Hjördis Fischer wird Nachfolgerin von Wilfried Gebhardt

„Tourismusfachmann vom Feinsten und Besten“ hört auf

Manfred Ostermann, Wilfried Gebhardt, Hjördis Fischer und der Aufsichtsratsvorsitzende der Erlebniswelt Lüneburger Heide, Bjoern Gehrs, Samtgemeinde in Schwarmstedt (v.l.). - Foto: Müller

Ostenholzer Moor - Landrat Manfred Ostermann machte – sinnbildlich – einen tiefen Diener vor einem Menschen, der den Tourismus im Heidekreis geprägt hat, wie kaum ein anderer: „Die Erlebniswelt Lüneburger Heide verliert mit Wilfried Gebhardt einen Kenner der Touristikbranche par excellence. Er hat den Tourismus im Heidekreis zur Nummer eins in der gesamten Region mitentwickelt.“

Die Mitglieder der Gesellschafterversammlung sowie des Aufsichtsrates der Erlebniswelt dankten Wilfried Gebhardt in einer gemeinsamen Sitzung im Heide-Kröpke für die geleistete Arbeit. „Wir wünschen ihm für seinen neuen Lebensabschnitt alles Gute.“ Es waren bewegende Minuten im Kröpke. Dort war der Soltauer 2007 zum Geschäftsführer des Verbandes gewählt worden. Es gab viel Beifall von den Mitgliedern des Gremiums und einen stillen Gebhardt, der vielleicht ein bisschen nachdenklich wurde.

Die Gesellschafterversammlung berief als neue Geschäftsführerin die 43-jährige Bispingerin Hjördis Fischer, eine erfahrene Touristenfachwirtin, die weiß, wovon sie spricht, wenn es um Tourismus im Heidekreis geht. Am 1. November startet sie im neuen Amt.

Ostermann erinnerte an Gebhardts Werdegang. 1989 habe er den „Werbeverein Soltau-Fallingbostel“ aus der Taufe gehoben. Gemeinsam mit Friedel Plesse, der für den Südkreis verantwortlich gewesen sei, habe er die Geschicke im Nordkreis gelenkt. Von 1994 bis Ende 2001 sei er ehrenamtlicher Geschäftsführer gewesen und habe 2002 die Arbeit in hauptamtliche Hände weitergegeben. Kurz zuvor war der Werbeverein in die „Erlebniswelt Heide GmbH“, eine neue Rechtsform, überführt worden. Von 2004 an habe Gebhardt die ehrenamtliche Geschäftsführung erneut übernommen, zunächst in einer „Doppelspitze“, dann allein.

Er habe zu den Mitbegründern der „Erlebniswelt Lüneburger Heide“ gehört. Sein Etat habe damals bei 115.000 Euro gelegen, so der Landrat. Heute ständen rund 250.000 Euro zur Verfügung. Seien vor 27 Jahren 660.000 Übernachtungen gezählt worden, zählten sie heute im Heidekreis rund 4,5 Millionen, 8,5 Millionen Tagesgäste und ein Gesamt-Touristenumsatz von rund einer halben Milliarde Euro. „Eine Bilanz, die sich sehen lassen kann“, so Ostermann. „Und sie ist sehr mit Wilfried Gebhardt verbunden.“

Der Gelobte sagte, dass er den Tourismus im Kreis revolutioniert habe, manchmal bissig, aber immer sehr überzeugend. „Ich musste mit der Politik reden, um die finanziellen Mittel und Strukturen zu bündeln, und Friedel Plesse half mir damals sehr.“

Gebhardt entwickelte unter anderem die Marke „Aller-Leine-Tal“, heute ein Leuchtturm der Erlebniswelt. Der Start der Freizeitparks habe neuen Schwung ins touristische Geschäft gebracht, vor allem die Saison sei verlängert und neue Zielgruppen angesprochen worden. „Ich verkaufte nunmehr unsere Region unter dem Motto ‚Erlebnis vor einer einmaligen Kulisse‘.“

Nun beginne eine neue Zeitrechnung. „Ich bin aber positiv gestimmt, was meine Nachfolge betrifft. Wir haben in der Erlebniswelt in Zusammenarbeit mit Frau Fischer und allen Touristikern auf diesen Punkt hingearbeitet und sind jetzt und für die Zukunft sehr gut aufgestellt.“

Gebhardt verabschiedet sich mit Rekorden. Im Juli lag der Kreis mit seinen 1.573.384 Gästeübernachtungen in der ganzen Lüneburger Heide vorn und steht noch besser da als Uelzen und Lüneburg.

Gebhardt sieht dieses stolze Ergebnis als Bilanz einer vertrauensvollen Zusammenarbeit mit allen am Tourismus beteiligten Akteuren und mit den Orten der Erlebniswelt sowie einer außerordentlich guten Vernetzung der GmbH.

Das neue Vertriebssystem mit sieben Online-Buchungsplattformen habe voll eingeschlagen, die neue Homepage sei hervorragend gelungen und es gebe einen eigenen Foto-Pool. Mit den anderen Landkreisen sei man auf Messen gut vernetzt.

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