Kommunen sind gefordert

Podiumsdiskussion des Nordwestradios rund um Niedersachsens Tierheime

Diskutierten in Hodenhagen über die finanzielle Unterstützung von Tierheimen (v.l.): Dieter Ruhnke, Diana Erdmann, Renate Thiele, Moderator Stefan Pulß, Hans-Jürgen Galler und Christina Jantz-Herrmann. - Fotos: Müller

Hodenhagen - „Das Geld für unser Tierheim reicht von vorne bis hinten nicht aus. Wenn wir nicht so viele ehrenamtliche Helferinnen und Helfer hätten, wenn nicht gerade das neue Tierheim entstanden wäre, das noch keine Reparaturen zu verzeichnen hatte, würden wir nicht lange überleben können.“ Renate Thiele, Leiterin des Tierheimes Hodenhagen, brachte es bei einer Podiumsdiskusson, die das Nordwestradio im Hotel Michel & Friends veranstaltete, auf den Punkt: „Die deutschen Tierheime haben einen immer größeren Zulauf von Katzen, Hunden, Exoten und anderen Tierarten, aber die Mittel reichen bei weitem nicht aus.“

Es waren 60 Minuten, die die brennende Problematik mit immer mehr Fundtieren deutlich machten. Dabei ließ Moderator Stefan Pulß nicht eine strittige Frage aus und brachte immer wieder Hans-Peter Galler von der Samtgemeinde Ahlden in Verlegenheit, als es um finanzielle Unterstützung für die gebeutelten Tierheime ging. Galler: „Wir haben eine gute Zusammenarbeit mit dem Tierheim, das gerade mit erheblichen Zuschüssen der Samtgemeinde neu gebaut wurde. Bei uns muss jeder Bürger einen Teil der Kosten mittragen. Die Gesamtsumme wird einmal jährlich zur Verfügung gestellt. Und Fundtiere werden mindestens 28 Tage bezuschusst.“

Viel zu wenig, sagte die SPD-Bundestagsabgeordnete Christina Jantz-Herrmann. Sie sprach sich für einen Zeitraum von mindestens einem halben Jahr aus. Natürlich seien die Kommunen zuallererst gefordert, wenn es um die Tierheime gehe. Aber der Bund müsse seinen Teil dazu beitragen, berichtete sie von einem „Runden Tisch“ in Berlin. Die Abgeordnete forderte, den illegalen Welpenhandel zu bekämpfen. Hier sei der Zoll gefordert. Und dem ebenfalls illegalen Wildtierverkauf müsse der Kampf angesagt werden. Jantz-Herrmann unterstützte die Forderung nach einer Kastration der freilaufenden Katzen in Deutschland, eine Aufgabe, die die Kommunen an den Bürger weitergeben müssten.

Renate Thiede und Diana Erdmann von der Wildtierhilfe Lüneburger Heide berichteten, dass immer mehr Tiere in den Heimen abgegeben werden. „Dabei sind viele Exoten zu uns gekommen. Und es werden immer mehr.“ Die Spendengelder, auch aus den Bußgeldbescheiden der Gerichte heraus, schrumpften dagegen immer mehr. Die beiden Damen setzten sich für eine bessere Bezahlung der Mitarbeiter ein und für die Unterstützung gezielter Schulungsmaßnahmen. „Kann man dafür nicht die Hundesteuer verwenden?“, fragten sie. Mehr als ein Achselzucken von der Verwaltung der Samtgemeinde gab es dafür nicht.

Dieter Ruhnke, Vorsitzender des Tierschutzverbandes Niedersachsen, votierte für mehr finanzielles Engagement der Kommunen. An diesem Nachmittag wurden sie vor allem gescholten. Sie seien die Hauptverantwortlichen für Tierheime mit einem gewissen Standard. „Wenn die Heime schließen müssten, ständen die Tiere beim Bürgermeister vor der Haustür.“ - mü

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