Staatssekretär spricht zur Nutzung der Platzrandstraße

Keine dauerhafte Öffnung

Friedrich-Otto Ripke (l.) überreicht Staatssekretär Gerd Hoofe als Geschenk ein Modellauto. - Foto: Elling

Bad Fallingbostel - Eine grundsätzliche Öffnung der Platzrandstraße während des A7-Ausbaus wird es nicht geben. Das machte Gerd Hoofe, Staatssekretär im Bundesministerium für Verteidigung, am Donnerstag unmissverständlich klar. Er sowie Vertreter der Bundeswehr und des Heidekreises äußerten sich im Pressegespräch zu dem in der Bevölkerung und unter Politikern heiß diskutierten Thema.

Landrat Manfred Ostermann sprach die Verkehrsbelastung der Einwohner an, durch deren Orte der Umleitungsverkehr bei Staus und Unfällen geführt werde. Direkt neben der Autobahn liege der Truppenübungsplatz mit der Platzrandstraße. Der Kreisausschuss habe am 30. August beschlossen, das Verteidigungsministerium zu bitten, die grundsätzliche Ablehnung der Öffnung der Platzrandstraße zu überdenken. „Die Zeit drängt, es können täglich Unfälle passieren“, so Ostermann.

Andreas Pütz, Pressesprecher Heidekreis, Olaf Lentzen, Leiter Bundeswehrdienstleistungszentrum Bergen, Friedrich-Otto Ripke, Manfred Ostermann, Gerd Hoofe, Oberst Jörg Wiederholt, Kommandeur und Standortältester der Truppenübungsplätze Nord, Oberstleutnant Michael Helfenbein, Kommandant Truppenübungsplatz, und Oberst Wolfgang Wien, Bundesministerium für Verteidigung (v.l.). - Foto: Elling

Kreistagsvorsitzender Friedrich-Otto Ripke betonte, dass der Heidekreis mit breiter Mehrheit hinter der A7, der Bundeswehr und dem Truppenübungsplatz stehe. Hierdurch gebe es viele Vorteile, aber auch Nachteile. Lösungen könnten nur durch klare Sachentscheidungen erreicht werden, nicht durch politische Diskussionen. Als symbolisches Geschenk überreichte er Hoofe ein Modellauto. Dieser bedankte sich: „Schön, dass Sie mir keinen Panzer geschenkt haben.“ Der Staatssekretär erklärte, dass es bei Problemen notwendig sei, sich zusammenzusetzen und versuche, sie zu lösen. Beim Truppenübungsplatz handele es sich um eine große Liegenschaft, die immer auch in Zusammenhang mit kommunalen Belangen zu sehen sei. Dabei gebe es auch immer wieder Spannungsfelder. „Alle wissen um die Belastungen für die Bürger, wenn die A7 nicht funktioniert“, so Hoofe. „Die Situation wird sich noch weiter verschärfen. Ich habe großes Verständnis für die geäußerten Sorgen.“ Es gelte nun, pragmatische Lösungen zu finden. Gespräche gebe es seit langem – auch mit der Landesstraßenbauverwaltung. „Die Sache ist nicht einfach, wenn es darum geht, Bedürfnisse und Bedarfe der einzelnen Interessenlagen zu berücksichtigen.“

Hoofe betonte, dass der Truppenübungsplatz nicht mit anderen vergleichbar sei, nicht zuletzt wegen der internationalen Bedeutung. „Es ist europaweit einer der am besten ausgestatteten Plätze.“ Der Bedarf auf einem solchen zu üben sei eher größer als kleiner geworden. Ersatz werde weder dauerhaft noch temporär zur Verfügung stehen.

„Ich bin zuversichtlich, dass das erste Ergebnis im September vorliegt„

Für den 16. September seien Gespräche mit der Landesstraßenbauverwaltung geplant. „Ich bin zuversichtlich, dass das erste Ergebnis im September vorliegt.“ Grundsätzlich gebe es seit 1996 eine Vereinbarung zur temporären Nutzung der Platzrandstraße zwischen Bad Fallingbostel und Dorfmark, um den Verkehr zu entlasten. Die sei allerdings seit ihrem Bestehen erst zehnmal genutzt worden. „Es muss jemand auf uns zukommen.“ Noch niemals sei eine Bundeswehr-Aussage der Hemmschuh gewesen.

Vorstellbar sei es, weitere Streckenabschnitte, nämlich zwischen Westenholz und Bad Fallinghostel sowie zwischen Dorfmark und Soltau-Süd zu erfassen. „Wichtig sind leicht handhabbare Regeln“, so Hoofe. Jeden Morgen gebe es auf dem Platz eine Besprechung und Bewertung, ob eine Öffnung innerhalb der nächsten 24 Stunden grundsätzlich möglich sei. Die Polizei müsste den nächsten Schritt tun. Sie müsse die Verkehrssituation beurteilen und entscheiden, was zu tun ist. Ein Anruf genüge. Innerhalb einer Stunde könnte der Verkehr über die Platzrandstraße fließen.

Die Polizei sei auch für die Sicherheit der zivilen Mitnutzung der privaten Straße zuständig. „Inwieweit sie dazu in der Lage ist, vermag ich nicht zu sagen.“ Hoofe erwähnte fehlende Mittelstreifen, Bäume direkt am Straßenrand, mögliche Verschmutzungen oder auf der Straße liegende Panzerketten. Grundsätzlich müsse die Strecke nach dem Anruf und vor der jeweiligen Öffnung einmal abgefahren werden. Wichtig sei, die Verkehrsteilnehmer durch die Umleitung nicht mehr zu gefährden als wären sie auf der Autobahn.

Ostermann versprach, im Rahmen der anstehenden Gespräche zu gucken, welchen Part gegebenenfalls der Landkreis übernehmen könnte. Als Beispiel nannte er das Abfahren der Strecke. „Ich sehe Licht am Ende des Tunnels.“ Wichtig sei, dass eine Vereinbarung zustande komme und dass pragmatische Lösungen gefunden werden. „Vielleicht brauchen wir Szenarien, zum Beispiel ab wann es Bedarf für die Öffnung gibt.“

Und Ripke ergänzte, dass vielleicht überlegt werden müsse, die Polizeiinspektion Heidekreis im Bedarfsfall von außerhalb zu untersützen. Nach Gesprächen mit der Straßenbaubehörde und der Polizei soll die Bevölkerung über die Ergebnisse informiert werden. 

sal

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