800 Teilnehmer bei der ZJEN-Versammlung

„Schwierige Zeiten für die Jagd“

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Dietmar Brandt (5.v.l.) wurde mit dem Stiftungspreis für Kulturlandpflege des Jahres 2016 ausgezeichnet.

Bad Fallingbostel - Etwa 800 Besucher waren der Einladung des Zentralverbandes der Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbesitzer in Niedersachsen (ZJEN) zur Mitgliederversammlung in der Heidmarkhalle in Bad Fallingbostel gefolgt.

„Die Zeiten sind für die Jagd recht schwierig geworden“, beklagte Verbandspräsident Hans-Heinrich Ehlen in seiner Begrüßung. Intervalljagd in Vogelschutzgebieten, die Kürzung der Jagdzeiten und die Reduktion der jagdbaren Tiere durch Verordnungenn stellten Grundeigentümer und Jäger vor immer größere Probleme, so Ehlen.

Der Verbandspräsident sieht die wegen der aufgetretenen Vogelgrippe reduzierte Jagdzeit auf Gänse als riesiges Problem. Es gehe nicht nur um Wildschadensabwehr in der Landwirtschaft. „Jäger leisten durch die Verhinderung der Ausbreitung von Epidemien einen immensen Dienst an der Gesellschaft“, hob er mehrfach hervor. 

Und dabei gehe es bei den zu bejagenden Arten keineswegs um solche, deren Populationen bedroht seien. Im Gegenteil: In der gegenwärtigen Situation bestehe die Gefahr, dass sich der Bestand an Gänsen im Laufe von drei Generationen verdoppele. „Stellen Sie auf jeden Fall Anträge auf Verkürzung der Schonzeiten bei der Unteren Jagdbehörde“, so der Appell des Präsidenten.

Was aber Grundbesitzern und Jägern zurzeit die größte Sorge bereite, sei die Zunahme der Wolfspopulation, erzählte Ehlen. Noch immer genieße der Wolf in Mitteleuropa den höchstmöglichen Schutzstatus. Die mittlerweile angerichteten Schäden stellten Nutztierhalter zunehmend vor große Probleme. „Wir können und wollen unsere Weidetiere nicht wegsperren und unsere Kulturlandschaft durch entsprechend hohe Zäune verbarrikadieren“, so Ehlens Haltung zum Herdenschutz.

Dem stimmte Landtagspräsident Dr. Bernd Busemann als Gastredner zu. „Ich halte von der Entwicklung rund um den Wolf gar nichts“, unterstrich er Ehlens Aussagen. Er selbst besitze 80 Mutterschafe und sehe sich gezwungen, bei einer weiteren Zunahme der Wolfspopulation seine Herde aus Tierschutzgründen abzuschaffen.

Präsidium: Mitglieder im Amt bestätigt

Erfreuliches hatte Vizepräsident Björn Rohloff zu berichten. Wie jedes Jahr wurde über die Stiftung Kulturlandpflege ein Preis vergeben. „Neugierde, Erfindergeist und genaues Hinschauen und Beobachten über Jahrzehnte zeichnen Dietmar Brandt aus Salzgitter aus“, so Rohloff. 

Brandt habe seit mehr als 20 Jahren Saatgutmischungen für Blühflächen entwickelt und auf einer Strecke von mehr als 20 Kilometern auf Ackerrandstreifen neue Lebensräume geschaffen. „Ich mache diese Arbeit aus Überzeugung“, sagt der Landwirt.

Die Neuwahlen dokumentierten die Zufriedenheit der Mitglieder mit der Arbeit des Präsidiums in den vergangenen vier Jahren. Alle wurden in ihrem Amt bestätigt.

ah

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