71 Lehrlinge freigesprochen

Gesellen aus 14 Ausbildungsberufen in feierlichem Rahmen die Urkunden überreicht

Erhielt den Bestenpreis: Steffen Pede. - Fotos: Muschter

Bad Fallingbostel - In der gut gefüllten Heidmarkhalle wurden 71 Lehrlinge des Heidekreises freigesprochen. Aus der Hand der Innungsmeister und des Kreislehrlingswartes Klaus Volkmer erhielten die jungen Gesellen aus 14 Ausbildungsberufen ihre Urkunden überreicht. Volkmer zitierte eine alte Gesellenweisheit: Eigentlich fange ja nun das Lernen erst richtig an.

Kreishandwerksmeister Friedhelm Eggers begrüßte die Gesellen mit ihren Freunden und Familien, Schulleiter und Politiker. Eggert stellte das „Lehrstellenradar“, die Lehrstellenbörse der Handwerkskammer, vor. Wer eine Lehr- oder Praktikumsstelle suche, könne sich einfach die App runterladen. In der Folge seien mehr Lehrverträge abgeschlossen worden. Eine Win-win-Situation für die Betriebe könnte sich aus der großen Zahl der Flüchtlinge ergeben, wenngleich beide Seiten sich noch gedulden müssten, bis die Sprachkenntnisse ausreichten.

Landessuperintendent Dieter Rathing brachte den Wert jedes einzelnen Handwerksgesellen auf den Punkt. Mit einem Blick in den vollen Saal machte er den Zuhörern klar, wie wichtig jeder von ihnen sei. Rund 200 Menschen seien versammelt. „Sehen Sie sich eine Säule im Dom an, auf der der Bau ruht: Sie sind 200 Steine in dieser Säule, stellen Sie sich vor, die würden fehlen.“

Kreishandwerksmeister Friedhelm Eggers.

Mit Meißel und Klöpfel in der Hand ging Rathing auf den „Kompetenzkoffer“ des Handwerks ein: Es gehe bei der Lehre um es die Vermittlung von Fertigkeiten. Die zwischenmenschliche Seite mache die Besonderheit des Berufes aus. Rathing zollte den jungen Handwerkern Respekt, die Lehrzeit durchgestanden zu haben. Die Funktionäre seien immer im Rampenlicht, aber die eigentliche handwerkliche Leistung dieser jungen Menschen und ihrer Betriebe begleite alle durch den Tag, vom Brötchen am Morgen bis zum Herablassen der Jalousie am Abend.

Landrat Manfred Ostermann ging auf zukünftige Lehrlinge aus den europäischen Ländern ein. Mit einer neuen Initiative werde Deutsch unterrichtet und dann die Möglichkeit gegeben, hier eine Lehre zu machen, um den Erhalt für Tourismus, Handwerk und Landwirtschaft zu sichern.

Der erst 19 Jahre alte Steffen Pede erhielt den Bestenpreis für die beste Gesellenprüfung des Heidekreises 2016. Sein Opa hat ihn zum Handwerk gebracht. Steffen macht an seinem Beruf des Tischlers glücklich, „aus einem Haufen Material etwas entstehen zu sehen.“ Für Steffen Pede geht es nun weiter zum Leistungswettbewerb der Handwerke im Kammerbezirk. „Steffen ist unglaublich begabt“, schwärmt sein Chef Stephan Haake, Tischlermeister aus Neuenkirchen. „Wenn er einmal Maße und Zeichnung gesehen hat, baut er das alles aus dem Kopf perfekt nach.“

Dörthe Gersberg vom Friseur Annussek aus Walsrode hat ihren Abschluss mit Auszeichnung gemacht. Die 23-Jährige erzählte, dass sie schon immer kreativ gewesen sei – mit Spaß am Handwerk. Schnell zu arbeiten und sich immer wieder neu der Herausforderung zu stellen, sei das Schöne an ihrem Beruf.

Felix Bargfrede war sich von Anfang an sicher, dass sein Herz für die Zimmerei schlägt. 2011 machte er sein Praktikum im Betrieb von Friedrich Eggert. Zum Innungsbesten fehlten ihm nur ein paar Zehntelpunkte. Wegen dieses minimalen Abstands erhält er einen Bonus vom Landkreis. 

 cc

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