bambinomarkt mit der Miete entgegengekommen, dies lasse sich gegenüber anderen Vereinen aber nur rechtfertigen, wenn zum Beispiel der Gewinn der Veranstaltung auch an den Burghofverein fließe. „Dass die Veranstaltung zu Ende geht, haben wir so nicht gewollt. Trotzdem müssen wir darauf achten, dass sich der Burghof nicht weiter verschuldet.“

Auch die Organisatorinnen sind enttäuscht. „Für uns kommt das Ende überraschend und wir sind traurig“, sagt Maike Dröscher. Sie hätte die Veranstaltung gerne weiter bestehen lassen. Das Aus trifft besonders die 300 bis 400 Besucher und 100 Verkäufer, bei denen die Vorfreude auf den Markt im Herbst schon groß gewesen ist. 

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