Martin Meyer hat Lohnmosterei in Rethem eröffnet

„Da muss Melodie im Saft sein“

Martin Meyer stellt aus Äpfeln in kurzer Zeit leckeren Saft her.

Rethem - (sal) n Äpfel aus dem eigenen Garten zu essen, ist ein Genuss. Aus dem leckeren Obst kann man außerdem vom Kompott über Kuchen bis hin zum Bratapfel zahlreiche Köstlichkeiten zubereiten. Was macht man aber, wenn die Bäume zu voll hängen? Die Früchte auf den Kompost geben? Am besten den Kofferraum vollladen und in die Mosterei fahren.

In Rethem hat Martin Meyer gestern eine Lohnmosterei in der Langen Straße 44 eröffnet. „Hier erhalten die Kunden echten, eigenen Saft“, so der 30-Jährige. Gearbeitet werde grundsätzlich nur nach vorheriger Anmeldung. Die Kunden brächten ihre Äpfel mit und könnten sie eigenhändig in die Maschine füllen. Sie seien bei jedem Arbeitsschritt dabei.

Zunächst kommen die Früchte in die Wascheinheit. Wasser- und dreckfrei kommen sie aus der so genannten Elevator-Schnecke in einen Trichter. Im dahinter liegenden Hackwerk werden die Äpfel geschreddert. Die so entstandene Maische kommt dann auf eine Bandpresse. Der aufgefangene Saft wird direkt gefiltert und auf zirka 72 Grad Celsius erhitzt und auf diese Weise haltbar gemacht (pasteurisiert). Abgefüllt wird der Saft wahlweise in braune Glasflaschen oder in eine fünf Liter fassende „Bag-in-Box“-Verpackung. Eigene saubere Ein-Liter-Flaschen können ebenfalls mitgebracht werden.

Er arbeitet im Sommer auf Wichmanns Hof in Häuslingen. Hier kümmert er sich um den Einkauf und die Betriebsmittelbeschaffung. Um im Winter über die Runden zu kommen, war er seit acht Jahren in Sehlingen in einer Mosterei tätig. Nun hat er sich selbstständig gemacht.

Zum Glück habe er einen Nassraum gefunden, sagt Meyer, der in der Langen Straße eine ehemalige Auto-Pflegehalle gemietet hat.

Jeder Kunde bestimme selbst die Qualität seines Saftes, weiß Meyer. Wer beispielsweise nur sehr süße Äpfel moste, erhalte ein etwas langweiliges Produkt. „Da muss ein bisschen Melodie im Saft sein.“ Ideal sei es dann, säuerliche Äpfel, wie beispielsweise die Sorte Ontario, unterzumischen.

Druckstellen dürften die Früchte bei Anlieferung ruhig haben. „Aber Fäule geht gar nicht“, so der Experte. Am besten würden die Äpfel in Stoffsäcken oder in Holzkisten gelagert. Wer seine Früchte hingegen in Kunststoffbehältern aufbewahre, hätte keine Freude daran. „Sie verderben schnell.“

Ab heute ist eine Terminabsprache für das Mosten möglich. Etwa zwei Wochen vor dem gewünschten Datum sollte man sich unter Telefon 05165/291956, zwischen 18 und 20 Uhr, bei Martin Meyer melden. Die Mosterei ist im Internet unter http://www.mosterei-rethem.de zu finden. Die Mindestmenge sind 50 Kilogramm Äpfel. Hieraus werden in einer guten Viertelstunde 30 bis 40 Liter Saft gewonnen, je nach Reifegrad und Sorte.

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