Plätze für fünf Kinder benötigt

Pflegefamilien im Heidekreis dringend gesucht

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Die Pflegeeltern (vorne v.l.) Gerald Voltmer, Katrin Sonntag und Claudia Weißenfels und der Landrat Manfred Ostermann präsentieren die neuen Stofftaschen des Pflegekinderdienstes des Heidekreises. Hinten( v.l.): Nina Kose, Heike Mewitz und Stefanie Ridders. 

Bad Fallingbostel - Der Heidekreis sucht dringend Pflegepersonen für fünf Kinder beziehungsweise Jugendliche. In einem Pressegespräch mit Landrat Manfred Ostermann schilderten Katrin Sonntag, Gerald Voltmer und Claudia Weißenfels ihre Erfahrungen als Pflegeeltern.

„Wir stecken da viel Liebe rein“, antwortete Sonntag spontan, als sie nach der Motivation gefragt wurde, sich als Pflegemutter zu engagieren. Sonntags und Voltmers haben zusätzlich zu ihren eigenen drei Pflegekinder in Vollzeitpflege aufgenommen. Dies geschah bei jedem Kind relativ schnell, da Familien nur sehr kurze Bedenkzeit haben, wenn der Pflegekinderdienst des Landkreises anfragt, ob ein Kind aufgenommen werden kann.

Dieser Dienst war im Gespräch durch Nina Kose und Heike Mewitz vertreten. Sie erläuterten die umfangreichen Hilfestellungen für die Pflegefamilien, besonders am Anfang. Außerdem gebe es Pflegeelternabende, bei denen sich die Eltern austauschen könnten. Insgesamt gibt es im Heidekreis 196 Kinder in Pflegefamilien.

Bei den Umgangskontakten mit den leiblichen Eltern gebe es umfassende Unterstützung durch eine neutrale Person, die zu vermitteln versuche, so die Familien. „Gerade am Anfang waren die Kontakte zu den leiblichen Eltern eine schwierige Situation für uns alle“, sagte Sonntag, als es um die Zerrissenheit der Kinder zwischen den leiblichen Eltern und der Pflegefamilie ging. Mittlerweile seien sie aber zu einem routinierten und auch wichtigen regelmäßigem Kontakt alle vier Wochen gekommen. Die neuen Geschwister würden von den Pflegekindern sehr vermisst, wenn diese mal auf Klassenfahrt seien. Auch daran lasse sich die Bindung zur neuen Familie erkennen.

„Man entwickelt schnell Muttergefühle und große Liebe“, erzählte Weißenfels, die mit ihrem Ehemann ein Pflegekind im Kleinkindalter und ein Adoptivkind direkt nach der Geburt aufgenommen hat. Bevor sie das Pflegekind dauerhaft übernommen hätten, habe es regelmäßigen Kontakt zur Obhutfamilie, bei der das Kind aufgrund einer Akutsituation untergebracht war, gegeben. So habe die Beziehung zum Kind behutsamer aufgebaut werden können.

Neben der dauerhaften Vollzeitpflege gebe es eine Kurzzeit- und eine Bereitschaftspflege, erläuterte Mewitz. Zur finanziellen Unterstützung stelle der Heidekreis einen altersabhängigen Sachaufwand von 508 bis 676 Euro sowie eine Erziehungspauschale von 237 Euro zur Verfügung, erklärte die Leiterin der allgemeinen sozialen Dienste, Stefanie Riggers.

Landrat Manfred Ostermann rief dazu auf, sich als Pflegefamilie bei der Kreisverwaltung zu bewerben, da drei Kinder bereits auf der Warteliste seien und auch für zwei minderjährige unbegleitete Flüchtlinge, ein Mädchen und einen Jungen, eine Familie gesucht werde.

Das Bewerbungsverfahren dauert fünf bis sieben Wochen und besteht unter anderem aus einem Infogespräch und einem Hausbesuch. Weitere Informationen finden Interessierte auf der Heidekreis-Homepage www.heidekreis.de in der Rubrik „Kinder, Jugend, Familie“. 

lee

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